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Einzelausstellung: Renate Anger - carpe diem (vorbei)

1 Juli 2001 bis 12 August 2001
  Renate Anger - carpe diem
 
  Haus am Waldsee - Der Ort internationaler Gegenwartskunst in Berlin

Haus am Waldsee - Der Ort internationaler Gegenwartskunst in Berlin
Argentinische Allee 30
14163 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.hausamwaldsee.de


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Seit Anfang der 9oer Jahre entstehen eine Vielzahl von Werken mit Punkten. Sie erweisen sich im weiteren Verlauf des Werkes als beinahe unerschöpfliches Formenvokabular.
Mögen sich vor den Bildern auch konkrete Assoziationen einstellen, unübersehbar dominieren bei Renate Anger die Möglichkeiten der Malerei selbst. Es ließe sich vieles über das sehr eigene Kolorit der Malerin sagen, ihre Vorliebe für riskante und nicht gerade übliche Verbindungen schreiben, auch über die enorme Sicherheit, mit der sie ganz gegensätzliche Farben ausponderiert, ihre Ausdehnungen im Verhältnis zu anderen Tönen und Formen definiert. Mit souveränen Bildschöpfungen, die sie aus dem künstlerischen Tun entwickelte, betont Renate Anger die Eigenmacht der künstlerischen Mittel und führt sie in vielfältigen Synthesen als jeweils neue Einheit vor.
Schon zu Beginn ihres Werkes wird deutlich, dass Malerei für Renate Anger wesentlich ein räumliches Ereignis ist, ganz gleich, welchen Träger sie für ihre Farben und das Ritual des Auftrags bevorzugt. Bei ihren großen Raumarbeiten vollzieht sie in der Regel Eingriffe, die die Struktur des Raumes unterstreichen. Der Raum wird zum Bild und die Bewegung der Architektur zum koloristischen Ereignis.

Britta Schmitz

Zu Renate Angers Malerei

Wenn Renate Anger ihren Raum berührt, mit dem Pinsel, durch die Farbe, ist es wie ein neuer Brückenschlag zwischen Sichtbarkeit und Berührbarkeit, und vielleicht ein Übergreifen und Überschreiten der Grenzziehung zwischen dem Ding und seiner Malerei. Ein Paradox: Die Farbe, die Geste kommen von außen und von innen, sind reflektierter Kommentar zu einer bestimmten, vorgefundenen Raumsituation ... .
Es ist dann nicht mehr die Malerei von etwas, sondern die Malerei zu etwas - zu Kartoffeln, Äpfeln, Stühlen und gerade in dem radikalen Entschluss zur autonomen, nicht figurativen Malerei balanciert Renate Anger ihren eigenwilligen Bezug zur Empirie: Die Haut der Dinge wird im Akt des Malens gleichsam gesprengt, reine Farbe ergreift den Raum, die Fläche: ein „Schauspiel des Nichts", das doch immer wieder zu diesem etwas zurückkehrt wie es von ihm ausgeht - ein unendliches Rondo, wo das eine dem ändern sein lebendiges Wesen zusendet.

Dorothée Bauerle-Willert

Malerei: Architektur des Raumes

Renate Angers künstlerische Arbeit war nie ein sich selbst opfernder, machtloser Protest gegen die „Zeit". So griff sie ausgerechnet Ende der yoer Jahre zu Pinsel, Leinwand und Pigmenten, als die avancierte Devise hieß: Man kann nicht mehr malen. Doch wollte sie auch nicht malen wie man es vorher getan hat und kurze Zeit später dann unter dem Zeichen einer „Wiederkehr der Malerei". [...] Wenn also in den Mitteln „der Malerei" keine „fortschreitende" Kunst möglich sei, so legte sie es darauf an zu zeigen, dass sie mit den Mitteln der Malerei eine Kunst entfalten kann, die sehr wohl in Bezug auf den zu eröffnenden und einzurichtenden (realen) Raum „avanciert". Mit anderen Worten: Wenn das Tafelbild ein Fenster zur Welt dargestellt hat, wieso sollte dann der - bis dahin in der Malerei nie sichtbare - Keilrahmen keine Funktion dabei erfüllen können, die
Perspektive umzukehren: statt Raum zu spiegeln und zu illusionieren, den Blick auf den Raum frei zu geben.
Wenn sie nun das wieder gewinnen wollte, was die Malerei allein nicht leisten kann, nämlich die verlorene Bestimmung/Bestimmbarkeit der Grundlagen der Kunst, die Fläche, den Raum, die Farbe, die Zeichnung, den Rahmen und das Bild überhaupt, so um all dieses erneut zu erkunden.

Wolfgang Winkler

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