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Einzelausstellung: Tuan Andrew Nguyen - Landschaftsansichten von Vietnam mit integrierten Graffiti Motiven (vorbei)

18 April 2007 bis 25 Mai 2007
  Tuan Andrew Nguyen - Landschaftsansichten von Vietnam mit integrierten Graffiti Motiven
Tuan Andrew Nguyen, Independence and freedom, Gil, your hair back into place, 2006, Öl auf Leinwand
 
  Thomas Rehbein Galerie

Thomas Rehbein Galerie
Aachener Strasse 5
50674 Köln
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)221-310 10 00
www.rehbein-galerie.de


TUAN ANDREW NGUYEN

18.April – 25. Mai 2007
Landschaftsansichten von Vietnam mit integrierten Graffiti Motiven

Projektvorschlag für eine vietnamesische Landschaft

Die Landschaft Vietnams ist wie das Meer, sie verändert sich so schnell, dass die Auswirkungen als schwindelerregend empfunden werden. Gebäude steigen in die Höhe und fallen in sich zusammen wie der Rauch der aus den großen Maschinen emporsteigt, die diese Veränderungen hervorrufen. Die Anzahl bruchstückhafter Ziegelmauern in diesem Land ist ein weiterer Indikator für Veränderung; man kann sich nicht vollkommen sicher sein, welche Mauern sich gerade im Bau befinden und welche im Begriff sind, der Zerstörung anheimzufallen.

Diese dynamische Landschaft ist der Austragungsort des Kampfes zwischen sozialistischer Propaganda und Strategien kapitalistischer Marktwirtschaft. Es ist ein Modell in dem Chaos und Kontrolle, gemischt mit ein wenig Konfusion, zusammenwirken. Vietnam vereint Paradoxa in seinen politischen Strukturen und den Grundlagen des ökonomischen Fortschritts. Theoretisch herrscht die von der Regierung ausgeübte Zensur über das Land. Diese ist alles andere als zeitgemäß. Trends, die in der Jugendkultur Vietnams zunehmend beliebt werden, wie der Hip Hop, werden als westlicher Einfluss wahrgenommen vor dem gewarnt werden muss und gegen den oftmals die Zensur direkt eingreift. Gleichzeitig zahlen Werbeagenturen viel Geld um von diesen Trends Gebrauch zu machen und sie in Werbekampagnen zum Verkauf von Konsumgütern einzusetzen. Ungeachtet dessen, dehnt die Jugend, die einen Bevölkerungsanteil von 50% ausmacht, ihre Bestimmungsgrenzen weiter aus und sucht ihre eigene Stimme.

Dieses Projekt besteht aus einer Reihe von Ölgemälden, in denen versucht wird, das konfliktgeladene visuelle Terrain Vietnams darzustellen, wobei ein Eingriff durch Hinzufügung eines fremden Elements, nämlich des Graffiti, vorgenommen wird. Diese Gemälde, die Szenarien in und um Ho Chi Minh Stadt mit all ihren Propaganda- und Werbebildern wiedergeben, enthalten „Graffiti - Stücke“, die in die Landschaft eingesetzt werden. Sie verweben somit eine langjährige künstlerische Tradition mit einer urbanen Ästhetik, die in Ihrer Grundeigenschaft eben diese Tradition konterkariert. Auf den ersten Blick scheint dieses offenkundige Zeichen von Vandalismus schon vorhanden gewesen zu sein als der Künstler den Bildausschnitt gewählt hat. Auf den zweiten Blick jedoch wird klar, dass eine solche szenische Zusammenstellung nur im Bild entstanden sein kann. Die zugrunde liegende Geste, die sich leise und unaufdringlich vermittelt, beweist Mut in dem sie einen Ort imaginiert, wo Zeichen und Medien nicht allesamt durch politische Machtpropaganda oder konsumorientierte Marktkräfte kontrolliert werden: eine projizierte Landschaft in der sich eine unabhängige Stimme erhebt.

Auch interessiert mich die Ironie, Graffiti als eine ursprünglich rebellische und unangepasste Ausdrucksform den Beschränkungen der Leinwand unterzuordnen. Dadurch werden Betrachter angeregt, die verschiedenen Systeme zu hinterfragen und herauszufordern, die als Ausgangspunkt für die Entstehung von alternativen Lebensmodellen fungieren, mit denen der Enge des sozialen Umfelds ausgewichen wird.

Das Projekt entsteht in Kooperation mit dem vietnamesischen Maler Pham Ngoc Vu. Mr. Pham ist wie alle in staatlichen Institutionen ausgebildete Künstler, auf die realistische Darstellung spezialisiert. Zur Zeit ist er in einem Geschäft beschäftigt, für das er genaue Repliken bekannter Gemälde anfertigt, die er an Touristen und Abnehmern vor Ort verkauft.

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