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 Sabine Christmann, „ohne Titel (Bohnenbild)“, 2008, Öl auf Leinwand, 70 x 140 cm | | |
Die Malerin Sabine Christmann könnte man auch als malende Regisseurin bezeichnen. Ein neutraler, meist weißer Raum und eine Glasplatte, auf der sich die Protagonisten spiegeln, genügt ihr als Bühne für ihre modernen und doch zeitlosen Stillleben. Die Künstlerin sieht ihre Arbeiten so:
"Die aufgebauten Gegenstände erlebe ich als Stellvertreter für Personen mit eigener Vergangenheit, die Beziehungen zueinander eingehen, Zueinanderrücken, Sich-Anlehnen, Vordrängen, Sich-Entziehen, Enge oder Geborgenheit innerhalb einer Gruppe, Einsamkeit in einem Raum, Ausgeliefert sein auf der Bühne, all das können die Situationen der realen Stillleben für mich ausdrücken.
Auf allen Bildern von Sabine Christmann sehen wir Gegenstände, die wir eigentlich nicht kaufen, die lediglich die von uns gekauften Dinge haltbar oder tragbar machen. Meist überdauern diese Verpackungen den ursprünglichen Inhalt. Wie für ein Familienfoto in kleinen Gruppen arrangiert, erzählen die Flaschen, Gläser, Dosen, Plastik- und Papiersäcke Geschichten und laden zur Spurensuche ein.
Obwohl eine der anderen ähnelt, ist jedes dieser Alltagsobjekte etwas anders. Falten, Knicke, Abschürfungen, Logos und aufgedruckte Worte zeigen Banalität aber auch Exklusivität. Sie zeigen ihre eigene individuelle Geschichte, nämlich all das, was sie schon hinter sich haben. Durch die sanfte Spiegelung bekommen die unspektakulären Alltagsgegenstände etwas leichtes, schwebendes und geheimnisvolles. Der Unterschied zwischen Sein und Schein scheint aufgehoben. Und doch, was sie sind, ist immer nur das, was wir in ihnen sehen: Zeitgenossen, die ihre Botschaften selbstbewusst ins Bild setzen. |