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Die 1963 in Peking lebende und derzeit erfolgreichste chinesische Künstlerin beschäftigt sich in ihren meist raum- und ortsbezogenen Arbeiten sowohl mit aktuellen Phänomenen in der Entwicklung einer neuen(?) chinesischen Gesellschaft und mit geschlechtsspezifischen Fragen, wie auch mit ökologischen und soziologischen Problemstellungen.
Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist häufig ihre persönliche Situation oder ihre Heimatstadt Beijing. Viele ihrer Arbeiten zeigen ein Spannungsverhältnis (bis hin zu einer Konfliktsituation), das sie mit scheinbar ambivalenten Materialien darstellt: einerseits "intime, poetische und zarte" Materialien, andererseits grobe Werkstoffe wie Beton und Abbruchziegel. Sind ihre "intimen Materialien" oft mit persönlichen Erinnerungen verbunden, zeigt sich in ihrem Pendant die Gewalt, die mit dem Transformationsprozess der chinesischen Gesellschaft einhergeht.
ASIAN FINE ARTS BERLIN präsentiert Yin Xiuzhens neueste Installation "Suitcases", die bis vor kurzem in der Ausstellung "Text/Subtext" in Singapur, Japan und Australien gezeigt wurde.
In Reisekoffern lässt die Künstlerin hier aus Secondhand-Kleidung gefertigte Stadtzitate und von innen illuminierte Häuser wachsen. Eine Videoprojektion von Koffer-Rollbändern internationaler Flughäfen ergänzt die Arbeit.
In einer zweiten Arbeit setzt sich die Künstlerin mit dem Spannungsverhältnis zwischen öffentlichem und inszeniertem (Stadt-) Raum auseinander. Neben grossformatigen Fotos integriert Yin Xiuzhen Sounds und Alltagsgegenstände, wie gebrauchte Sitzmöbel in ihre Installation.
Nach zahlreichen internationalen Ausstellungsbeteiligungen (PS1 New York, San Fransisco MoMa, in Singapur, Japan, Australien und Deutschland) wurde Yin Xiuzhen im Jahr 2000 mit dem von Harald Szeemann, Uli Sigg und Hou Hanru jurierten "Chinese Contemporary Art Award - CCAA" ausgezeichnet.
ASIAN FINE ARTS BERLIN zeigte die Künstlerin 1999 in der Ausstellung "in/from China: Art and Architecture".
Der in Paris lebende Kurator und Kritiker Hou Hanru stellte die Künstlerin mehrfach aus, er publizierte in der Vergangenheit häufig Texte zur chinesischen Gegenwartskunst und zur Arbeit von Yin Xiuzhen (z.B. Jahrbuch Schloss Balmoral, hier gemeinsam mit Jaana Prüss). Hou Hanru war Kommissar der französischen Pavillons der "Venedig Biennale 1999", kuratierte gemeinsam mit Hans-Ulrich Obrist die Ausstellung "Cities on the move" und nahm auf Einladung des Büro Friedrich, des Haus der Kulturen der Welt, Berlin und ASIAN FINE ARTS BERLIN an unterschiedlichen Projekten in Berlin teil. Trotz seiner französischen Staatsbürgerschaft und somit dem Status des Auslandschinesen, war es ihm doch möglich, den internationalen Teil der 3. Shanghai Biennale im Jahr 2000 zu kuratieren. |