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Einzelausstellung: Reinhild Gerum - AnSichten - Installationen und Zeichnungen (vorbei)

15 Mai 2009 bis 2 Juli 2009
  Reinhild Gerum
Reinhild Gerum
Salzburg
Ölpastell/Ansichtskarte, 10,5 x 14,8 cm
2005
 
  Galerie artThiess

Galerie artThiess
Frauenstrasse 12
80469 München
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)89 - 189 44 89 22
www.artthiess.de


Infotext

Die Galerie artThiess freut sich, vom 15. Mai bis 2. Juli 2009 in ihren Ausstellungsräumen im Orlandohaus am Platzl, Pfisterstrasse 11, 2. Stock, Installationen und Zeichnungen von Reinhild Gerum präsentieren zu können.

Bei der in der Ausstellung gezeigten Serie überarbeiteter Postkarten geht es Reinhild Gerum nicht - wie der Titel "AnSichten" vielleicht zunächst vermuten lässt - um die stereotype Abbildung reizvoller Gebäude, berühmter Sehenswürdigkeiten oder idyllischer Landschaften. Die Künstlerin hinterfragt vielmehr die verbreiteten, oft klischeehaften Vorstellungen von bekannten Orten und Denkmälern - so z.B. dem Kolosseum als Inbegriff der Antike. Dabei geht sie zunächst zu dem ins Visier genommenen Objekt auf Distanz, indem sie matte, deckende Ölpastellkreide Schicht für Schicht auf die Hochglanzoberflächen handelsüblicher Ansichtskarten legt, das Motiv absichtlich verunklärt, den Blick verstellt. Anschließend entfernt sie einzelne Partien wieder, kratzt Schichten regelrecht heraus, um Darunterliegendes, kaum Sichtbares freizulegen. Es beginnt ein Spiel mit Verstecken und Sichtbarmachen: Sie lenkt den Blick auf scheinbar Bekanntes, um dann in die Irre zu führen und zu überraschen. So wird das: "Was ist das?", Wo ist das?" als eine müßige Frage entlarvt. "Die Reise findet im Kopf statt", sagt Reinhild Gerum und nimmt den Betrachter mit bei dem Versuch dem eigentlichen Wesen, dem Kern näher zu kommen. Es ist der Versuch, mit dem eigenen Blick AnSichten von und auf die Welt und die Dinge zu entwickeln.

Ähnlich versucht Reinhild Gerum mit ihren Installationen dem durch die Medien nur oberflächlich informierten Betrachter eine andere Sicht auf das Wesen von Menschen zu verschaffen, denen sie während ihrer mehr als zwanzigjährigen Arbeit in der Psychiatrie begegnet ist. Mit rätselhaft wirkenden Gebilden lockt sie ihn an und konfrontiert ihn zunächst aus der Distanz mit beinah alltäglichen Nachrichten, wie z.B. „Mann ersticht Frau". Bei weiterer Annährung eröffnet die Künstlerin dem Außenstehenden dann über Zitate und Interviews den Blick auf die Tat aus der Sicht des Opfers oder auch des Täters. Dabei ist sich die Künstlerin bewusst - und auch der Betrachter sollte es sich sein -, dass trotz allen Ringens, das Wie und Warum zu erkennen, trotz des Versuchs ins Innere vorzudringen, sich die endgültige Erkenntnis verweigert und schließlich doch nur eine Ahnung bleibt.

Reinhild Gerum – AnSichten Infotext als pdf-Datei

Reinhild Gerum – AnSichten Einladungskarte als pdf-Datei

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