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Einzelausstellung: Patrick Cierpka - heaven kick (vorbei)

25 Juni 2005 bis 13 August 2005
  Patrick Cierpka - heaven kick
Patrick Cierpka, o.T., 2005, Acryl und Öl auf Leinwand, 71 x 110 cm
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

Galerie Jarmuschek+Partner
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www.jarmuschek.de


Patrick Cierpka
»heaven kick«

25.06 – 30.07.05

"Heaven kick" als Begriff der juvenilen Skatersprache bezeichnet nichts anderes als den Punkt, an dem der Rollbrettknabe in der Halfpipe Kopf steht und die Welt für einen Moment anhält, weil der Mensch eben nicht den Gesetzen der Schwerkraft folgend nach unten stürzt. Diese Umkehrung der Perspektive auf die Welt, das kurze Festhalten eines Moments ist es, das Patrick Cierpka in einer malerischen Steilkurve herauszwingen will. Die Bilder Cierpkas sind jedoch nicht wie bei Baselitz Kopf(stand)geburten, sondern zeigen die Dynamik dieser imaginären Volten mitsamt Anlaufschwung.

Der junge Maler Cierpka ist ein wissbegierig Unter-Suchender. Er ermittelt in seiner Malerei Strukturen, sucht Wahrnehmungsmuster unterscheidbar zu machen. Wohlfeile, reißerische Reproduktionsvorlagen interessieren ihn nicht; seine Bild-Funde gründen tiefer. Dies zeigt der zentrale Kopf eines Mannes auf seinem neuesten, 295 x 397 cm großem Werk "Legende": todsicher meint man, dieses Gesicht zu kennen; seine Herkunft aber läßt sich partout nicht ermitteln. Damit stellt er die Frage nach dem Wert scheinbar unumstößlicher Wahrheiten.

Ausgehend von seinen früheren Arbeiten, bei denen eher ein kalkuliertes Vexier-Spiel zwischen vordergründig abstrakten Formen und computergeneriert-verfremdeten figurativen Details zu beobachten war, fasziniert in Cierpkas neuen Bildern das unauflösliche Dickicht der Zeichen. Die sich im Grunde ausschließenden Gegensätze Abstraktion und Gegenständlichkeit tauschen nun bei Cierpka spielerisch die Rollen, weil abstrakte Elemente plötzlich konkrete Form annehmen und umgekehrt das scheinbar klar Erkennbare in einem Farbrausch sondergleichen verschwimmt und sich einer vordergründigen Erfaßbarkeit dadurch entzieht.

In seinen Bildern kann sich der Betrachter aufgrund der raffiniert-diffusen Perspektiven unmöglich geradlinig bewegen, sondern hält sich an einzelnen Bedeutungsinseln als visuellem Anker fest, um die herum die Farben und Bildmodule nur für einen kurzen Moment einen scheinbar schlüssigen Sinnzusammenhang ergeben. Bewegt man sich mit den Augen weiter, so scheint man zwischen diesen Inseln in koloristische Untiefen zu stürzen und sich im Strudel der gestisch aufgetragenen Farbschichten traumwandlerisch zu verlieren.

Löcher und Farb-Blasen als immer wiederkehrende Motive sind Cierpkas Erkennungszeichen. Sie scheinen sich durch alle Farbschichten hindurchbrennen und dabei an den Rändern zarte Schmauchspuren hinterlassen oder als Blasen aus unergründlichen Tiefen des Bildes emporzusteigen. Diesen dramaturgischen Eingriff in seine Bilder nutzt Cierpka wie ein Regisseur beim Schneiden des Films, um durch das Vordringen in tiefere Schichten zu durchsichtige Narrationen seiner Bildfolgen zu schärfen.

Mit der Ausstellung "heaven kick" präsentiert die Galerie Jarmuschek und Partner Patrick Cierpka in einer ersten Einzelausstellung in Berlin.

Der 1967 geborene Künstler studierte zunächst zwischen 1991-1995 Visuelle Kommunikation, ab 1996 Malerei an der HdK Berlin. Im Jahr 2001 schloß er sein Studium mit dem Meisterschüler bei Professor Hödicke ab. Zuletzt waren seine Arbeiten in Berlin im GEHAG-Forum und in der Ausstellung "Neues Deutschland" sowie im Kunstmuseum Heidenheim zu sehen, wo er auch den Hans-Helmut Baur-Preis 2003 erhielt. Seine Arbeiten sind in verschiedenen großen Sammlungen vertreten, so unter anderen im Bundesumweltministerium und der AXA Nordstern in Köln.

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