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Einzelausstellung: Peter Rusam (vorbei)

3 Juni 2005 bis 9 Juli 2005
  Peter Rusam
Peter Rusam
 
  Galerie Andreas Binder

Galerie Andreas Binder
Knöbelstr. 27
80538 München
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)89 - 21 93 92 50
www.galerieandreasbinder.de


"Janus"
Malerei

“Janus, altröm. Gott des Tordurchgangs, des Ein- u. Ausgangs (daher mit Doppelantlitz dargestellt), Beschützer des Hauses, auch Gott des Anfangs und des Endes.“ (Großes Universallexikon, Honos Verlagsgesellschaft, Zug, 1982)

Was hat die Malerei von Peter Rusam mit dem altrömischen Gott Janus zu tun?
Die zitierte Beschreibung gibt einige Stichworte vor: Durchgang, Innen und Aussen, Anfang und Ende; das lässt eher an Bewegung denken statt an Bilder die still an der Wand hängen.
Der Blick auf die Bilder in der Ausstellung zeigt aber, dass es tatsächlich um mehr geht als um den naiven Wunsch die Bilder mögen “das Haus beschützen“.

Da sind zunächst Bilder von der innerdeutschen Grenze. Über fragile Linien legen sich ruppig gemalte Farbfelder – ganz so als wolle der Maler die Grenze buchstäblich wegmalen. Anfang und Ende: die Grenze gibt es nicht mehr.

Den Schwerpunkt der Ausstellung des Gerhard Richter- und Dieter Krieg-Schülers bilden jedoch Filmszenen. Der Maler greift in den Fluss der unaufhörlich vorbeiziehenden, bewegten Bilder, entreißt sie ihm mit einer Methode des gesteuerten Zufalls, findet dadurch einzelne stumme Momente, die, in Malerei überführt, ganz neue Geschichten erzählen. Entschleunigte, beiläufige Geschichten, die im Ablauf des Films normalerweise untergehen.

Noch eine Geschichte von Anfang und Ende gibt es zu sehen: da fährt auf zwei Bildern ein Audi Quattro durch die Szenerie. Der eine revolutionierte Anfang der 80er Jahre den Rallyesport, der andere markiert in der letzten Evolutionsstufe den Endpunkt dieser Entwicklung.

Die Reihe der kleinen Bergbilder verweist (wie die Grenzbilder) auf einen weiteren Aspekt: die “Janusköpfigkeit“ der malerischen Methode. Während die Filmbilder zumeist eine “richtersche“ Unschärfe durchzieht, sind die Farben hier frei gesetzt. Die Spuren des Malvorgangs werden sozusagen nicht verwischt.

Die Malerei von Peter Rusam bewegt (!) sich im Spannungsfeld von “objektiver“ Fotografie und eigenem Erleben: Erinnerung und Welttheater.

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