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Einzelausstellung: Roland Schappert - The shade of the dark is angry (vorbei)

29 November 2008 bis 24 Januar 2009
  Roland Schappert - The shade of the dark is angry
 
  Galerie Mathias Güntner

Galerie | Mathias Güntner
Admiralitätsstraße 71
20495 Hamburg
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)40 41 91 95 90
www.mathiasguentner.com/de


Schatten? Nein, eigentlich wird man geblendet von Licht, wenn man den Ausstellungsraum betritt. Besonders ein Licht - das von einem sich drehenden Spiegel reflektiert wird - fängt nicht nur den Besucher, sondern auch die Ausstellungsobjekte ein. Obgleich diese Ähnlichkeiten aufweisen, lässt sich bei näherer Betrachtung feststellen, dass Schappert mit unterschiedlichsten Techniken wie Kaltnadelradierung, Ölmalerei, Zeichnung, Collage, Lichtinstallation und Skulptur auf verschiedensten Bildträgermaterialien wie Metall, Papier, Spiegel oder Glas arbeitet.

In seiner zweiten Einzelausstellung in der artfinder Galerie versucht Roland Schappert die Grenzen der klassischen und modernen Medien der bildenden Kunst auszuloten und stellt Verbindungen zur Literatur und Musik her. Aber es ist nicht nur das gleißende Licht, das die Grenzen der Genres fließend werden lässt und eine Verdichtung zur Rauminstallation erreicht...

Da sind zum Beispiel zwei nebeneinander hängende Arbeiten, deren beherrschendes Schwarz unterbrochen wird von den blaugrauen Linien der Grundierung. Wie auf einer Erstklässler-Griffeltafel sind tatsächlich mit Kreide darauf Worte geschrieben, doch prallt die Kreide entweder am glatten Lack oder bröckelt an den durch Sand aufgerauten Flächen ab. Auch die Grundierung, die entgegen ihrer Bestimmung als abschließende Firnis verwendet wird und hier zum Schluss noch einmal über das Papier läuft, zerstört die Schrift, anstatt sie zu schützen. Durch die Umkehrung und Zweckentfremdung der Materialien führt Schappert den Text in einen Zwischenbereich, halb noch Wort, halb schon Struktur. Um ihn zu erkennen, muss sich der Betrachter selbst im Raum positionieren und findet je nach Abstand und Blickrichtung viele Antworten. Unterschiedliche, teils farbige Lichtquellen ermöglichen viele Wahrnehmungsmomente. Die Erfahrung des Werkes wird so um die Zeit der Erfassung und damit um eine neue Dimension bereichert. Wer tatsächlich an dem Inhalt des Textes interessiert ist, erhält Antwort auf einer unter den Arbeiten aufgestellten Schallplatte mit der Aufnahme von Christels Lied „Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder" von Lilian Harvey aus dem Jahr 1931. Eben dieser Liedtext findet sich oben wieder. Einen Bezug zur Musik stellt aber auch das Material dar: Die Farbpigmente sind in Schellack gelöst, während auch die Schallplatte aus Schellack ist. Derartige Querverbin-dungen finden sich vielfach beim Gang durch die Ausstellung, nicht immer eröffnen sie sich auf den ersten Blick. Die genommene Zeit vervielfacht jedoch die Erfahrung. Jede Arbeit steht aber auch ohne die Entdeckung von Korres-pondenzen für sich. So erkennt der Betrachter in der Fensterarbeit zunächst die Worte LONELY oder LOVELY, bevor er wahrnimmt, dass das rote Licht der Installation mit den anderen Arbeiten kommuniziert.

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