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Gruppenausstellung: Silent Screams – Difficult Dreams (vorbei)

16 November 2003 bis 10 Januar 2004
  Silent Screams – Difficult Dreams
Sophie Calle, "Dream Wedding" from "Les Autobiographies", 2000, Photography and Text on aluminium, 120 x 180 cm and 50 x 50 cm
 
  ARNDT

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Mit Arbeiten von Louise Bourgeois, Sophie Calle, Mathilde ter Heijne, Maria Marshall and Susan Turcot

Die Gruppenausstellung "Silent Screams Difficult Dreams" zeigt eine Auswahl von Werken fünf internationaler Künstlerinnen, die ambivalente, oftmals beunruhigende Erinnerungs- und Vorstellungswelten offen legen, indem sie sich an den Grenzen von Traum und Realität, von Unterbewusstsein und gesellschaftlicher Norm, von Verstand und Intuition, von Ohnmacht und Protest bewegen.

Die Niederländerin Mathilde ter Heijne nähert sich in ihrer Arbeit `F.F.A.L. #1, #2, #3´ (Fake Female Artist Life #1, #2, #3) den Konflikten dreier fiktiver Frauen auf der Suche nach der eigenen Identität. Sie lässt die drei Künstlerpersönlichkeiten - Romanfiguren verschiedener Autoren - in einem neuen Kontext erstehen, indem sie deren Identitäten auf lebensgroße Doubles von sich projiziert. Die drei Malerinnen teilten, in unterschiedlichen Kulturen und Epochen lebend, das Schicksal, Künstlerin und Frau zu sein. Indem ter Heijne die Lebensgeschichten der Malerinnen zu sich selbst in Bezug setzt, thematisiert sie einerseits die gesellschaftliche Bedeutung der Frau und Künstlerin in unterschiedlichen Zeiten und Kulturen, andererseits untersucht sie das Verhältnis von Fiktion und Realität.

Auch die französische Konzeptkünstlerin Sophie Calle lässt bei der Spurensuche des eigenen Ichs die Kategorien Wirklichkeit und Erfindung ineinander übergehen. Die Arbeiten der Serie `Les Autobiographies´ sind beides zugleich. Einerseits besitzen sie, wie alle ihre Arbeiten, einen engen Bezug zu ihrer Lebensgeschichte, andererseits werden die Erinnerungen so inszeniert, dass sie zwangsläufig zur Fiktion werden. In der von der geplanten, aber niemals stattgefundenen Hochzeit Calles erzählenden Arbeit `Dream Wedding´ findet die Inszenierung auf mehreren Ebenen statt: in der narrativen Darstellung der Erinnerung - oder des Traumes? - mittels Fotografie und Text, in der Verkleidung als Braut und zuletzt auf der Ebene der Nachempfindung einer Hochzeit in Kriegszeiten. Selbsterkenntnis ist hier gleichgesetzt mit Selbstschöpfung.

Im Gegensatz zu Sophie Calle, nimmt die englische Filmemacherin Maria Marshall in ihren aufwendig inszenierten, geloopten Videos niemals explizit Bezug zu ihrer eigenen Biografie. Auch wenn die Protagonisten ihrer aufwühlenden, traumartigen Szenen fast ausschließlich von ihren eigenen Söhnen oder von ihr selbst gespielt werden, gehen die darin zum Ausdruck gebrachten Erfahrungen und Ängste weit über persönliche Erinnerungen hinaus und diskutieren universale Themen der Mutterschaft, des Kindseins, der Sozialisierung und der Welterfahrung.

Die Orientierung nach Innen, psychoanalytische Aspekte und das Unterbewusstsein nehmen auch in den Arbeiten Louise Bourgeois' breiten Raum ein. In kleinformatigen Zeichnungen, verarbeitet sie geradezu traumatische Erlebnisse aus ihrer Kindheit, Verlust- und Existenzängste, ohne dabei je ins Illustrative oder Anekdotenhafte abzugleiten. Die Auswahl der hier gezeigten Arbeiten lässt das breite Spektrum des grafischen Oeuvres erahnen, das von gegenständlichen Zeichnungen über metaphorische Mutationen von Architekturen oder Personendarstellungen bis hin zu abstrakten Zeichnungen reicht. Spannungsreich wechseln sich obsessive Strichsetzung, lockere gestische Linienführung und geometrische Präzision ab.

Die Arbeiten der Kanadierin Susan Turcot sind ebenfalls geprägt durch den Rückgriff auf die Intuition, und ihr Sinngehalt erschöpft sich zu einem großen Teil im Zeichenprozess. Einerseits setzt sie sich in ihrer Serie `Divided Subjects´ gegenständlich mit weltpolitischen Themen auseinander, andererseits geht es ihr aber immer auch um die Brechung der Realität im grafischen Akt, indem ihre zeichnende Hand Synthese leistet zwischen äußerlicher Wirklichkeit, analysierendem Verstand und innerem Ausdruck jenseits der Sprache. Die minutiös ausgearbeiteten, gegenständlichen Zeichnungen werden in einem zweiten Schritt regelrecht attackiert - wie in einem explosionsartigem Ausbruch des Unterbewusstseins oder einem Gefühl des inneren Protests.

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