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Einzelausstellung: Stephan Balkenhol (vorbei)

12 Januar 2013 bis 29 März 2013
  Stephan Balkenhol
Stephan Balkenhol
 
  Jochen Hempel Leipzig

Jochen Hempel Leipzig
Spinnereistr. 7 (Halle 4)
D-04179 Leipzig
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)341 - 960 00 54
www.jochenhempel.com


Stephan Balkenhol (*1957 in Fritzlar/Deutschland, lebt und arbeitet in Karlsruhe, Berlin und Meisenthal, Frankreich) zählt zu den international renommiertesten deutschen Bildhauern.

Stephan Balkenhols grob behauene, polychrome Holzskulpturen und -reliefs von Menschen oder Tieren, auch Hybriden und Architekturen sind sein Markenzeichen. Er schlägt seine Figuren - bald überlebensgrosse, bald zwergartige Männer-, Frauen- und Tierfiguren, Köpfe und Mischwesen aus Mensch und Tier - mit Beitel und Holzhammer unmittelbar aus einem halben oder einem Viertel Baumstamm (meist Pappelholz) heraus. Dabei ist der Sockel mit den Figuren untrennbar verbunden. Werkzeugspuren, Ast-Ansätze, Schrunden, Splitter und Risse bleiben sichtbar und verweisen auf den bildhauerischen Arbeitsprozess. Dennoch entsteht durch die Bemalung, Konturenführung und Haltung ein sehr realistischer Eindruck. Balkenhol entwickelt Grundtypen, die er vielfältig variiert und sie einzeln oder in Gruppen aufstellt. Es sind Männer und Frauen, aber auch Tiere, die nichts von sich preisgeben, nichts erzählen und nichts repräsentieren. Sie sind unscheinbar, alterslos und schwer greifbar; stellen keine Emotionen zur Schau und bleiben seltsam abwesend. Sie sind einfach da, still in sich ruhend, blicken schein- bar ins Leere; sind immer gleich und immer wieder neu. In ihrer rätselhaften, namenlosen Zeitlosigkeit erscheinen sie persönlich und anonym zugleich. Durch die weitgehende Rücknahme einer psychologisierenden Dimension schälen sich archetypische Verhaltensmuster menschlicher Existenz und Empfindungen heraus. Daher sind Balkenhols Figuren immer auch ein Spiegel, der die Gefühle, Wünsche und Hoffnungen des Betrachters reflektieren kann. Dies zeigt sich besonders bei den Skulpturen im öffentlichen Raum. Denn mit der Inthronisierung des namenlos Menschlichen wird die Tradition des Monuments konterkariert, indem Balkenhol nicht Herrscher, Helden oder Denker ehrt, sondern das Durchschnittliche, Banale und Anonyme zelebriert. Gleichzeitig gelingt es dem Künstler mit dieser Geste die grosse Form virtuos zu meistern.

Ohne jegliches Kennzeichen von subjektiver Befindlichkeit und frei von soziologischen und sozialkritischen Bezügen wirken die Figuren allein aus ihrer Präsenz, deren Unbestimmbarkeit ein existenzielles Lebensgefühl des heutigen Menschen sichtbar macht. Für diese Ausstellung hat Stephan Balkenhol ein neues Ensemble von Skulpturen erarbeitet.

[Text: Dominique von Burg]

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