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Einzelausstellung: Robert Mapplethorpe - Pure (vorbei)

27 April 2012 bis 2 Juni 2012
  Robert Mapplethorpe - Pure
Robert Mapplethorpe
 
  Mai 36 Galerie

Mai 36 Galerie
Rämistrasse 37
8001 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 1 261 68 80
www.mai36.com


Robert Mapplethorpe (1946, Floral Park, Queens, New York City bis 1989, Boston), der die Fotoszene des ausgehenden 20. Jahrhunderts dominierte, war besessen von der Suche nach der vollendeten Schönheit. Obwohl er Kultfigur schlechthin war, wurde kein anderer Fotograf seiner Zeit derart kontrovers diskutiert. Umstritten waren seine radikalen Darstellungen von Nacktheit und sexuellen Handlungen; bewundert wurden seine atemberaubenden, fast japanisierend anmutenden Blumenarrangements. Die poetischen Porträts seiner frühen Gefährtin Patty Smith und von Andy Warhol oder der Bodybuilderin Lisa Lyons üben in ihrer theatralischen Attitüde immer noch eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus.
Robert Mapplethorpe entwarf ein klassizistisches Bild des menschlichen Körpers, das Eingang in die kommerzielle Fotografie fand. Der Künstler griff auf die Ikonographie der Antike und Renaissance zurück wie auch auf eine Reihe von Fotografen wie Wilhelm von Gloeden, Günter Blum, Alvin Booth, Man Ray und Helmut Newton. Dabei entwickelte er einen eigenen fotografischen Stil, der sich durch formal vollendete und radikal reduzierte Kompositionen auszeichnet, wobei ihm die Fotografie als perfekte Methode schien, Skulpturen zu schaffen. Entsprechend weisen die Körper skulpturale Qualitäten auf und harmonieren nicht nur bis ins Detail, sondern nehmen dank der präzisen Inszenierung vor weissem oder schwarzem Hintergrund im harten Licht des Studios Gestalt von Landschaften und Stillleben an.
Bei der Suche nach Vollkommenheit lässt sich Mapplethorpe nicht primär von Inhalten leiten. Dies verraten seine frühen Polaroids, die nach seinem Abschluss des Bachelor of Fine Arts am Pratt Institute entstanden. Sie enthalten bereits alle späteren Motive, auch wenn sie aufgrund ihrer Farbigkeit unmittelbarer wirken. In der Hinwendung zur klassischen Schwarz-Weiss-Fotografie verfeinert Mapplethorpe lediglich Technik und Komposition; geht immer mehr ins Detail, taucht mit der Kamera immer tiefer in Blütenkelche, und tastet die Körper seiner Modelle in immer engeren Ausschnitten ab. Jegliche Individualität geht dank der antikisierenden Manier in reine Oberfläche und Pose über und erhält somit Objektcharakter. Die Ästhetisierung ist aufgrund des strengen Formwillens des Klassizismus, dem jedes Motiv unterworfen ist, auf die Spitze getrieben; wodurch den Bildern auch der letzte Bezug zur Wirklichkeit abhanden gekommen zu sein scheint.

Die Ausstellung in den Galerieräumen umfasst wesentliche Bereiche von Mapplethorpes Schaffen
von 1976 bis 1987; neben Porträts, Aktfotografien, Blumenaufnahmen und Stillleben. Die Zusammenstellung zeigt Robert Mapplethorpe als einen Künstler, der in seiner Zeit verankert ist und dessen Werk heute noch aktuell ist. Während sich Mapplethorpe mit den Polaroids in den Siebzigerjahren in eine Reihe von Künstlern wie Andy Warhol, Robert Rauschenberg, David Hockney, Ansel Adams und Robert Frank gesellte, die damit den Kult des Augenblicks und das Gefühl der Einzigartigkeit zelebrieren konnten, konvergieren seine coolen Porträts und Aktaufnahmen mit den vielfältigen visuellen Aspekten von künstlerisch inszenierten Modefotografien, etwa eines Richard Avedon. (Text: Dominique von Burg)


Vernissage ist am Donnerstag, 26. April von 18 bis 20 Uhr. Auf Anfrage lassen wir Ihnen gerne Bildmaterial zukommen (office@mai36.com).

Wir freuen uns, Sie in der Galerie zu begrüssen und danken Ihnen für Ihr Interesse.

Vernissage: Donnerstag, 26. April 2012, 18 bis 20 Uhr

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