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Einzelausstellung: Rita Vitorelli - Vielleicht hinterher was Nettes (vorbei)

27 November 2004 bis 16 Januar 2005
 
 
  annex14 - Raum für aktuelle Kunst

annex14
Junkerngasse 14
3000 Bern
Schweiz (Stadtplan)

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annex14.com


Die neo-romantischen Sehnsüchte der Gegenwart sind angesichts der Härte und Unübersichtlichkeit des realen Alltags eine verständliche Reaktion. So überrascht es nicht, dass heutiges „Romantisieren“ vor allem die Spielfelder des Populären zu besetzen sucht. Man denke nur an die saisonale Begeisterung der Modewelt für Rüschen, Spitzen und für gotisch gestylte Lockenfrisuren, deren Nähe zu Kitsch und Tradition emotionale Geborgenheit verspricht.

Die Bilder von Rita Vitorelli teilen diese affirmative Haltung auf den ersten Blick. Sie evozieren mit ihren teilweise nostalgisch anmutenden Verweisen auf klassische Motive der Kunstgeschichte eine heiter-versöhnliche Stimmung. In ihrer Nähe sowohl zur Figuration, zum Erzählerischen wie zur Abstraktion spielen die Bilder aber zugleich ein ambivalentes Spiel mit den ungestillten Sehnsüchten unserer Gegenwart. Mit Präzision verbindet die Künstlerin in ihren Arbeiten emotionales mit rationalem Kalkül und lässt durch die verführerische Oberfläche hindurch die leeren Versprechungen romantisch konnotierter Zeichen hindurchscheinen.

Das Arbeiten in Bilderzyklen ermöglicht es der Künstlerin, über das einmal gewählte Motiv und seine assoziativen Verweise hinaus das Potential der Malerei zu überprüfen. Ob Landschaft, Stilleben oder „Gstettn“ - verlassene oder zurückgelassene Ort wie Partyräume oder Hinterhöfe - das Ziel ist die Reflexion sowie die Reduktion des malerischen Prozesses: Vorzeichnungen werden stehen gelassen, ebenso grossflächige Leerstellen, rudimentär wird ein Raum, werden Gegenstände oder Pflanzen angedeutet, wird scheinbar mitten im Malprozess abgebrochen. Dabei steht nicht die Idee des Unvollendeten oder Fragmentarischen im Zentrum der Auseinandersetzung, sondern die Suche nach dem Moment, in dem Erzählerisches, formale Analyse und reine Malerei das Bild dahin getrieben haben, wo ein produktives Nachdenken über wahre und falsche Idyllen und Sehnsüchte einhaken kann.

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