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Gruppenausstellung: Tauchfahrten. Zeichnung als Reportage (vorbei)

19 Februar 2005 bis 24 April 2005
  Tauchfahrten. Zeichnung als Reportage
Stephan Mörsch (2004)
 
  Kunsthalle Düsseldorf

Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)211 - 899 62 43
www.kunsthalle-duesseldorf.de


'Tauchfahrten' ist als thematisches Ausstellungsprojekt angelegt, das der Verbindung von Zeichnung und Reportage und Traditionslinien des Zeichnerischen nachgeht, die bislang kaum beachtet wurden. Nicht nur an den Kunstschulen wurde dem Medium der Zeichnung wenig Aufmerksamkeit geschenkt, auch im Ausstellungsbetrieb spielten zeichnerische Positionen allenfalls eine Nebenrolle. Die Ausstellung „Tauchfahrten" spiegelt ein wieder aufgeflammtes Interesse an der Zeichnung und argumentiert aus dem Blickwinkel der Reportage, dem Aufzeichnen konkreter Ereignisse und Situationen. Der Begriff „Reportage" verweist hier auf ein breites Spektrum künstlerischer Praktiken, angewandt in schwer erreichbaren oder unzugänglichen Arealen, auf „Tauchfahrten" in Bereiche, in denen das Photographieren erschwert oder verboten ist (Gefängnisse, Gerichtssäle, Kriegs-schauplätze), aber auch in imaginäre Räume, Träume und Phantasiewelten.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Clemens Krümmel (Redakteur des Kunstmagazins "Texte zur Kunst", Berlin) und dem Zeichner Alexander Roob (Düsseldorf) und präsentiert mit über 300 Blättern ein Panorama der unterschiedlichsten Aspekte von Reportagezeichnungen. Neben autobiographisch und historisch berichtenden Zeichenweisen, die sich den erzählenden Strukturen des comic strip nähern, umfaßt die Ausstellung so verschiedene Arbeitsfelder wie Gerichts- und Tatortzeichnungen, sozialutopische Entwürfe, Unterwasser-Reportagen, gezeichnete Berichte aus Bergwerken, Kriegsberichterstattung, Traumprotokolle oder komplexe Organigramme. Dabei greifen die Kuratoren sowohl auf zeitgenössische als auch auf historische Beispiele zurück, um so eine Fülle kunstgeschichtlicher wie aktueller Anknüpfungspunkte an das Konzept der Reportagezeichnung zu verdeutlichen.

Mit der Perspektive auf das Moment der visuellen Berichterstattung gerät das Verhältnis von Zeichnung zu re-portierender Wirklichkeit in den Blick. Die sensorische Berührung, die Auge und Zeichenstift mit der zu protokollierenden Realität verbindet, erlaubt ungewöhnliche und faszinierende gestalterische Freiräume, die sich von den Möglichkeiten gebräuchlicher Reportagetechniken (Photographie, Film, Interview) deutlich unterscheiden. Die Ausstellung verbindet im engeren Sinne nicht-künstlerische Entwürfe, wie die Gerichtsreportagen von Erich Dittmann, die Bergwerkszeichnungen von Alfred Schmidt oder die filmisch angelegten Protokolle Robert Weavers, mit einer künstlerischen Genealogie, die von Zeichnungen Adolph Menzels und John Singer Sargents Kriegsreportagen über die en passant entstandenen Paris-Zeichnungen von Alberto Giacometti bis hin zu den Unterwasser-Landschaften von Stephan Mörsch und den comic-artigen Erzählungen von Robert Crumb, Ben Katchor, Joe Sacco und Harvey Pekar reicht.

Die gemeinsam mit dem Kunstverein Hannover geplante Ausstellung wurde bereits vom 27. November 2004 bis 30. Januar 2005 in Hannover gezeigt. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Deutsch/English) mit Essays von Clemens Krümmel, Joachim Rees, Michael Glasmeier, Karin Gludovatz und Alexander Roob im Richter-Verlag zum Preis von EUR 30,-.

