| |
 Roland Schauls, "o.T"., nach Watteau | | |
Pressemitteilung
Karlsruhe, Dezember 2007
Roland Schauls
"Todsünden und andere Tugenden"
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Roland Schauls (*1953) beschäftigt sich in seinen Bildern mit Motiven der Traditions- bzw. Kunstgeschichte und bringt diese auf höchst originelle Art in Verbindung mit unserer modernen Lebenswelt.
Trotz seiner durchaus konventionellen Bildthemen - Figur, Landschaften und Interieurs, Stillleben - überrascht er in seinen Gemälden mit Brüchen wie der Darstellung verschiedener Perspektiven oder collagenhafter Staffelung, die die Imagination und Reflexion des Betrachters fordern. Auf diese Weise spielt Schauls ein künstlerisches und intellektuelles Spiel mit dem wahrnehmenden Auge und hinterfragt traditionelle Gestaltungsweisen und althergebrachte Sehgewohnheiten des Betrachters.
Durch dieses wesentliche Stilmittel seiner Kunst entstehen bewegte, spannungsgeladene Bilder, obgleich deren Ausdrucksstärke nicht zuletzt auf der für Schauls charakteristischen Farbigkeit und virtuosen Farbwirkung gründet.
Vor den leuchtenden Farbflächen des Hintergrundes erscheint - alleine stehend oder in Gruppen positioniert - die Schaulsche Bildfigur: Eine schmächtige Gestalt, die in ihrer Erscheinung und Haltung - den schmalen Schultern und den eng am Körper anliegenden Armen - an Jean-Antoine Watteaus Darstellung des Pierrot „Gilles" (1721) erinnert. Wie Watteau präsentiert auch Schauls seine Bildfigur zumeist isoliert, verletzlich und in sich gekehrt. Das Motiv der Exponiertheit der Einzelfigur, das Ausgeliefertsein gegenüber der Öffentlichkeit, findet seinen Ursprung in der christlichen Ikonographie des Mittelalters in der Figur des „ecce homo" - der dornengekrönte Christus, einsam und ohne Schutz vor der aufgebrachten Volksmasse. Schauls greift also bildliche Darstellungsformen der Kunstgeschichte auf, gestaltet sie aber um, indem er sie in ein gegenwärtiges Umfeld unserer Zeit einbettet.
Die zuweilen ironisierende Neuinterpretation und Umformung kunstgeschichtlicher Motive, das intensive, leuchtende Kolorit, die perspektivischen Brüche - all diese Elemente schaffen eine Spannung und Vielschichtigkeit in Schauls Arbeiten, die den Rezipienten fesseln und zu intensiver Betrachtung einladen.
Schauls wird seit 2003 von der GALERIE Supper vertreten. 1953 in Luxemburg geboren, lebt und Arbeitet er in Stuttgart und Luxemburg. Der Künstler studierte von 1974 bis 1982 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und zählt heute zu den wichtigsten Malern seiner Heimat. Seit 1979 präsentiert er sein Werk in Gruppen- und Einzelausstellungen, darunter auf der Biennale Sào Paulo/Brasilien, in der Galerie Clairefontaine/Luxemburg und jüngst in der Nationalgalerie Prag/Tschechien. Schauls Bilder sind von den großen Kunstmessen wie der Art Cologne oder der ARCO Madrid nicht mehr wegzudenken.
Vernissage: Samstag, 19. Januar 2008, 18.30 - 20.30 Uhr.
Einführung: Regina M. Fischer, Kunsthistorikerin
Ausstellungsdauer: 22. Januar bis 08. März 2008.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 14 - 19 Uhr, Samstag 12 - 16 Uhr und nach Vereinbahrung.
Galerienrundgang zur Art Karlsruhe: Samstag, 01. März 2008, 14.00 -18.00 Uhr.
Pressekontakt: Sirit Klinkhardt, Telefon und Fax: 00 49 - 721 - 5 69 55 77,
E-mail: klinkhardt@galeriesupper.de |