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Einzelausstellung: Tom Fleischhauer - "Aufwind" (vorbei)

19 April 2006 bis 7 Juni 2006
  Tom Fleischhauer -
Tom Fleischhauer, „Menge“, 2004, Acryl auf Leinwand, 185 x 280 cm
 
  GALERIE FREY

GALERIE FREY
Gluckgasse 3
A-1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43 (1) 513 82 83
www.galerie-frey.com


Vernissage am Dienstag, den 18. APRIL 2006
von 19.00 Uhr bis 23.00 Uhr

TOM FLEISCHHAUER

"AUFWIND"


Die Ausstellung wird im Beisein des Künstlers von
Mag. Florian STEININGER, Kurator des BA-CA-Kunstforum Wien, eröffnet.

Die Ausstellung dauert von 19. April bis 7. Juni 2006.

Tom Fleischhauer – ein moderner Impressionist?

Tom Fleischhauer vereint in seiner Malerei selbstreferenzielle Kriterien des Tafelbildes mit Bezügen auf die gesehene Welt. Aus einem Teppich von Farbflecken in nuancierten Grautönen setzen sich motivische Ausschnitte des alltäglichen Lebens zusammen. Sie gleichen fotografischen Schnappschüssen – Impressionen von der Straße, dem Trubel in der Stadt: Leute, die auf der Treppe ihre Mittagspause verbringen, ein Breakdancer vor dem Domplatz, joggende Mädchen, abgelenkt durch den digitalen Sound ihres I-Pods. Alles wirkt schillernd, beschaulich für den Betrachter, ohne Irritationen oder dramatische Szenarien. Ein Tag wie jeder andere. Die Protagonisten dieser Alltagssituationen sind namenlos, und gesichtslos gemalt. Die Gesamtimpression steht gegenüber dem scharfen Blick auf Details im Vordergrund. Wie der Fokus eines impressionistischen Malers ? Auch Alfred Sisley, Eduoard Manet oder Claude Monet wählten den Alltag zu ihrem primären Bildthema: dampfende Lokomotiven, die den Glas überdachten Bahnhof verlassen und ein beeindruckendes atmosphärisches Spiel der Farben und Formen vermitteln, eine beschauliche Picknickszene im Grünen, das geschäftliche Treiben am Marktplatz. Fleischhauer ist sozusagen ein „moderner" Impressionist, mit den Inhalten von Heute. Wären da nicht noch einige Aspekte, die Fleischhauers Bildbegriff in eine andere Richtung bringen. So wie auch die Impressionisten baut Fleischhauer das gewählte Motiv in Farbflecken auf. Diese sind jedoch weitaus strenger geformt, ja tektonisch, ähnlich Pixeln auf der Oberfläche eines Fernsehbildschirms. Hier kommt es zur Fusion zweier Medien – der Malerei mit dem digitalen Bild. Die individuelle Handschrift des Malers gerät in das Terrain der Computer generierten Teile der Bildkonstruktion. Jedoch steht das Malerische im Zentrum. Die Acrylfarbe vibriert, ist atmosphärisch und ihre Textur ist spürbar. So sehr sie ihren eigenen Bereich zu verlassen droht, so deutlich zeigt sich aber auch die Malerei von ihrer puren Seite: Gemalte Farbe auf Leinwand. Ein spannendes Changieren zwischen gemaltem Fleck als isolierte Pinselspur und dem Farbfleck als Pars pro toto tritt ein.

Fleischhauers ausschließliche Wahl der Nichtfarben Grau, Weiß und Schwarz vermittelt trotz der koloristischen Abstinenz eine unheimliche luminöse Qualität. Impressionisten malten die Licht- und Schattenwerte von Baum, Figur und Architektur, jedoch mit dem ganzen Farbspektrum. Fleischhauer hingegen lässt den Betrachter die mögliche Farbe der dargestellten Situation nachvollziehen und ergänzen, mittels der Erfahrungswerte. Ein ähnlicher Vorgang wie noch in den 1970er Jahren beim Fernsehen in Schwarz-Weiß. Fleischhauers Nichtfarben sind positiv aufgeladen – man spürt das Sonnenlicht –, deutlich distanziert von den endzeitlichen „Bilderzermalungen" Gerhard Richters, als er mit seinen abstrakten grauen Bildern das Tafelbild „zu Grabe getragen hat".

Florian Steininger

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