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Gruppenausstellung: Sieben Frauen – Sieben Sünden / Seven Women – Seven Sins – Videoprojekt (vorbei)

13 November 2004 bis 21 November 2004
  Sieben Frauen – Sieben Sünden / Seven Women – Seven Sins – Videoprojekt
Helke Sander, "Völlerei?", 1986, Filmstill.
Courtesy Helke Sander
 
  Galerie im Taxispalais

Galerie im Taxispalais
Maria Theresien Straße 45
6020 Innsbruck
Österreich (Stadtplan)

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Sieben Frauen - Sieben Sünden / Seven Women - Seven Sins

Chantal Akerman, Maxi Cohen, VALIE EXPORT, Laurence Gavron, Bette Gordon, Ulrike Ottinger, Helke Sander


13. - 21. November 2004

Eröffnung: Freitag, 12. November 2004, 19 Uhr
Eröffnung durch Landesrätin Dr. Elisabeth Zanon, Kulturreferentin des Landes Tirol Zur Ausstellung spricht Prof. VALIE EXPORT, Künstlerin und Filmemacherin, seit 1995 Professorin für Multimedia-Performance an der Kunsthochschule für Medien, Köln

Pressegespräch: Freitag, 12. November, 10 Uhr

Das Filmprojekt Sieben Frauen - Sieben Sünden / Seven Women - Seven Sins wurde 1986 vom ZDF in Auftrag gegeben. Sieben Filmemacherinnen produzierten jeweils einen kurzen Film zu einer der Todsünden:

Stolz Ulrike Ottinger, Superbia - Der Stolz, 1986 (D), 35mm, Farbe, Ton, 15' 55''
Völlerei Helke Sander, Völlerei - Völlerei? Füttern!, 1986 (D), 16mm, Farbe, Ton, 12' 56''
Faulheit Chantal Akerman, Portrait d'une paresseuse, 1986 (B/D), 35mm, Farbe, Ton, 7' 45''
Geiz Bette Gordon, Greed - Pay to Play, 1987 (USA), 16mm, Farbe, Ton, 18' 46''
Zorn Maxi Cohen, Anger, 1986 (USA), 16mm, Farbe, Ton, 19' 43''
Neid Laurence Gavron, Il Maestro, 1986 (F), 16mm, Farbe, Ton, 14' 42''
Wollust VALIE EXPORT, Ein perfektes Paar oder Die Unzucht wechselt ihre Haut, 1986 (A), Video, Farbe, Ton, 13' 25''

Sieben Frauen - Sieben Sünden / Seven Women - Seven Sins bietet sehr unterschiedliche Antworten auf die Frage, welche Bedeutungen "so etwas Unzeitgemäßes wie eine Todsünde" (Helke Sander) heutzutage haben kann.

Der erste Beitrag, Superbia - Der Stolz von Ulrike Ottinger, ist der Hoffart gewidmet, die als erste der christlich-mittelalterlichen Todsünden und als Wurzel aller übrigen galt. Der Triumphzug der Superbia zieht langsam an der Kamera vorbei, zu sehen sind u. a. Gestalten mit Drachen- und Pfauenleibern, Giraffenköpfen, Panzern und Peitschen. Superbia, schrieb der Filmkritiker Andreas KiIb in der Wochenzeitung DIE ZEIT, "fährt zu ihrer ,Hochzeit mit der Welt'. Eine Bluthochzeit: im Parallelschnitt sieht man Polizei und Militär marschieren, Bombenkrachen vermischt sich mit Feuerwerksgeknall, Parademusik mit Buschtrommeln. ,Superbia', Stolz, ist ein männlicher Wahn."

Die zweite Episode, Völlerei - Völlerei? Füttern! von Helke Sander verkehrt die Völlerei in ihr Gegenteil: den Zwang zu füttern. In Sanders Neuinterpretation des biblischen Sündenfalls rennt Eva dem Adam hinterher, "sie möchte ihm klar machen, dass nichts BÖSES daran ist, den Apfel zu essen. Sie VERSTEHT ADAMS Ablehnung nicht. Sie versteht sie bis heute nicht. Und läuft ihm darum bis heute mit ihren Äpfeln hinterher." (Dörte Haak / Helke Sander)

Mit der Trägheit beschäftigt sich Chantal Akerman. Um Filme zu machen, muss man aufstehen, sich anziehen und sich waschen. In Portrait d´une paresseuse sieht man die Filmemacherin selbst bei ihren Schwierigkeiten, ihre Faulheit zu überwinden. Begleitet wird der Film von Sonia Wieder-Atherton am Cello.

Bette Gordons Film Greed: Pay To Play schildert die Geschichte eines Zimmermädchens in New York. Jeden Tag spielt es Lotto und hofft, auf diesem Weg eines Tages dem öden Arbeitsalltag in einem Luxushotel entkommen zu können. Als eine besonders herablassende Kundin im Waschraum versehentlich sein Lotterielos ruiniert, das der Überzeugung des Zimmermädchens nach sicher gewinnen wird, setzt es einen entscheidenden Schritt.

In Maxi Cohens Film Anger, Zorn, sind verschiedene Personen zu sehen, die sehr persönlich und eindrücklich schildern, was ihren Zorn hervorruft. Cohen hatte zuvor in der New Yorker Wochenzeitung The Village Voice eine Anzeige aufgegeben mit dem Wortlaut "Angry? What makes you angry?" Gemeinsam ist den unterschiedlichen Erzählungen ein Gefühl der Machtlosigkeit und Entfremdung von der Gesellschaft.

Ein Dirigent, Il Maestro, steht im Mittelpunkt der Episode von Laurence Gavron über den Neid. Die Kunst und das Talent des Dirigenten, Musik lebendig werden zu lassen, weckt den Neid seines Neffen, der ihm nacheifert. Schließlich tötet dieser den alten Meister, um selbst die Bühne betreten zu können und die Magie der Musik entstehen zu lassen - oder es zumindest zu versuchen.

Die Wollust in ihrer modernen Form ist das Thema des Videos Ein Perfektes Paar oder die Unzucht wechselt ihre Haut von VALIE EXPORT. Während früher der Verkauf nackter Haut als unkeusch galt, inszeniert EXPORT die mit Werbezeichen besetzte Haut - am deutlichsten erkennbar bei Sportstars - als neue Form der Unzucht. "Ich sehe diesen Film in der Fortsetzung meiner bisherigen Beschäftigung mit dem Körper als Träger sozialer Codierung", schreibt sie. "War es bisher die Religion, die den Frauen/Männern die Haltung diktierte, die sich auch in ihrer Körpererscheinung ausdrückte, so ist es jetzt die Wirtschaft, die diese Rolle übernommen hat."

Filmgespräch Sieben Frauen - Sieben Sünden
Samstag, 20. November 2004, 17 Uhr
Diskussion: Prof. Gertrud Koch, Ulrike Ottinger, Prof. Helke Sander
(Innsbrucker Premierentage, 19. / 20. November 2004)

Im Rahmen des vom MUSEION - Museo d'Arte Moderna / Museum Moderner Kunst in Bozen initiierten Ausstellungsthemas "Die sieben Todsünden".

Kofinanziert aus den Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung / Interreg III.

Informationen:
Mag. Astrid Gostner, Presse und Öffentlichkeit
Dr. Silvia Eiblmayr, Leitung

Bitte beachten Sie unsere Website: www.galerieimtaxispalais.at

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