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Gruppenausstellung: Performing the Body (vorbei)

31 August 2012 bis 10 November 2012
  Performing the Body
 
www.ivokamm.com Ivo Kamm

Galerie Ivo Kamm
Waldmannstrasse 6
8001 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 44 552 06 10
www.ivokamm.com


In der heutigen Zeit, in der Botox allgegenwärtig den natürlichen Ausdruck lähmt, erscheint es geradezu reizvoll den Köper wieder sprechen zu lassen.

Die Galerie Ivo Kamm ist stolz, am 30. August 2012 mit der Gruppenshow Performing the Body die wunderschönen neu renovierten Räumlichkeiten der ehemaligen Galerie Jamileh Weber zu eröffnen.

Performing the Body zeigt mit Werken von Madeleine Berkhemer (NL), Martin di Girolamo (AR), Alexa Meade (USA) und Luna Paiva (F/AR) ein Panorama unterschiedlichster zeitgenössischer Körperinszenierungen. Wer leicht bekleidete Figuren und (N)Akte erwartet, wird nicht enttäuscht.
Das in diesem Zusammenhang oft verwendete Wort "Akt" leitet sich jedoch vom lateinischen Verb "agere" = "in Bewegung setzen" ab und war ursprünglich nicht als Hinweis auf fehlende oder spärliche Körperbekleidung gedacht, sondern auf das künstlerische Festhalten von verschiedenen Posen. Er wird in der Ausstellung in dieser ursprünglichen Auslegung verstanden.

Kunstschaffende betreiben seit jeher Forschung am und mit dem Körper. Die Grenzen des moralisch und ästhetisch Erlaubten wurden in den vergangenen Epochen immer wieder neu ausgelotet. Was vor einigen Jahrhunderten noch unvorstellbar war, wird heute akzeptiert. Ein entblößter Busen ohne sakralen oder mythologischen Hintergrund ist längst kein Skandal mehr.

Martin di Girolamos neckisch-erotische Frauenfiguren zelebrieren das Bild der idealen Schönheit des 21. Jahrhunderts. Seine Plastiken entstehen nicht anhand von echten Modellen, sondern sind Zitate aus gesammeltem Bildmaterial. Es sind die gleichen Körperbilder, mit denen wir täglich durch die Medien bedient werden und zum verbindenden gesellschaftlichen Kollektiv-Gedächtnis heranwachsen.

Unsere junge argentinische Entdeckung Luna Paiva hinterfragt mit ihren Fotografien gnadenlos das vordergründige Dasein argentinischer "Divas". Sie macht auf den auf die Spitze getriebenen Körperkult dieser selbstverliebten Bühnendiven aufmerksam, -Vedetten, die auch in der Freizeit nicht aus ihrer Rolle herausfinden. Für den neutralen Betrachter wirkt die Ablichtung dieser Showgirls in ihrer bescheidenen Wohnumgebungen befremdlich und entrückt. (Künstlerin anwesend an Vernissage)

Madeleine Berkhemers Werke sind Labyrinthe der Begierde, Inventare der Psyche und Bejahung der Emanzipation der Frau mit schonungslosem Einbezug des eigenen Körpers. Berkhemer schafft mit ihrem einzigartigen Gefühl für den von ihr behandelten Grenzbereich eine eigene Formen- und Materialsprache, die sich auf der Gratwanderung zwischen Mode, Kunst, Erotik und Pornografie sichtlich wohl fühlt. (Künstlerin anwesend an Vernissage)

Alexa Meade, mit ihren fünfundzwanzig Jahren unsere jüngste Künstlerin, malt nicht auf Leinwand, sondern direkt auf das physische Subjekt. Indem sie die Farbe als abbildende Maske verwendet, katapultiert sie die Mimesis der Malerei in eine neue Sphäre. Ihre Arbeit erscheint als komplette Neuinterpretation des barocken Illusionismus. (Künstlerin anwesend an Vernissage)

Florence Isler-Gächter, Kuratorin Galerie Ivo Kamm

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