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Einzelausstellung: Udo Nöger - Little Islands (vorbei)

14 Mai 2009 bis 29 August 2009
  Udo Nöger - Little Islands
Udo Nöger, "Immer", 2008, Mixed Media auf Leinwand, 110 x 151 cm. Unikat
Preis auf Anfrage
 
  Bernhard Knaus Fine Art

Bernhard Knaus Fine Art
Niddastrasse 84
60329 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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www.bernhardknaus-art.de


Text

ENERGIE- und LICHTMATERIE

Udo Nögers Werk ist Arbeit mit unserer Energie, die wir zum Leben brauchen: es ist die Arbeit mit der Sonne. Tag für Tag sendet sie Licht. Und Licht ist Nögers Lebenselixier.

Er genießt es, wenn es da ist. Es fließt, esgleitet, es wärmt, es flimmert, es kommt in Wellen, es wird in Photonen gemessen, es ermöglicht alles Leben.

Bis zu diesen hier publizierten Arbeiten war es ein langer Weg, den Udo Nöger mit aller Konsequenz beschritten hat. Nöger hat seine Werke der vergangenen zehn Jahre unter einem thematischen „roten Faden" zusammengefasst, den er 2005 mit "light as a material" treffend bezeichnete. Licht als malerisches Material wird durch die komplexe materielle Bearbeitung von Leinwänden und Papieren zu einzigartiger Licht-und Energiematerie.

Wie Udo Nöger diese Materialisierungen des Lichtes streng konzeptuell erreicht, ist ein spannendes Zusammenwirken von zwei Komponenten. Zunächst betreibt er die Analyse des Lichts und seiner polychromen Erscheinungen. Dann schreitet Nöger zur lichtkongruenten Materialwahl. Beide Komponenten sind Ausdruck seiner erstaunlichen Fähigkeit, den wechselnden Aufenthaltsorten die passenden Materialisierungen des Lichts zuzuordnen. Es gibt nur wenige Künstler der Gegenwart, die wie Udo Nöger eine solche Sensibilität für das Licht, den Licht/Energieraum, und für Licht als Materie entwickelt haben.

Analyse des Lichts und seiner polychromen Erscheinungen

Über Licht zu sprechen ist so selbstverständlich wie kompliziert. Wenn die vorhandenen Lebensformen auf der Erde auch (meistens) aus dem Wasser kommen, so ist das Licht die einzige Kraft - mit wenigen Ausnahmen - die das Weiterleben, die Weiterentwicklung und auch vermutlich das Sterben von Leben beeinflusst, ja beschleunigt. Unser Licht kommt von unserer Sonne. Die Begriffe "Licht" und "Materie" lassen sich nicht trennen. Physiker sprechen von der Quantennatur des Lichts und meinen damit die naturwissenschaftliche Untersuchung des Lichts - einmal als Teilchenladung, einmal als Wellenbewegung. Udo Nöger ist mitten im Licht. Sowohl die theoretische Seite des Lichts im physikalischen, wie auch im malereitheoretischen Bereich sind seine Steckenpferde.

So ist es nicht verwunderlich, dass er an Objekten arbeitet, die Licht absorbieren, weiterleiten und reflektieren. Udo Nögers Werk ist Arbeit mit unserer Energie, die wir zum Leben brauchen: es ist die Arbeit mit der Sonne, die eines Tages implodieren wird. Licht ist Nögers Elixier. Unsere physiologischen Voraussetzungen machen das Sehen von Farben möglich. Obwohl wir über Farben besser nicht reden, da jeder Mensch auch ein anderes Weiß sieht, kann man über Nögers polychrome Weißtöne die Lichtbewegungen regelrecht verfolgen. Mit 300.000 Metern pro Sekunde rauscht etwas Unsichtbares an uns vorbei, das nur durch sein Auftreffen auf Oberflächen sichtbar ist: Licht.

In jedem seiner Werke unternimmt Udo Nöger den Versuch, Energie und Licht als Symbole unaufhörlicher Bewegung einen adäquaten Bild-Raum zu verschaffen. Dass er sich deshalb von der eindimensionalen Bildfläche zu objektartigen Bildern hin orientierte, ist nur konsequent.

Besonders auf Hawaii, wo sich Sandkörner mit Sonnenenergie aufladen, so dass die Luft über ihnen weiß oder durchsichtig vibriert … wo Wellenkämme im Gegenlicht das Fließen und Rollen der Wasserteilchen beinahe zum Greifen nah und sichtbar machen …wo Wind bewegt und Energie aufläd dort entwickelte Udo Nöger seine einzigartige Bildraum-Sprache. Auf Maui kam er zur weiteren Analyse des Lichts und hier fand er in den vergangenen Jahren alle Komponenten, um Licht-und Energiematerie in dieser bislang unbekannten Art und Weise auf Bildträgern sichtbar zu machen.

Lichtkongruente Materialwahl

Licht bewegt sich en miniature als Photo-Elektronen-Ansammlung oder als Welle durch den Raum. Ob die eine oder andere Theorie beim Betrachten und der Analyse des Lichts greifen soll, ist von der Strategie der Beobachtung und den angestrebten Versuchsergebnissen abhängig. Als Kunstbetrachter haben wir "nur" die Möglichkeit, uns Wellen oder Teilchen vorzustellen, doch dabei hilft uns meisterhaft Udo Nöger.

Nur wenige Künstler unserer Zeit schaffen es den Energie-Raum Bild so intensiv und pulsierend zu erarbeiten.
Durch die Transparenz seiner Bilder schafft Nöger Sehbewegungen, die sich in beinahe akustische hörbare Wellen verwandeln.

Das geschieht in aller Stille. Selbst im Trubel einer internationalen Kunstmesse kann man sich in "Lichtfluss" oder "offen" einsehen und bei "me water" Wasser in allen Geschwindigkeiten im "inneren Ohr" hören.

Sensibilität für die Energie

Wenn alle Fünf Sinne "eintauchen" in Landschaften wie die von Miami, der hawaiianischen Inselgruppe, Colorado, New York oder sich mit erinnerten Räumen beschäftigen, dann werden daraus fein fließende Energie-Modulationen, die seit vielen Jahren Udo Nögers Arbeiten prägen.

Udo Nöger hat eine Werkgruppe entwickelt, die er "gleiches…" nennt. Bei dieser gehen zwei Bildebenen als Positiv-Negativ-"Fiktion" ineinander über und tauschen ihre optische Präsenz. Die eingefangene Lichtmaterie erlaubt ein Sehen, bei dem der Betrachter selbst zum Créateur des Fließens wird.

Arbeiten mit dem Titel "Lichtfluss" machen Zeit in Form des Lichts sichtbar. Wer einen "Lichtfluss" im Hellen sieht und wartet, bis es dunkel wird, wird trotz Dunkelheit das Abbild des für wahr genommenen Bildes sehen. Es können dabei Stunden vergehen, und selbst künstliches Licht kann dieses "Auf-Lichten" der Bilder, die sich Sonne gemerkt haben, nicht irritieren.

Udo Nöger ist ein Solitär seiner Generation. Sonne sei mit ihm! Denn nur sie spendet der Erde Energie und Licht: zum Malen, Sehen, Denken, Kommunizieren und Wahrnehmen. Udo Nöger nennt es: für wahr nehmen.

Sabine Krebber

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