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Einzelausstellung: William Engelen – Music Box (vorbei)

10 September 2011 bis 6 November 2011
 
 
  Haus am Waldsee - Der Ort internationaler Gegenwartskunst in Berlin

Haus am Waldsee - Der Ort internationaler Gegenwartskunst in Berlin
Argentinische Allee 30
14163 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30-801 89 35
www.hausamwaldsee.de


William Engelen - Music Box
Ausstellungsdauer: 10. September bis 06. November 2011

Pressevorbesichtigung: Do., 08. September 2011, 11.00 Uhr

Unter dem Titel „Music Box" widmet das Haus am Waldsee dem niederländischen Künstler-Komponisten William Engelen (*1964 in Weert) eine erste Einzelausstellung in Berlin.

Schokoladenriegel, Staubsaugertüteninhalte, Gummibäume, Tagebücher, Magenknurren oder Wetterdaten bilden die Parameter der Kompositionen von William Engelen. Wenn der niederländische Künstler und Komponist seine Partituren in Form von grafischen Notationen entwirft, geht sein Werk meist von kulturellen Erinnerungen unterschiedlicher Wahrnehmungsebenen aus. Sie reichen vom „Urknall" bis zu den Schokoladenträumen der eigenen Kindheit. Sie nutzen die Wetterdaten im ersten Jahrzehnt des frühen 21. Jahrhundert oder erfassen die unbewusste Musikalität der eigenen Gedärme.

Sein Werk pendelt zwischen bildender Kunst, Architektur und Musik, Ausstellung und Performance, Installation, Skulptur und Komposition. Es entstehen temporäre musikalische Mischformen, die durch ihre besondere Ortsgebundenheit kaum reproduzierbar und meist vergänglich sind. Vor den Augen des Publikums findet eine Vereinigung des Unvereinbaren, von Statik und Dynamik, Dasein und Vergehen, Raum und Zeit statt.Engelen geht in seinen Kompositionen nicht von Noten und Takten aus. Vielmehr arbeitet er mit situationsgebundenen Parametern, die sich im Wechselverhältnis von Visuellem und Akustischem ergeben: „Wenn ich Zeit ‚benutze', komponiere ich mit Klängen und Geräuschen, Objekten und Raum. Daraus entsteht etwas Multimediales. Indem meine grafischen Partituren den Musikern kreatives Mitspracherecht einräumen, komponiere ich darüber hinaus menschliches Handeln", betont er.

Seine experimentelle Welt der Klänge und Geräusche steht damit deutlich in der Tradition von John Cage und Morton Feldman, die die fortwährende Wiederholung klassischer Kompositionen als Kitsch ablehnten und unter Einbeziehung klassischer Instrumente sowohl das Instrumentarium auf Alltagsgegenstände wie Topfdeckel ausdehnten als auch die Notationen mit neuen abstrakten Zeichensystemen bereicherten. Bewusst zollt Engelen den amerikanischen Erneuerern der ernsten Musik Respekt, nicht zuletzt, indem er nach Wegen neuer Klangerlebnisse im 21. Jahrhundert sucht. Dabei bewegt er sich als Bildender Künstler und Klangkünstler heute auf einer globalen, überkulturellen und noch breiteren technischen Basis als seine großen Vorbilder vor 80 Jahren.

„Music Box" wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler für das Haus am Waldsee entwickelt, um den Besuchern nicht nur einen Einblick in das Experimentierfeld von William Engelen heute zu ermöglichen, sondern auch die innovative Kraft zwischen Komposition und Installation, zwischen Tönen und Räumen seines Werkes seit den 90er Jahren nachvollziehen zu können.

Die Ausstellung stellt das gesamte Spektrum des Werkes dar. So werden unterschiedliche Medien, wie grafische Partituren als visuelle Musik mit Audiobeispielen, Skulpturen, Modelle und Klanginstallationen zu erleben sein.

Im Skulpturenpark des Hauses am Waldsee wird seit 2010 William Engelens hör- und begehbare Wetterstation „Meteophon" gezeigt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch im Verlag Walther König.

Gefördert durch

Hauptstadtkulturfonds, Berlin, Schering Stiftung, Botschaft des Königreichs der Niederlande, Freunde und Förderer des Hauses am Waldsee e.V.

Medienkooperation: rbb kulturradio, taz.die tageszeitung

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