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Einzelausstellung: Patrick Caulfield - "Quelques poèmes de Jules Laforgue" (vorbei)

25 Januar 2012 bis 10 März 2012
  Patrick Caulfield - \
Galerie Boisserée, Köln und VG Bild-Kunst, Bonn 2012
 
  Galerie Boisserée

Galerie Boisserée
Drususgasse 7 - 11
50667 Köln
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)-221-257 85 19
www.boisseree.com


Patrick Caulfield gehört zu den Malern, die es ungern sahen, wenn der Begriff Pop Art in Verbindung mit ihrem Werk verwendet wurde. Doch ungeachtet seines Widerstandes gegen jede Kategorisierung ergaben sich aus seinen Themen und Motiven und seinen bildnerischen Methoden bleibend gültige Ikonen der englischen Pop Art.

Patrick Caulfield, 1936 in London geboren und dort 2005 verstorben, studierte von 1956 - 1960 an der Chelsea School of Art, von 1960 - 1963 gemeinsam mit David Hockney und R.B. Kitaj am Royal College of Art in London. Noch als Student nahm er 1961 an der Ausstellung „Young Contemporaries“ in London teil. Nach Beendigung seines Studiums kehrte er als Hochschullehrer 1963 – 1971 an die Chelsea School of Art zurück. 1964 war er einer der Künstler, die an der Pop Art-Ausstellung „New Generation“ in der Whitechapel Gallery in London teilnahmen. Seither wurde sein Werk in zahlreichen britischen und internationalen Ausstellungen präsentiert.

1964 entstanden Caulfields erste druckgraphische Arbeiten. Im Laufe der Jahre wurden sie immer reduzierter, schematischer und direkter. Formale Überlegungen standen für ihn an primärer Stelle. Sie konzentrierten sich auf das Verhältnis einer klar umrissenen Form und einer kräftigen, nuancenlosen Farbe. Um eine formale Lösung, die ansonsten vielleicht eher hermetisch wirkte, leichter zugänglich zu machen, nutzte er für seine Formen eine der Welt um ihn herum entlehnte Bildersprache.

Die Druckherstellung wurde für ihn zur essentiellen Ausdrucksform und Grund für die Beliebtheit seines druckgraphischen Werks.

Caulfield war Meister der visuellen Illusionen. Die so einfach dargestellten Dinge und Räume sind voller Anspielungen und Andeutungen. In Jules Laforgue (Montevideo 1860 – 1887 Paris) fand Caulfield einen Seelenverwandten. Witzig, ironisch, voller Melancholie beschreibt Laforgue in seinen Texten, Gedichten und Erzählungen die einfachen, kleinen Dinge des Alltags; die irdischen Umstände des täglichen Lebens.
1860 in Montevideo als Sohn einer Emigrantenfamilie geboren, kehrte Jules Laforgue mit sechs Jahren nach Frankreich zurück und wurde zunächst Sekretär von Charles Ephrussi. Nach dem Tod seines Vaters verließ er Paris und ging nach Berlin.
„Die Gattin des alten Kaiser Wilhelm hatte einen Vorleser, das war ein Franzose. Dass er auch ein Dichter war, wusste sie nicht und niemand – so ängstlich verbarg Jules Laforgue seine Qualitäten vor der Welt. … Der kaiserliche Vorleser war einundzwanzig Jahre alt, als er im Jahre 1881 über Koblenz an den Berliner Hof kam; er blieb – mit Unterbrechungen und Urlaubsreisen – bis zum Jahre 1881.“ Von T.S. Eliot, Ezra Pound und anderen Autoren des 20. Jahrhunderts sehr geschätzt, starb er unter erbärmlichen Verhältnissen und so gut wie vergessen in Paris.
Die in der Ausstellung zu sehende Edition „Some Poems of Jules Laforgue” (1973) enthält 22 druckgraphische Arbeiten von Patrick Caulfield und 12 Gedichte von Jules Laforgue. Die bibliophilen Bücher in englischer oder französischer Sprache werden ergänzt durch signierte Einzelblätter aus Vorzugsausgaben des Buches.

Die Lampen und Fenster, die verlassen wirkenden Restaurants in ihrer scharfwinkligen Geometrie von Licht und Schatten, die ein wenig geöffneten Vorhänge, die leeren Kleiderständer und Blumenvasen machen sichtbar, was nicht sichtbar ist. Sie erzählen von Glück und Trauer, stattgefundenen und nicht eingehaltenen Verabredungen, von Lebensfreude oder Einsamkeit. In ihrer Isoliertheit sind die Objekte und Motive Zeugnis ihrer Selbst und immer wieder bleibt es dem Betrachter vorbehalten, das im Werk Angelegte zu ergänzen und zu vollenden.


Peter Panter, Die Weltbühne, 27.09.1927, Nr. 39, S. 482

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