Künstler der Ausstellung: Jessica Abel, David B., Monika Baer/Alice Creischer, Steve Bell, Tatjana Bergius, Peter Blegvad, Bernard Buffet, Erich Dittmann, Alberto Giacometti, Wolfgang Grunwald, He Youzhi, Ben Katchor, Linda Kitson, Max Klinger, Friederike Klotz, Tünde Kovács, Ulli Lust, Ernst Mach, Adolph Menzel, Henri Michaux, Henry Moore, Stephan Mörsch, Harvey Pekar, Kai Pfeiffer, Inna Poltorychin, Ri Tong Chan, Alexander Roob, Joe Sacco, Salon de Fleurus, John Singer Sargent, Alfred Schmidt, Dierk Schmidt, Jim Shaw, Andreas Siekmann, Susan Turcot, Rick Veitch, Robert Weaver, Stephen Wiltshire, Amelie von Wulffen, Eric Wunder, Florian Zeyfang

Die Ausstellung wird gefördert durch die kulturstiftung des bundes

Pressekonferenz:
Freitag, 18. Februar 2005, 11 Uhr

Eröffnung: Freitag, 18. Februar 2005, 19 Uhr

Begleitende Veranstaltungen zur Ausstellung

Di, 1. März 2005, 19 Uhr

Vortrag
Alexander Roob, Düsseldorf

Der Zeichner Alexander Roob, Kurator der Ausstellung "tauchfahrten" und Professor für Zeichnen an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, zeigt historische Arbeiten aus der Gattung der Kriegsberichterstattung.

Di, 8. März 2005, 19 Uhr
Werkstattgespräch
Monika Wichelhaus-Schmidt, Gelsenkirchen
Moderation: Clemens Krümmel, Berlin, Redakteur "Texte zur Kunst"

Die Frau des 1997 verstorbenen Zeichners Alfred Schmidt, der seine großformatigen Arbeiten in den Kohlegruben des Ruhrgebiets anfertigte, berichtet über seine umfangreichen Zeichenprojekte und sein politisches Engagement im Zuge des Strukturwandels in der Region.

Di, 15. März 2005, 19 Uhr
Außenblick
Wolfram Goertz
Redakteur, Rheinische Post, Düsseldorf

Der Musik-Redakteur der Rheinischen Post verbindet in einer Dia-Show ausgewählte Bilder der Ausstellung und Musik von Händel, Bach, Wagner, Mahler, Debussy, Antheil, Steve Reich, Petula Clark und Ralph Towner zu "Tönen einer Ausstellung". Die Ausstellung ist an diesem Abend bis 21 Uhr geöffnet.

Di, 22. März 2005, 19 Uhr
Außenblick
Dr. Bertram Müller
Redakteur, Rheinische Post, Düsseldorf

Über das journalistische "Kerngeschäft" der Reportage reflektiert der Feuilleton-Redakteur der Rheinischen Post anhand ausgewählter Arbeiten in der Ausstellung.

Di, 5. April 2005, 19 Uhr
Vortrag in englischer Sprache
Peter Blegvad, London, Künstler

In seinem Zeichnungsprojekt "Imagined, Observed, Remembered" thematisiert Peter Blegvad seit 1976 das Zusammenspiel von Erinnerung und Vergessen. Die "Tauchfahrt" führt in das Gedächtnis des Zeichners und seine experimentelle Methode des zeichnenden Erinnerns.

Di, 12. April 2005, 19 Uhr
Werkstattgespräch
Alice Creischer / Andreas Siekmann, Berlin, Künstler
Moderation: Clemens Krümmel, Berlin, Redakteur "Texte zur Kunst"

Das Künstlerpaar Creischer/Siekmann diskutiert Arbeiten mit Reportagen aus der Oberhausener Shopping Mall "CentrO", von der Eröffnung der Flick-Collection in Berlin und zu den Protesten von Globalisierungsgegnern im Umfeld der IWF-Gipfeltreffen.

Sa, 16. April 2005, 19 Uhr
Nacht der Museen
TAUCHFAHRTEN Film Special

Ein Filmprogramm zusammengestellt von den Künstlern der Ausstellung Alice Creischer/Andreas Siekmann, Florian Zeyfang und Kai Pfeiffer.

Di, 19. April 2005, 19 Uhr
Vortrag in englischer Sprache
Steve Bell, "The Guardian", London, Künstler

Der Cartoonist von "The Guardian" kommentiert mit seinen teils überaus bissigen Comics seit mehr als zwanzig Jahren das politische Tagesgeschehen in der Welt. Dabei entstehen nicht einzelne Karikaturen, sondern es entwickelt sich eine Art fortlaufende, "live" gezeichnete soap opera.

Die in den Veranstaltungen vorgestellten Arbeiten der Ausstellung können bis 21 Uhr besichtigt werden.

Eintritt zu den Veranstaltungen: EUR 3,- / ermäßigt EUR 2,-

Parallel im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf:
ars viva 04/05 ­ Zeit: Michael Hakimi, Peter Piller, Katja Strunz, David Zink Yi

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