Language and login selector start
Language and login selector end

Einzelausstellung: Susanne Hofer - Komm! Ins Offene, Freund! (vorbei)

19 November 2011 bis 23 Dezember 2011
  Susanne Hofer - Komm! Ins Offene, Freund!
(c) Susanne Hofer, Serie Mikrodramen, Paradise Club, 2011, Ed 3, Video
 
  CHRISTINGER DE MAYO

CHRISTINGER DE MAYO
Ankerstrasse 24
CH-8004 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

E-Mail senden
tel +41 (0)44 - 252 08 08
www.christingerdemayo.com


«Komm! ins Offene, Freund! zwar glänzt ein Weniges heute
nur herunter und eng schliesset der Himmel uns ein.»
Friedrich Hölderlin

Dort, wo einmal Balkontür und Fenster waren, gähnt ein Loch, zieht unseren Blick hinaus ins Freie, ins flirrende Grün, und wir fragen uns, ob die Natur mit ihrer Rückeroberung begonnen hat. Das Bild ist gleichzeitig Plakat und Projektionsfläche, Aufführungsort und Kulisse.

In ihrer ersten Solo Show bei Christinger De Mayo verweist Susanne Hofer (*1970) auf die Tradition des absurden Theaters, wie Samuel Beckett und Eugène Ionesco es geprägt haben.
Ein Theaterscheinwerfer geistert über die Wand und beleuchtet nichts als scheinbare und tatsächliche Risse in der Wand des White Cube. In der Nacht erwacht ein Schneegestöber - das sich letztlich als aufgewirbelter Staub vor der Projektorlinse entpuppt. Hölderlin zieht nach Ostberlin, lockt von dort ins Freie, und auf kleinen Monitoren tun sich seltsame Dinge.

Wolfgang Bauers Mikrodramen (1962/63) gelten zu Recht als nicht auf der Bühne realisierbare Stücke. Auf weniger als drei Seiten lässt der österreichische Dramatiker zum Beispiel mehr als tausend Apachen über die Bühne reiten oder alle Stücke von Richard Wagner Revue passieren.
Susanne Hofer kombiniert in ihren Mikrodramen Absichten von Bauer und dessen Vorreiter, etwa Beckett und Ionesco, und erweitert sie mit dem Medium Video. Auf den einzelnen Monitoren geschieht auf den ersten Blick nicht viel: Türen schlagen zu, ein Schatten bewegt sich der Strasse entlang, eine Wolke schwebt aus einem Fenster. Kleine Begebenheiten, wie nebenbei mit der Kamera eingefangen, deren poetische Absurdität erst mit einigen Sekunden Verspätung beim Betrachter anklingt.

Die eigentlichen Mikrodramen spielen sich in den Köpfen der Betrachtenden ab. Die kleinen Sequenzen entfalten ein Echo, eine Art Rückkoppelungseffekt, der Bilder in Gedanken und wiederum in Bilder transformiert. Susanne Hofers Mikrodramen werden zu subjektiv gefärbten Mikro-Universen und die Ausstellung zu einer Bühne des nicht zwingend Möglichen.

Susanne Hofer:
Geboren 1970 in Luzern. 1995 Abschluss an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern. Verschiedene Einzelund Gruppenausstellungen, u.a. Kunstmuseum Luzern, Substitut, Berlin, Kunstmuseum Langenthal, Helmhaus Zürich, Café Gallery London, ZKM Karlsruhe. Susanne Hofer lebt und arbeitet in Zürich.

Vernissage: Freitag 18. November, 18-20 h
Die Künstlerin ist am Vernissageabend anwesend.

  • ArtFacts.Net - Ihr erfahrener Kunst-Dienstleister

    Seit dem Start in 2001 hat ArtFacts.Net™ in Zusammenarbeit mit internationalen Kunstmessen, Galerien, Museen und Künstlern eine anspruchsvolle Künstlerdatenbank entwickelt.