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Gruppenausstellung: Vice Versa I (vorbei)

7 Februar 2013 bis 30 März 2013
  Vice Versa I
 
  dr. julius | ap

dr. julius | ap
Leberstraße 60
10829 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 243 743 49
www.dr-julius.de


Wegen des großen Interesse wurde die Ausstellung vom 9. März 2013 bis zum 30. März 2013 verlängert.

Das Ausstellungsjahr 2013 beginnt bei dr. julius | ap mit einer Galerien-Kooperation: Fünf Künstler der Galerie Lindner Wien werden ab 7. Februar in Berlin zu sehen sein, im Gegenzug werden ab 20. Februar in deren Räumen in Wien acht Künstler aus der Ausstellung FutureShock OneTwo von dr. julius | ap gezeigt werden.

Die Berliner Ausstellung versammelt, dem programmatischen Schwerpunkt der Galerien entsprechend, fünf Künstler des nicht-gegenständlichen, reduktiven bzw. konkreten Feldes der bildenden Kunst.

Für Hellmut Bruch [*1936] sind die zentralen Themen seiner Arbeiten das Licht und Proportionen, die sich aus Naturgesetzlichkeiten ableiten und in „offenen Formen“ Gestalt annehmen. Seine Werke nehmen Bezug auf das Licht als „offenes Medium“, auf die Gravitation sowie auf die Fibonacci-Folge bzw. auf den „Goldenen Schnitt“. Da die Kunst von Hellmut Bruch von der Realität des Immateriellen ausgeht, sind seine Plastiken und Skulpturen keine reduzierten Abbildungen oder Abstraktionen des Sichtbaren, sondern folgen jenen Voraussetzungen, die der materiellen Welt Gestalt geben und sie prägen. Die so entstehenden „Offenen Formen“ bauen auf universale Konstanten und streben in Richtung der Unendlichkeit.[1]

Die Arbeiten von Gerhard Frömel [*1941] „gehören der sich auf einige wesentliche Formen und Inhalte reduzierenden konkreten Kunst an. Sein künstlerischer Weg führt vom Bild zum Objekt und zur Rauminstallation. Frömels Schaffen ist künstlerischer Ausdruck seines Suchens nach einer neuen Lebensqualität durch Begegnung – nach dem Verbindenden in der scheinbaren Unübersichtlichkeit oder Fremdheit. Speziell seine Objekte und Rauminstallationen beziehen in diese Suche in starkem Maße den Betrachter mit ein – sie fordern seine Konzentration. Durch Überlagerung räumlich getrennter, jedoch miteinander kommunizierender Einzelteile ergibt sich die künstlerische Absicht – der formale Zusammenhang. ... ”[2]

Das künstlerische Werk von Hans Jörg Glattfelder [*1939], der mit strengen, geometrischen Elementen arbeitet, steht auf den ersten Blick in der Tradition der Zürcher Konkreten, wenngleich er in seiner Hinwendung an das Phänomen des Raumes über diese hinaus geht. Der Kunsttheoretiker Hans Heinz Holz spricht in diesem Zusammenhang davon, dass mit Glattfelder „die konstruktivistische Kunst in eine sichtbar neue Phase eingetreten ist“, da dieser als einer der ersten versucht habe, die komplexen Raumvorstellungen der modernen Physik auf die konstruktive Kunst zu übertragen. Dabei wird der rechte Winkel, der in der konstruktiven Tradition stets von größter Bedeutung war, zugunsten neuer – von Glattfelder „nichteuklidisch“ genannter – Strukturen aufgegeben.[3]

Malerei und Objekt bzw. raumbezogene Arbeiten sind die zentralen Medien der Künstlerin Andrea Maria Krenn [*1974]: Obwohl man die klassische „Tafelbildmalerei” in ihrem Werk nicht findet, ist die Malerei doch sehr wichtig für sie – gerade dort, wo es um die Schnittstelle zwischen dem Zwei- und Dreidimensionalen geht und sich im Bild ein Bildraum öffnet bzw. der Bildträger samt Bild zum Objekt wird. So ist insbesondere ein Aspekt entscheidend und symptomatisch für ihr Schaffen: Der Raum in all seinen Facetten. [4]

David Rabinowitch [*1943] ist als Bildhauer bekannt geworden. Immer schon war ihm so auch die Zeichnung ein besonderes Anliegen. So gibt es einen Zyklus von Zeichnungen romanischer Kirchen und einen im Jahr 1972 entstandenen von Bäumen im Central Park. Über die in den Jahren 2002 bis 2004 entstandene Altan Group, die aus drei Mappen mit insgesamt 13 handgedruckten Holzschnitten auf Japanpapier besteht, schreibt Georg Imdahl: „Es liegt auf der Hand, dass sich die Gattung Holzschnitt naturgemäß an dem Gegenstand Baum besonders glaubwürdig einsetzen lässt. Was man in diesen Blättern wohl zuerst sieht, ist die Schönheit von Farbe und Licht. Offensichtlich ist der Anspruch in den Blättern der ‘Altan Group’, im Unterschied zu den Sakralbauten nun ausdrücklich kontingente Ordnungen der Welt zum Ausgangspunkt zu nehmen für Ordnungen, die sich auf der Fläche formulieren lassen. Spontan kann man in manchen dieser Blätter Umrisse, Formen, Figurationen ausmachen, die man so oder ähnlich auch in den Bodenskulpturen antreffen könnte. Es bereitet wenig Mühe, sich etwas eingehender in diese Blätter einzusehen, so dass man das Motiv ‘Baum’ alsbald übersieht.” [5]

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[1] siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Hellmut_Bruch
[2] Heidi Bierwisch, Erfurt
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_J%C3%B6rg_Glattfelder
[4] Galerie Lindner Wien
[5] www.galerie-lindner.at/kuenstler_rabinowitch.html

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