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Einzelausstellung: TAIJI MATSUE - Landscapes / Cityscapes (vorbei)

31 Mai 2003 bis 16 August 2003
  TAIJI MATSUE - <i>Landscapes / Cityscapes</i>
Fotos: "Cityscapes", 2001-2002, s/w-Fotos, 44 x 55 cm
 
www.lagalerie.de L.A. Galerie – Lothar Albrecht

L.A. Galerie – Lothar Albrecht
Domstraße 6
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)69-28 86 87
www.lagalerie.de


Die Eröffnung der Ausstellung ist am Samstag. den 3 1. Mai von 11 - 16 Uhr. Der Künstler ist anwesend.

Im Frühjahr 2001 wurden zum ersten Mal Photographien von Taiji Matsue in der L.A. Galerie gezeigt. Dies war die erste Einzelausstellung des Künstlers außerhalb Japans. Matsue hatte sich über einen langen Zeitraum mit Landschaftsaufnahmen beschäftigt. Riesen führten ihn nach Asien, Europa, Afrika und Amerika. Die Bilder, die auf diesen Reisen entstanden - oft schroffe, mit Wald oder spärlichem Gebüsch bewachsene Berghänge, scheinbar weitab von jeglicher Zivilisation - sind in gewisser Weise Zeugnisse einer Suche.

In dieser Ausstellung stehen neben Matsues wilden Berglandschaften einige seiner neuen Arbeiten: Stadtlandschaften, Blicke über Häusermeere und in Straßendschungel. Die Formate sind gleich geblieben, alle Arbeiten haben die Maße 41 x 55 cm und sind wiederum als Serie angelegt. Auch das kompositorische Verfahren, das Matsue an den Gebirgslandschaften entwickelt hat, wird weiter angewendet: Die Ausschnitte sind immer ohne Horizont. Wie zuvor Felslandschaft und Vegetation, sind es nun Häuser und Straßen, die die Bildfläche vollständig bedecken.

Das traditionelle westliche Landschaftsbild (sei es gemalt oder photographiert) versucht, meist durch eine zentralperspektivische Komposition mit Vorder-, Mittel- und Hintergrund sowie einer Horizontlinie, illusionistisch den Eindruck von Räumlichkeit zu erzeugen. Anders in Matsues Bildern: Die Landschaft verliert jede Tiefe und baut sich in einer Ebene auf; Raum verwandelt sich in Fläche. Es entsteht der Eindruck, die Landschaft - oder die Stadt - könne sich jenseits der Bildgrenzen unendlich in ähnlicher Weise fortsetzen. In Matsues Bildern gibt es keine Hierarchie der Gegenstände, keine kompositorischen Anhaltspunkte, die irgendetwas ästhetisch besonders hervorheben oder zum Betrachter in Beziehung setzen würden.

Diese inszenierte Objektivität resultiert aus Matsues photographischen Verfahren. Seine Aufnahmen sind an jeder Stelle scharf und sie enthalten eine Fülle von Details. Durch den hohen Grad der Schärfe und die unendlich differenzierten Grauwerte wird eine große Genauigkeit erreicht: Alles auf dem Bild kann erkannt und benannt werden. Auch das Licht in Matsues Bildern ist "objektiv": Kein dramatisches Licht- und Schattenspiel steigert die Wirkung, das Licht bescheint vielmehr gleichmäßig jedes noch so kleine Detail.

Die Bilder, ihre Titel nennen immer die Länder (oder Städte) die aufgenommen wurden, haben den Charakter einer Recherche über die Struktur der Oberfläche der Erde. Die Geröllfelder, die felsigen Berghänge mit ihrer Vegetation, die Wälder, scheinen bestimmten komplizierten Mustern zu folgen. Auch bei den Städten interessiert Matsue weniger das Geplante, sondern

das nach geheimnisvollen Gesetzen Gewachsene. Zugleich ist sein Werk eine Reflexion über das Medium der Photographie. Nur die Photographie ermöglicht es, zugleich einen Überblick über eine Landschaft zu geben und in einer Schärfe Details erkennbar zu machen, die wir mit bloßem Auge kaum sehen könnten. Auch das Nebeneinander der Landschaften und Städte verschiedener Kontinente wie in einer wissenschaftlichen Versuchsreihe wird erst möglich durch die Photographie. Die Projektion in die Fläche ist ein weiterer Aspekt, der den Kunstcharakter der Bilder steigert.

Sucht man nach kunsthistorischen Vorbildern für Matsues Art zu sehen, dann sind wohl die japanischen Tuschezeichnungen zu nennen: Auf hochformatigen Papierrollen finden sich die Schichtung aller Elemente der Landschaft ebenso wieder, wie die virtuose Abstufung der Grauwerte. Unter den westlichen Malern ist es vielleicht am ehesten Caspar David Friedrich, dem Matsue verwandt scheint: seiner Akribie beim Aufnehmen der Natur in Zeichnungen ebenso wie seinem

Experimentieren mit umgreifenden Rundblicken und der Künstlichkeit seiner Naturdarstellung.

Der hohe ästhetische Anspruch von Matsues Bildern resultiert aus der Unbedingtheit, mit der er sich seinem Objekt, der Welt, zuwendet.

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