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Gruppenausstellung: Views from Abroad (vorbei)

17 November 2011 bis 8 Januar 2012
  Views from Abroad
 
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Schleifmühlgasse 18
1040 Wien
Österreich (Stadtplan)

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www.galerie-stock.net


Views from Abroad

Sandro Đukić (HR) und Slaven Tolj (HR)
18.11.2011 - 7.1.2012

Galerie Michaela Stock & NEXT DOOR galerie michaela stock
Schleifmühlgasse 18, 1040 Wien

Slaven Tolj (* 1964 in Dubrovnik/HR) erreichte internationale Anerkennung durch seine Installationen, Body-Art und Performances, die ausgeprägte politische und soziokulturelle Kritik widerspiegelt. Der Beginn seiner Laufbahn als Künstler wurde unmittelbar geprägt von seinen Erlebnissen im Jugoslawienkrieg, des Zerfalls des Staates und insbesondere der Eroberung von Dubrovnik durch die jugoslawische Armee in den Jahren 1991-92. In den späten 1990ern erweiterte Slaven Tolj sukzessive sein künstlerisches Betätigungsfeld durch Themen wie politische Veränderung, multikulturelle Existenz und Globalisierung. Gleichzeitig arbeitet er als Kurator und in diversen Kunstorganisationen. So war er einer der Gründer des Art Workshop Lazareti in Dubrovnik, welches heute tonangebend in der zeitgenössischen Kunstszene in Dubrovnik und Kroatien ist.

“I love Zagreb” (2008) von Slaven Tolj zeigt eine Performance, die zwei ganz verschiedene Werke aus den 1970er Jahren paraphrasiert. „I love Zagreb“ ist sowohl eine Hommage an die Performance „Zagreb I Love You“(1971) von Tomislav Gotovac, der dieses Jahr auch den kroatischen Salon in Venedig bespielt hat. Den zweiten Teil der Performance betitelte Tolj mit "Operation: City 2008“. Dieser Teil ist eine Anspielung an die Ermordung von Ivo Pukanić, den Besitzer der Zeitung „Nacional“. Bei seiner Ermordung wurde der Tatverdächtige, der einen schwarzen Motorradhelm trug, beim Verlassen und seiner Flucht von der Überwachungskameras aufgenommen. Dieses Video hat Tolj in seine Performance als Videoinstallation miteinbezogen.

In seiner Performance vereint Tolj die Performance von Gotovac und die Ermordung von Ivo Pukanić. Mit einem schwarzen Motorradhelm mit geschlossenem Visier führt ihn seine Performance durch die Innenstadt Zagrebs. Er spielt mit der vollständige Anonymität, er ist nicht nackt, wie Gotovac bei seiner Performance.

“I paraphrased the title of Gotovac’s performance and the place of the action – Zagreb city centre. While Gotovac walked naked and lay down on the asphalt of Zagreb high-street Ilica “making love” to the city, I walked the city centre completely masked and covered. This way I emphasized different contexts of these two performances, the difference between the conditions of these two actions; the differences between the social and cultural environments of the time they were created; the differences in the meaning of art then and now”.

Sandro Đukić (* 1964 in Zagreb/HR) studierte bei den Videokunstpionieren Nam June Paik und Nan Hoover. Als New-Media-Künstler beschäftigt er sich nicht nur mit der Wechselbeziehung von Medien wie Fotografie und Video, sondern ebenso mit computergesteuerten Vorgängen der Speicherung, Dokumentation und Datenarchivierung von Realität, die dem Prozess des Fotografierens und Enthüllens durch Medien ausgesetzt sind. Mit Leichtigkeit wechselt er zwischen den erwähnten Medien und kreiert gleichzeitig verschiedene Bedeutungsebenen des Raums. Folglich definiert er sich aber auch als virtuell-visueller Künstler mit Tendenzen zu einer kritischen Interpretation von Raum und des Schaffensbeginn eines Kunstwerks. Die letzen 20 Jahre verbrachte er mit der Recherche in/von Archiven und der multimedialen Präsentation derselben.

In seinem Aufsatz „Das Unbehagen in der Kultur“ von 1930 macht Sigmund Freud sich Gedanken darüber, was Kultur für die Menschen bedeutet und welche Bedingungen für das Entstehen und die Erhaltung von Kultur erfüllt sein müssen. Sandro Đukić unternimmt nun den Versuch auf Freuds Aussagen einzugehen. Gegenstand seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Untersuchung ist ein gedankliches Konstrukt, durch die der wirkliche Gegenstand seine konkrete Ganzheit verliert und zu einem mehr oder weniger fragmentarischen Abbild des ursprünglichen Gegenstandes wird.

In seinem 9teiligen Fotozyklus, der Videoarbeit und einer großformatigen Installation setzt Đukić sich mit dem Thema: Natur/ Kultur, Vergänglichkeit des Körpers, die Beziehungen zu anderen Menschen, sowie das „Innenleben“ des Menschen auseinander. Đukić will in seinen Arbeiten zeigen, dass die Art und Weise wie Menschen miteinander kommunizieren sich stark verändert hat.

Ein weiteres Thema auf das Đukić in seinem Werkzyklus Bezug nehmen wird ist ein häufig tradiertes Vorurteil: Kunst sei grundsätzlich kritisch oder subversiv. Dabei wird übersehen, dass Kunst genauso häufig in den Dienst der Stabilisierung bestehender Systeme oder der Verherrlichung von Herrschern tritt. Kunst kann nicht nur subversiv, sondern genauso gut konservativ sein, restaurativ oder reaktionär. Kunst ist und war also keineswegs immer schon per se der – positiven – Entwicklung von Gesellschaften dienlich. Im Gegenteil: Kunst ist ein ebenso geeignetes Medium, um Stereotypen zu kreieren und zu tradieren.

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