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Einzelausstellung: soft, slow & sweaty (once upon a time) (vorbei)

2 Oktober 2010 bis 30 Oktober 2010
  soft, slow & sweaty (once upon a time)
Bella Angora, Serie "Fingerln", Bleistift auf Papier, Format 40 x 29 cm, 2010.
 
  Galerie Lisi Hämmerle

Galerie Lisi Hämmerle
Anton-Schneiderstr. 4a
6900 Bregenz
Österreich (Stadtplan)

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tel +43 (0)664 - 528 82 39
www.galerie-lisihaemmerle.at


„soft, slow & sweaty“
(once upon a time)

Projektbeschreibung
Im Rahmen meiner letzten Projekte „I refuse to battle“ und „stAR.T“ setzte ich mich primär mit diversen Konzepten in Bezug auf Rivalität, Powerplay, Eifersucht, Wettkampfdenken und egoistische Ambitionen – einerseits in Relation zu inem Kunstmarkt, wo diesbezügliche Konzepte als grundsätzlicher Bestandteil von sozialen Strukturen und Mustern ständig präsent sind, weiters aber auch in Hinblick auf globale Gesellschaftsstrukturen – auseinander. Zentraler Punkt war hierbei die Verweigerung des Kampfes, respektive das Ausloten von neuen lebbaren Strukturen, welche in Hinblick auf alternative Lebensführungen neue Optionen eröffnen können.

„soft, slow & sweaty“ beschäftigt sich nun in detaillierter Form mit den individuellen psychologischen Reaktionen auf eine Kampfverweigerung. Was bleibt nach Beendigung des Kampfes? Wie kann dieser Prozess in unserer stark kampforientierten Gesellschaft als konstruktiv statt resignativ erlebt werden?

Im Besonderen wird hierbei der Faktor Zeit untersucht. Bei „soft, slow & sweaty“ wird mit dem ´Abschalten des Kampfes gewissermassen die Zeit abgedreht, es entstehen Zeitfenster in welchen ein ´Sein zwischen den Zeiten` möglich wird. Gleichzeitig bildet sich ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, der Augenblick wird Ausgangspunkt für eine neue Qualitätsebene des eigenen Seins.

Das Empfinden einer permanent knapper werdenden, schneller laufenden Zeit beeinflusst unsere Lebensführung und nimmt zunehmend Einfluss auf psychische und physische Befindlichkeiten. Wie wird Zeitdruck erlebt und wie kann diesem entgegengesteuert werden? Wie wirkt sich ein plötzliches Zeit haben auf unsere Psyche aus? Wie kann in unserer Zei t Leistung erbracht werden ohne immer wieder aufgrund von Zeitknappheit die eigenen Grenzen der Belastbarkeit überschreiten zu müssen?

„soft, slow and sweaty“ kann gewissermassen auch als Plädoyer dafür gesehen werden, den Dingen auf respektvolle Weise „ihre Zeit“ zu geben und die Akzeptanz dessen, dass gewisse Prozesse Zeit benötigen, was für mich auch insbesondere in Hinblick auf kreatives/künstlerisches Schaffen von Bedeutung ist. Dem harten, schnellen, kämpferischen Voranpreschen wird sozusagen ein sanftes, langsames Prinzip entgegengesetzt, welches dennoch durchaus Effektivität und Entwicklung impliziert.

Die eigentliche Relativität von Zeit(en), die Vergänglichkeit von allem, das Sterben und das Verblassen von zeitlich verankerten Erlebnissen ist ein weiterer Themenschwerpunkt des Projektes. Diverse Zeitempfindungen sind etwas subjektiv Erlebbares und befinden sich in permanenter Interaktion mit der jeweiligen psychischen Verfassung eines Individuums. Die Zeit hat einen gewaltigen Einfluss auf unsere Befindlichkeiten, was wiederum ein wichtiges Faktum in Hinsicht auf gesellschaftliche Entwicklungen darstellt. Insofern stelle ich im Rahmen von „soft, slow and sweaty“ auch die Frage, inwiefern die Zeit kämpferische Faktoren zu beeinflussen vermag.

Ausführung:
Den Ausgangspunkt des Projektes bildet eine mixed media-Performance die sich formal an der klassischen Erzählstruktur eines Märchen (once upon a time) orientiert. Märchen spielen sich immer in der Vergangenheit ab, sind gewissermassen stark von der Gegenwart entrückt und ihre oftmals moralisierenden Inhalte sind zwar in einer längst vergangenen Epoche angesiedelt und dienen dennoch auf subtile Weise als Masstab für Bewertungen von menschlichem Handeln. Mittels filmischer, akkustischer und literarischer Elemente, angereichert durch performative Szenerien und eigens komponierte Livemusik kreiere ich ein bewusst grotesk wirkendes Gesamtbild, welches als weiteren Grundton das Brechen eines moralischen Wertesystemen beinhaltet. Gesungene Statements verpackt in überkitschte Popsongs treffen auf märchenhaft anmutende visuelle Umsetzungen basierend auf Videosequenzen, welche interaktiv in den gesamten Ablauf der geloopten Performance eingebaut werden. Unterschiedliche Ablaufrichtungen und -geschwindigkeiten, plötzlich Unterbrechungen und sprunghafte Szenenwechsel ereignen sich jeweils synchron durch Videoprojektionen und Performer - die oben erwähnte Thematik wird auf durchaus humorvolle, teils chaotische Art und Weise unter Bezugnahme von klassischen „Gut/Böse-Märchenfiguren“ aufgearbeitet.

Eine eigens für die Performance entwickelte Rauminstallation bildet den Rahmen für das audio-visuelle Werk. Den zentralen Part stellt eine Wand dar, in welche optische Verkleinerungslinsen eingearbeitet werden. Der/die BetrachterIn erhält ausschliesslich durch die Linsen Einblick auf das performative Geschehen. Durch die unterschiedlichen Grössen der Linsen verändern sich die jeweiligen Grössenverhältnisse – die Performance wirkt somit durch jede Linse unterschiedlich – jede Linse erzeugt ein eigenes Bild mit variierenden Dimensionen. Die Liveperformance wird gefilmt und mit Sequenzen des während der Performance verwendeten Video- und Soundmaterials quergeschnitten. Dieses Video wird für die Dauer der Ausstellung durch die Linsenwand zu sehen sein.

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