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Einzelausstellung: Rainer Kleemann - "Die Privatisierung der Welträume" (vorbei)

7 Juni 2009 bis 11 Juli 2009
  Rainer Kleemann - \
Rainer Kleemann, Lange Nacht, 2009, 90 x 190 cm, Öl auf Leinwand
 
  Galerie Börgmann

Galerie Börgmann
Wallstr. 7
41061 Mönchengladbach
Deutschland (Stadtplan)

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www.galerie-boergmann.com


Die Galerie Börgmann freut sich, mit einer großen Einzelpräsentation den Berliner Maler Rainer Kleemann (geb. 1962) in den neuen Krefelder Galerieräumen zu präsentieren. Die Ausstellung trägt den Titel "Die Privatisierung der Welträume" und benennt Kleemanns intensive Beschäftigung mit der Einverleibung von Räumen durch perzeptive Raumerlebnisse und die Erfahrung von Raumverhältnissen auf architektonischer wie auch raumsoziologischer Ebene.

Kleemanns Gemälde haben eine Grundstruktur, die aus farbtechnisch raffiniert gestalteten horizontalen Verwischungen besteht, deren vertreibender Pinselduktus die linearen Elemente unscharf verschwimmen lässt. Auf diesem bewegten Hintergrund platziert Kleemann freistehende Gebäude oder Szenen aus dem Stadtalltag der Menschen. Auf der gesamten Bildoberfläche besitzt kein Element ein größeres Gewicht als das andere. Erst ihre vielschichtige Komposition und die Relationen untereinander ergeben vor dem Betrachter einen dreidimensionalen Bildraum, der sich öffnet, bei dem man das Gefühl hat in das Bild hineintreten zu können.

Kleemann arbeitet sich dabei an dem Verhältnis zwischen architektonischen Räumen und deren Wahrnehmung ab. Es geht dem Maler dabei nicht um die akkurate Wiedergabe der tatsächlichen Raumverhältnisse als zweidimensionale Raumillusion, sondern um die Erfahrbarkeit des Gefühls, welches der den Raum betretende durch die Architektur vermittelt bekommt. Seine Raumdarstellungen zeigen ein Mehr an Architektur, ein Raumerlebnis, das man nicht sehen, sondern nur räumlich durch physische Anwesenheit erfahren kann. Exemplarisch stehen hierfür die sich an der Krefelder Bauhaustradition orientierenden Gemälde "Esters Aquarium" und "Lange Nacht". Sie halten sich motivisch nicht getreu an die Wiedergabe der Originalgebäude, sondern zeigen verschobene Hauselemente mit neuen Verhältnissen zueinander, um auf die Elemente hinzuweisen, die das Ganze ergeben. Rainer Kleemanns Bauhaus-Architekturbilder wollen auf die abstrakten Bauhausgrundsätze der universell funktionalen, typisierten und normierten Elemente verweisen.

Andere Gemälde wie "Ray" oder "Pelz" thematisieren soziologische Szenen des sich innerhalb des Stadtraumes bewegenden Menschen und seiner Suche nach seinem Platz in der Welt, nach Beständigkeit, nach Räumen des Bleibens und der Identitätsstiftung. Kleemann thematisiert die Unmöglichkeit der verweilenden Begegnung im modernen, immer bewegten Stadtraum. Zum ersten Mal sind in der Galerie Börgmann diese porträthaft geprägten Gemälde in großem Umfang zu sehen.

Kleemanns überzeugendstes Element ist seine Fähigkeit, etwas, das eigentlich nicht darstellbar ist, erfahrbar zu machen. Er lässt den Betrachter spüren, was es genau bedeutet zu "sehen" und wie man sich auf seine visuelle Wahrnehmung und ihre Prozesse besinnen kann. Weiterhin lässt Kleemann den Betrachter einen Bildraum in Relation zu seiner selbst setzen, und somit auch die Stellung der eigenen Person innerhalb der persönlichen Umgebung zu hinterfragen. Es gelingt Kleemann auf wunderbar abstrakte und doch elementare Weise, den Blick auf den und das "Andere" zu lenken: denn dieses Andere ist der Ursprung aller Relationen.

Für weitere Informationen, Interviewanfragen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an Carolin Rhein-Börgmann (Tel.: 02151 / 78109-90). Es erscheint ein Katalog.

RAINER KLEEMANN - "Die Privatisierung der Welträume" Pressetext als pdf-Datei

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