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Einzelausstellung: Yoshiyuki Miura (vorbei)

8 September 2006 bis 13 Oktober 2006
  Yoshiyuki Miura
Yoshiyuki Miura, „Rote Pyramide“, 2003
 
  Nusser & Baumgart

Nusser & Baumgart
Steinheilstr. 18
80333 München
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)89 - 22 18 75
www.nusserbaumgart.com


„Schwingung des Raums“

Mit dem Titel “Schwingung des Raumes” überschreibt Miura, 1958 in Fukuoka / Japan geboren, seit 1989 eine Serie unterschiedlich ausgeführter ortsspezifischer Arbeiten. So ist nun eine hängende Installation aus teilweise lackierten Edelstahlstäben in den Galerieräumen zu sehen, die eine schwebende gelbe Pyramide erscheinen lassen. Ebenfalls unter dem Titel “Schwingung des Raums” realisierte Miura hängende Pyramiden aus Granitsplittern, etwa für das Europäische Patentamt in Den Haag oder für das Bass Museum in Miami.
�Schwingung des Raums“ steht exemplarisch für die unerschöpfliche und stets von neuem sich ihm stellende Herausforderung, durch installative Eingriffe der charakteristischen Essenz eines Raumes habhaft zu werden, durch inszenierte Materialfülle Immaterialität sichtbar zu machen.

Miuras bildhauerische Tätigkeit besteht zuvorderst in einem physisch emotionalen Konzentrationsaufwand, der Energie entstehen läßt, bündelt, in Form bringt und freisetzt. Während des vom Detail bestimmten, auf Präzision ausgerichteten Ausführungsprozesses seiner Arbeiten gerät Miura durchaus in einen endorphinreichen Flow-Zustand, bei welchem der Zeit- und Arbeitsaufwand unwichtig wird angesichts der Erfüllung, die die Tätigkeit selbst mit sich bringt. Zeit und Kraft scheinen dabei meditativ ins Werk einzufließen, das trotz seiner oftmals großen Dimensionen nie aufdringlich wirkt. Industrielle wie auch natürliche Materialien verwendet er gleichermaßen. In einem Spiel von Gegensätzen zwischen robust schweren Stoffen und unscheinbar flüchtigen entsteht ein Eindruck des Schwebens und Fließens im Raum. Neben Stahl, Glas, Eisen, Nylon, Lack und Silikon setzt er ebenso Granit oder gar Reiskörner ein, die er als zartes, anfangs kaum ins Auge fallendes, dann um so einprägsameres, abstrakt geometrisches Bild in Glasobjekte bannt. Miuras Formensprache ist streng: Kugel, Quader, Zylinder, Kegel, Pyramide. Als Formen lassen sie sich von einem bestimmten Standpunkt aus wahrnehmen, doch sind es nur Hilfsbenennungen, um die Skulptur mit Worten zu bezeichnen, ungenügend, um sie in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Miuras Arbeiten besitzen eine zurückhaltende Atmosphäre, eine vielfältige Anziehungskraft, die weit über rein ästhetische Aspekte hinausweist. Zuweilen scheint es, überwinden sie die Schwerkraft, lassen Zeitmesser irrelevant werden und die Stille im Raum klingen.
Julia Lachenmann

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