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Einzelausstellung: Roger Wardin – Learn to Forget (vorbei)

3 Oktober 2009 bis 14 November 2009
  Roger Wardin – Learn to Forget
Roger Wardin, Eingang VII, 200x150cm, Öl a. Lnwd., 2009
 
  Galerie Börgmann

Galerie Börgmann
Wallstr. 7
41061 Mönchengladbach
Deutschland (Stadtplan)

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www.galerie-boergmann.com


Roger Wardin gehört zu einer neuen Riege aufstrebender deutscher Maler. 1971 in Berlin geboren, zeichnen ihn eine explosive figurative Malerei und markant-düstere endzeitliche Motive aus. Die Galerie Börgmann in Krefeld widmet ihm vom 3. Oktober bis 14. November 2009 eine umfangreiche Einzelausstellung, in der neue, bisher nicht öffentlich gezeigte Arbeiten präsentiert werden. Zwölf zum Teil großformatige Gemälde und zwei skulpturale Installationen aus dem Jahr 2009 sind auf 120 Quadratmetern des historistischen Stadtpalais' im Herzen von Krefeld zu sehen und zeigen einen repräsentativen Überblick über das Schaffen dieses jungen Malers. Mit der Ausstellung setzt die Galerie Börgmann ihre Reihe junger deutscher gegenständlicher Kunst fort, in der zuletzt Benedikt Richert, Rainer Kleemann, Fabian Seyd und Jan Holthoff u.a. zu sehen waren.

Roger Wardins Ausstellung trägt den Titel "Learn to Forget", sie zeigt Bilder im Denken und im Umfeld neuzeitlicher unkonventioneller Ästhetik: In monumentaler Weise (faktisch als auch ideell) wird darin das Schäbige heroisiert, das Zerschlagene verschönt und das Menschenleere romantisiert. Zu sehen sind verlassene und heruntergekommene Scheunen und Buden, leere Überdachungen und karge, ehemals menschliche Behausungen. Auf einzelnen Bildern ist Leben zu entdecken - eine jeweils einsam schreitende Person, die dem Betrachter jedoch demonstrativ den Rücken zukehrt. Singulär, doch auch zutiefst melancholisch, ist das Kopfbild seines Lehrers Jörg Immendorf, dessen Blick entrückt, über den Betrachter hinweg gerichtet ist und im Nirgendwo des Außenraums endet.

In seiner Filmstill-artigen Malerei knüpft Wardin an das Schönheitsempfinden des "Film noir" an, eines speziellen Genres, das als Gegenstück des herkömmlichen "Hollywood"-Films gilt und gekennzeichnet ist durch eine pessimistische Weltsicht und düstere Bildgestaltung. Wardins Ikone dieser Gattung ist der Kultregisseur und Künstler David Lynch, dessen Verständnis für inszenierende Mechanismen Wardin streckenweise für seine monumentalen Gemälde übernimmt und somit arrangierte Szenerien richtiggehend "einfriert". Wardins Malerei lässt sich kaum klassifizieren: Die Hauptakteure seiner Bilder (Häuser, Gegenstände, Personen) sind erkennbar figurativ, die Hintergründe mit ihren explosiven Malweisen legen sich wie spinnennetzartige Wabenstrukturen darüber und ergeben ein höheres Ganzes voll rätselhafter Komplexität. Wardins Gemälde entstehen oft spiegelbildlich, also im Positiv / Negativ-Verfahren. Hintergründe erstrahlen im tiefsten Schwarz, Vordergründe mit Staffage und Häusern in hellem Weiß.

Roger Wardin war Immendorf-Schüler in Frankfurt am Main und Düsseldorf, u.a. Student der Glasgow School of Art und ging als Meisterschüler der Universität der Künste Berlin hervor.

Heute lebt und arbeitet er in seiner Geburtsstadt Berlin, die ihm zugleich Lebens- als auch Inspirationsmittelpunkt ist.

Valentina Vlasic

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