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Gruppenausstellung: THE EPHEMERAL (vorbei)

5 November 2011 bis 29 Februar 2012
  THE EPHEMERAL
 
  ARNDT

ARNDT
Potsdamer Straße 96
10785 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 20 61 38 70
www.arndtberlin.com


Flüchtig wie jeder Augenblick ist auch der Moment des Kunsterlebens. Die Begegnung mit dem Werk ist immer wieder neu, offenbart immer neue Facetten und verändert sich im Laufe des Lebens. Dieser Flüchtigkeit steht die Vorstellung gegenüber von einer Kunst, die ewige Werte schafft und damit überzeitlich von Bedeutung ist. Aber so unterschiedlich die beiden Zeitvorstellungen sind, die hier aufeinander treffen, so einfach verbinden sie sich in dem Gedanken, dass nur Kunst, die auf Dauer Gültigkeit besitzt, sich in jedem Augenblick neu an den Betrachter hingibt.

Künstler haben sich in ihrem Werk immer wieder mit den Fragen des Ephemeren befasst. Es werden dabei nicht nur Materialien und Ausdrucksmedien verwendet, die zerfallen oder ans Immaterielle grenzen, sondern auch die Veränderbarkeit des Werkes wird zum Thema. So stehen im Werk von Jannis Kounellis schwere Materialien, Kohle oder Metall, Werkstoffen gegenüber, die sich verändern und dem Zugriff entziehen, wie von frostigem Reif überzogene Platten oder Feuer und Licht, das in seinen Lampen brennt, genährt für eine gewisse Zeit von Petroleum. Das Ephemere zeigt sich dabei oft genug als fragile Erscheinung, die sich gerade noch hält, wie zum Beispiel in einer Zeichnung von Joseph Beuys, und wirkt in dieser Form der Zurückhaltung überwältigend. Es kann aber auch mahnend daherkommen und im Sinne des Vanitasgedankens von der Vergänglichkeit allen Seins künden. Das "Bedenke, dass Du sterblich bist" als Besinnung auf den Tod und die eigene Endlichkeit findet sich so zum Beispiel in den fotografisch fixierten Grabplatten Sophie Calles oder gewendet in ein Versprechen, dass der Tod nicht die letzte Station ist, in einer Pietà von Beuys. Kunst kann in diesem Sinne auch die Begrenztheit des Augenblicks festzuhalten suchen, indem sie sich mit der ganzen Melancholie dessen, der weiß, dass Schönheit nicht beständig ist, in die Gestalt junger Mädchen beim Bade verliebt. Aufgenommen von Miroslav Tichý mit einer provisorisch und roh zusammengebastelten Kamera aus Karton, wird das Aufnahmemedium selbst zum prekären Ding.

Von kurzer Dauer erweist sich so mancher künstlerische Akt nur, wenn man ihn rein zeitlich betrachtet. Dem Moment der Eingebung und Inspiration folgt eine teilweise aufwendige und langwierige Umsetzung, die dennoch die Frische und Zuspitzung des erlebten Gedankens bewahrt und ihn in eine Form überführt, ihn immer wieder nachvollziehbar werden lässt, ohne ihn in der ewigen Wiederholung schal werden zu lassen.

Die Ausstellung "The Ephemeral" zeigt Werke von über 20 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Thematisch kuratiert bildet sie den Auftakt zu einer Folge von Gruppenausstellungen, die in den kommenden Jahren in den Räumen von ARNDT in Berlin und in Asien und im Pazifischen Raum stattfinden. Geplant sind diese "Pop-Up-Ausstellungen" sowohl in Galerien und Kunstinstitutionen, aber auch an Orten, die abseits der üblichen Wege des Kunstbetriebes liegen. Als ‚offsite spaces' zeigt sich ihre Qualität darin, Reibungsfläche für die Präsentation der Kunst zu sein.

Zu der Ausstellung erscheint eine eigene Webpage (www.theephemeral.com).

Matthias Arndt

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