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Einzelausstellung: SUSANNE WENGER ....along the banks of a sacred african river (vorbei)

25 April 2001 bis 27 Mai 2001
 
 
  Galerie 422

Galerie 422
An der Traunbrücke 9 - 11
4810 Gmunden
Österreich (Stadtplan)

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tel +43-(0)7612-62 668
www.galerie422.at


Zeichnungen und andere Arbeiten 1960 – 2000

Sie lebt seit mehr als fünfzig Jahren in Afrika. Susanne Wengers Gesamtkunstwerk, die berühmten "sacred groves of oshogbo", ihre Bedeutung als Malerin, Architektin, Bildhauerin, Schützerin der gefährdeten Bäume des Regenwaldes, spirituelle Wandlerin zwischen den Kulturen, emanzipierte, mutige Frau und Künstlerin kurz zu charakterisieren ist fast unmöglich. Trotz großer, internationaler Anerkennung ist sie noch immer ein "infant terrible" der Kunstszene. Zu ferne ist ihr "Leben als Kunstwerk" allen gängigen Einordnungen. Trotz der Medienpräsenz durch zahlreiche Filmdokumentationen, der Bücher und der oft als exotische Sensation aufgemachten Journalberichte ist sie so etwas wie eine große Unbekannte geblieben. Das ihr Leben und ihre Kunst aber auch "politischen" Einfluß genommen hat, zeigte ihr Engagement gegen die Unterdrückung zwischen 1938 und 1945 (z.Z. Ausstellung "Moderne in dunkler Zeit" Neue Galerie Graz) und für die nigerianische Unabhängigkeitsbewegung nach 1960 (z.Z. Dokumentamacher Envezor´s "the short century" München, Berlin, Chicago). 1985 fand bereits im Künstlerhaus Wien/Nö-Art Galerie eine Retrospektive statt, die Susanne Wengers Werk in ihrem siebzigsten Lebensjahr nach Wien brachte. Es folgten Ausstellungen in Graz, Prag, Bayreuth, Wien und die große Retrospektive 1995 in der Kunsthalle Krems.
"Icons of great sadness" – nennt Susanne Wenger die 1915 in Graz geborene Künstlerin, ihren extrem konzentrierten Zyklus kleiner Ölbilder und spricht damit von der großen Traurigkeit die ihr "Mitleid" mit den leidenden Kreaturen im Zwischenbereich (Bardo) – Leben und Tod – zum Thema nimmt. Im gewissen Sinn steckt in diesen Bildern das gesamte Credo der Künstlerin. Im zeichnerischen Werk der letzten Jahre, in den osmotischen Büchern und in Zeichnungen mit den eingeschriebenen Meditationsworten erreicht ihre Konzentration auf das Wesentliche einen neuen Höhepunkt.
Susanne Wenger studierte in Graz, ab 1933 in Wien u. a. bei Herbert Boeckl, verkehrte in den Kreisen um Fritz Wotruba und war befreundet mit Hans Fruhmann. 1946 ist sie Mitbegründerin des legendären Wiener "Art-Clubs", verläßt 1949 Wien und geht nach Paris. Seit 1950 lebt und arbeitet sie in Nigeria, in der Yorubastadt Oshogbo seit 1960. Wichtig war ihre Rolle für zahlreiche junge Künstler in Nigeria und ihre Initiation in die traditionelle Yorubareligion.
Sie hat in ihr gesamtkünstlerisches Schaffen viele Kunsttechniken eingebracht, miteinander verwoben und zu einem Ganzen verbunden. Vom Kampf für die Erhaltung der Regenwald-Baumriesen, die Erhaltung der religiösen Tradition der Yoruba ausgehend, immer ihrer Lebens-Philosophie der "Einbezogenheit" treu, begann und mündet alles in ihrem großen Hauptwerk: dem gigantischen Architektur – Skulptur – Natur Gesamtkunstwerk in den "SACRED GROVES von OSHOGBO", mit der Konzeption "New Sacred Art", der unentflechtbaren Integration von Yorubahandwerkern und –künstlern in das große Werk an den Ufern des Oshun River. Susanne Wenger: "Unsere Projekte sind vielleicht ... winzige Blätter am Baum des Lebens – dem Logos geweiht – der das sakrale Zentrum des Universums und die Quelle allen Lebens ist."

Wolfgang Denk

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