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Einzelausstellung: Roe Ethridge - Studio Street (vorbei)

26 Oktober 2012 bis 22 Dezember 2012
  Roe Ethridge - Studio Street
Roe Ethridge
 
  Mai 36 Galerie

Mai 36 Galerie
Rämistrasse 37
8001 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 1 261 68 80
www.mai36.com


Roe Ethridge, 1969 in Miami geboren, studierte Fotografie am College of Art in Atlanta, USA. Er lebt und arbeitet in New York, hat Ausstellungen in den USA, in Europa und Japan. Ihm widmete Le Consortium in Dijon kürzlich eine Ausstellung wie er auch bereits im Museum of Modern Art und dem Metropolitan Museum of Art in New York sowie im Museum of Contemporary Art, Los Angeles gezeigt wurde. Aktuell ist eine Ausstellung im M-Museum in Leuven, Belgien zu sehen. Er gehört neben Christopher Williams, Philipp-Lorca DiCorcia und Elad Lassry mit zu den interessantesten Vertretern der amerikanischen neuen Künstlerfotografie.

Es ist ein langer Weg, den die Fotografie und deren Rezeption genommen hat von der Annahme, durch sie würde sich die Natur gleichsam selbst abbilden, rein bestimmt durch physikalische, optische und chemische Gesetze, über die Manipulationen an der „Wahrheit" (z.B. die Fotos, auf denen Leo Trotzki aus der Führungsriege der russischen Revolution heraus retouchiert wurde) bis hin zur digitalen Idealisierung der sogenannten Supermodels. Gleichzeitig entwickelte sich die Fotografie zur allgegenwärtigen Begleiterin unseres Lebens. So zum Beispiel als Reportage, Souvenir, Kritik, Fortschreibung der Malerei mit anderen Mitteln und als Werbung und Bilderflut. Insbesondere in der Werbung vereinen sich Ideal und Wirklichkeit zum Ziel der Heraufbeschwörung eines Wunschdenkens.

Roe Ethridge verschränkt in seinem Werk verschiedene dieser Aspekte. Da er neben seiner künstlerischen Tätigkeit als kommerzieller Fotograf in der Werbung um die Bildmacht weiss, auf die sich die ganze Energie aller Beteiligten auf dem Setting vom Model bis zum Beleuchter, von der Requisite bis zur Garderobe konzentriert, nutzt er die vorhandene Situationen spielerisch weiter für seine künstlerischen Arbeiten, in denen sich dieses Bezugssystem nicht mehr auf das fiktionale Werbebild richtet, sondern daraus heraus.
Das Setting oder Teile davon werden selbst zu Darstellern (z.B. Life Savers, 2012), wie auch die Beteiligten als reale Personen auftreten (z.B. Annabella for SEPP, 2012).

In dokumentarischer Tradition bewegen sich seine Arbeiten in schwarz/weiss, die anlässlich der Ausstellung Art and the City in Zürich entstanden sind. Die Einvernahme des ursprünglich der Industrie und Produktion gewidmeten Zürich West in ein modernes, urbanes aufstrebendes Stadtviertel unterschiedlichster Nutzungen wurde als fotografisches Dokument quasi historisch festgehalten in dem Zustand Frühjahr 2012, der heute schon nicht mehr derselbe ist und sich fortlaufend deutlich verändert und lange nicht zur Ruhe kommen wird.

Zudem gibt es Fotoarbeiten, die schlichtweg Werbung und deren Displays fotografisch abbilden und diesen somit Objektcharakter geben bzw. sie einreihen in zivilisatorische Erscheinungen von Relevanz in der Tradition eines Walker Evans oder der späteren Pop Art und dies direkt, gänzlich unverschönt.

Die aktuelle Ausstellung Studio Street nimmt Bezug darauf, dass sowohl die Strasse wie die Natur und die Welt der Studios gleichberechtigte reale Existenzen in unserer Wahrnehmung spielen (z.B. LV Shoes for Double, 2012) und von Fiktionalem selbst ästhetisch schwer unterscheidbar geworden sind. Er thematisiert die Fotografie auch als Technik und Kunst, die so selbstverständlich geworden ist, dass er beispielsweise bewusst als Fehler wahrnehmbare Farbgebungen benutzt und auch gerne die Banalität des Abgebildeten zur Kritik der Kultur selbst werden lässt. Die drückend gewordene Enge zwischen High und Low, zwischen Realität und Fiktion zeigt Roe Ethridge als ein Thema unserer Zeit.

Vernissage ist am Donnerstag, 25. Oktober von 18 bis 20 Uhr. Roe Ethridge wird anwesend sein.

Auf Anfrage lassen wir Ihnen gerne Bildmaterial zukommen (office@mai36.com).

Wir freuen uns, Sie in der Galerie zu begrüssen und danken Ihnen für Ihr Interesse.

Mai 36 Galerie
Victor Gisler
Oktober 2012

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