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Einzelausstellung: Roland Schappert - Mallorca. Schöne Bilder, nette Gedichte (vorbei)

12 September 2002 bis 19 Oktober 2002
  Roland Schappert - Mallorca. Schöne Bilder, nette Gedichte
 
  Thomas Rehbein Galerie

Thomas Rehbein Galerie
Aachener Strasse 5
50674 Köln
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)221-310 10 00
www.rehbein-galerie.de


Roland Schappert erzählt mit seiner dritten Einzelausstellung in der Thomas Rehbein Galerie die Geschichte eines fiktiven Ortes, an dem es "schöne Bilder, nette Gedichte" geben soll. Halt! Der Ort Mallorca ist nicht fiktiv. Diese Insel brennt, voller Klischees behaftet, immer noch hyperreal in den Köpfen unzähliger Pauschalurlauber und Hobbywanderer. Mallorca ist zugleich ein Ort der Widersprüche und Projektionen. Die Schriftstellerin George Sand schrieb 1838 über die Insel: "Mallorca ist das Eldorado der Malerei. (...) Der Charakter der Landschaft, die eine reichere Vegetation hat als Afrika, hat die gleiche Weite, Ruhe und Einfachheit. Das ist das grüne Helvetien unter dem Himmel Kalabriens, mit der Feierlichkeit und Stille des Orients."

Seit Mitte der 90er Jahre wandert Schappert immer wieder durch die Tramuntana, die Bergregion Mallorcas, und seit 3 Jahren digitalisiert er seine fotografischen Aufnahmen und komprimiert sie. Als Fluchtpunkte seiner Aufnahmen dienen ihm gleichermaßen die Erlebnisse des Wanderers, die Geschichte der Insel sowie die Topoi der Kunstgeschichte. Schapperts digitale Bilder sind aber auch Abstraktionen durch Kompression und Farbverlust und erinnern zum Teil an die virtuelle Realität der kameralosen Bilder. "Obwohl in einer sonnigen, farbenreichen Region aufgenommen, ist die Farbigkeit der Bilder auf ein beinahe monochromes Graugrün reduziert. Die Landschaften erscheinen durch diesen Eingriff universeller, haben ihre konkrete geografische Zugehörigkeit eingebüßt." (Jens Pepper) Keine Angst, es geht hier keineswegs um ein differenzloses Bilderchaos, dem weder mit dokumentarischem Interesse noch mit hermeneutischer Ikonografie beizukommen wäre, sondern es geht um das Überleben eines indexikalischen Verhältnisses, das Festhalten an einer Spur. Das Medium konstituiert eine Form des Dokumentarischen, und stellt gleichzeitig die Motive frei für die Besetzung mit Vergangenheit und Zukunft. Schapperts Arbeit kreist um die Verortung von Subjekt und Autor in Natur und Medien. So schafft er in Krisenzeiten wieder Platz auf der kleinen Insel, bevor es zu eng wird, wenn die vielen Touristen wiederkommen.

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