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Einzelausstellung: Wolfgang Wiedner - Drinnen und Draußen / neue Bilder (vorbei)

15 November 2009 bis 28 Dezember 2009
  Wolfgang Wiedner - Drinnen und Draußen / neue Bilder
Wolfgang Wiedner, 9 x was Rundes, 2009, 180x140cm, Öl auf Leinwand
 
  galerie gölles

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Österreich (Stadtplan)

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Drinnen und Draußen
Wolfgang Wiedners neue Bilder

Eröffnung am 14. November um 17 Uhr durch Günther Holler-Schuster

Ausstellung vom 15. November bis 28. Dezember 2009

Mo - Sa 9 - 18 Uhr, So nach Vereinbarung


Wolfgang Wiedner hat in seinen jüngst entstandenen Gemälden wenig Konzessionen an die Schnelllebigkeit der Zeit und die rasche Veränderbarkeit der Kunst gemacht. Er ist seinem Kosmos treu geblieben und reflektiert in seiner höchst sensiblen Kunst, was er im Atelier und außerhalb dieses Ortes erlebt. Das Beiläufigste ist ihm dabei spannend genug, denn gerade das kann er dem Publikum als verblüffend und einzigartig erfahrbar machen. Subtilität und malerische Raffinesse zeichnen auch diese neuen, etwas lasierender gemalten Bilder aus.

Die Malerei als Bildmedium war einmal - vor den technischen Bildern - das Medium mit dem höchsten Ansehen. Es war gleichsam im Primat der Bilderzeugung überhaupt. Mittlerweile haben wir es verinnerlicht. Diese Form des Bildes stellt sogar eine gewisse Sicherheit dar. Was gemalt ist, hat den Nimbus des Besonderen. Selbst dann ist es so, wenn banale, unspektakuläre Dinge und Situationen dargestellt werden.

Wolfgang Wiedner scheint diesen Bereich auszuloten zu wollen. Seine Motive entstammen seiner unmittelbaren Umgebung. Der sichtbaren Welt angehörend, sind sie wohlbekannt. Vieles davon ist aus dem eigenen Alltag vertraut, anderes ist aus der Motivwelt der klassischen Malerei bekannt - Blumen, Landschaften, manchmal auch Tiere. Vorgefertigte Bildschemata und Realität verbinden sich in dieser Art der Malerei zu einem dichten visuellen Erlebnis, das niemals auf eine emotionale Dimension verzichtet. Diese wird aber vom Künstler nicht offensichtlich geliefert. Er belastet sein Publikum nicht mit seinen Wünschen und Sehnsüchten, sondern führt es an die eigene Gefühlswelt heran.

Begriffe wie Schönheit oder Sehnsucht werden plötzlich relevant. Das sind eigentlich sehr besetzte Kategorien, jedoch hier selbstverständlich ins Spiel gebracht. Schönheit ist nichts, was den Dingen anhaftet, sondern was in der Innerlichkeit des Wahrnehmenden bzw. der Wahrnehmenden zu finden ist. Aus dieser Perspektive heraus werden Wolfgang Wiedners Gemälde so besonders und man kann sich ihnen nicht so leicht entziehen. Selbst die scheinbar unbedeutendsten Gegenstände - eine Kugel aus braunem Klebeband bspw. - bekommen im Gemälde etwas Einzigartiges. Die Dinge der Welt geben ohnehin nur einen sehr indifferenten Stoff ab. Erst das Denken und das Fühlen geben ihnen Bedeutung. Es muss wohl zunächst der Künstler mit der braunen Kugel aus Klebeband etwas Faszinierendes verbunden haben, sodass er es gemalt hat. Was das gewesen sein mag, ist letztlich für den Betrachter oder die Betrachterin sekundär, hat er oder sie doch nur die eigene Sphäre zur Verfügung. Bei den Blumen, Landschaften und den eher selten bei Wiedner vorkommenden Tieren, verhält es sich etwas unterschiedlich. Diese Motive sind doch allgemeingültiger als Klebeband, das zu Knödeln geformt wurde. Die Atelierszenen scheinen dazwischen positioniert zu sein. Töpfe, Tuben und Pinsel sind für den Maler das Gewöhnlichste und nicht weiter bemerkenswert. Für den Unbeteiligten jedoch ist allein der Geruch der Ölfarbe oder des Terpentins oft schon betörend. Es scheint so, als würde so sogar die Sphäre des Malers zugänglich. Eine animistische Dimension kann man dieser Tatsache nicht absprechen.

So ist Wolfgang Wiedners Malerei letztlich von einem Spannungsverhältnis bestimmt, das zwischen einem hohen Grad an Nüchternheit und Objektivität in der Darstellung und dem spürbar emotionalen Hintergrund getragen ist.

Günther Holler-Schuster

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