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Einzelausstellung: Susanne Zouyène - Fotographie (vorbei)

26 August 2000 bis 23 September 2000
  Susanne Zouyène - Fotographie
Susanne Zouyène, o.T. (Detail),
aus der Reihe:Portraits, 1999,
Fotografie s/w, 30x40 cm
 
  Galerie Jarmuschek+Partner

Galerie Jarmuschek+Partner
Halle am Wasser - Invalidenstrasse 50/51
10557 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 28 59 90 70
www.jarmuschek.de


Susanne Zouyène
Photographie
26. August - 23. September 2000
Vernissage: 25. August 2000, 19.00 Uhr

Susanne Zouyène stellt in der Galerie Jarmuschek und Partner Teile aus drei Photographie - Zyklen vor. Diese scheinen nur auf den ersten Blick disparat, werden untereinander jedoch durch die allen gemeinsame Frage nach der Wirklichkeit der Bilder zusammengehalten.
Die Photographien des ersten Zyklus sind „Portraits“ von Photoapparaten aus fast 150 Jahren. Diese wurden mit einer selbstgebauten Camera Obscura aufgenommen, wie sie schon von Leonardo da Vinci benutzt wurde. Die durch eine Lochblende an der Vorderseite einfallenden Lichtstrahlen erzeugen auf der inneren Rückwand ein kopfstehendes, seitenverkehrtes Bild. Dort befindet sich ein lichtempfindliches Photopapier, welches direkt belichtet wird. Das Bild in der Außenwelt wird als „Negativ“ abgebildet, d.h., dunkle Flächen werden im Abbild hell und umgekehrt. Dieses Bild ist nicht reproduzierbar, sondern Unikat.

Eine Portrait-Galerie - die Portraitierten blicken den Betrachter mit ihren Objektiv-Augen an. Die portraitierten Photoapparate stehen zum Teil mit ihren Stativ-Beinen „breitbeinig“ da. Eine Perspektivverschiebung, da die Portraitierenden selbst zu Portraitierten geworden sind.
Das Licht fährt an ihren „Körpern“ entlang, beschreibt ihre „Gesichter“ mit den weitgeöffneten Augen der Linsen und zeichnet die scharf ausgeschnittene Silhouette auf den dahinterliegenden Wänden.
Jeder einzelne Apparat scheint sich in bestimmte Posen zu werfen. Der eine wird frontal gezeigt, andere wieder in verschiedenen Abstufungen des Profils. Indem das Licht, das in die Camera Obscura fällt, je nach Intensität die Photoapparate teils über eine Stunde lang und plastisch modelliert, scheinen diese belebt und mit bestimmten menschlichen Charakteren vergleichbar.
Die Camera Obscura als „Urahnin“ der Photoapparate erstellt gleichsam eine Portraitgalerie ihrer Enkel und Urenkel. Die Grande Dame läßt dabei nicht das „Techno-girl“ der Familie, die Lomo-Kamera, aus. Deren Sucht nach Geschwindigkeit und Bildern - immerhin vier fast gleichzeitig - ohne sich je für ein Bild aus den wie bewußtlos geschossenen Reihen entscheiden zu können, sind für die Camera Obscura nicht mehr nachvollziehbar.

Der Photoapparat erfüllt zum einen seine Aufgabe, wie jedes „Werkzeug“ des Menschen als Verlängerung und Verbesserung eines Organs, zu dienen. Die Kamera reißt hier als „Seh-Maschine“ Bilder aus dem Strom, die das bloße Auge so nicht wahrnehmen könnte, obwohl dieser Fluß vor unseren Augen abläuft.
Am entgegengesetzten Ende der Zeit- und Geschwindigkeitsskala der Camera Obscura lösen diese ultraschnellen Photographien das einzige Versprechen ein, das die Photographie gegeben hat: Nicht die Realität abzubilden, sondern das Dahinter und das Dazwischen der Bilder für den Menschen sichtbar werden zu lassen.

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