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Kunst-Raum des Deutschen Bundestages

Kunst-Raum des Deutschen Bundestages

Öffentliche Institution
 
Endspurt Bernhard Heisig-Ausstellung im Kunst-Raum
 
  Sehr geehrte Damen und Herren,

die Ausstellung "Bernhard Heisig - Das große Welttheater" im Kunst-Raum endet am Sonntag, den 13. März 2011. Hiermit möchten wir Sie auf die letzte Woche der Laufzeit hinweisen und würden uns freuen Sie im Kunst-Raum begrüßen zu dürfen!

Die Anmeldungsmodalitäten bleiben wie gehabt:
Bitte melden Sie sich mit vollständigem Namen und Geburtsdatum mindestens einen Tag vor Ihrem Wunschtermin bei uns an, unter: kunst-raum@bundestag.de
Sie können die Ausstellung jeweils 11 oder 16 Uhr besuchen.

Wenn Sie den 11Uhr-Termin wählen, bekommen Sie in dieser letzten Woche zudem die Möglichkeit an thematischen "Hintergrundgespräche" teilzunehmen, das für die Mitarbeiter des Bundestages zur Mittagszeit stattfinden wird.
Themen sind:

Montag, 7.März um 12 Uhr: Vom Fliegenlernen und anderen Freizeitbeschäftigungen (Ikarus)

Eines der zentralen Bilder der Ausstellung ist das Gemälde "Ikarus" aus dem Palast der Republik. Dessen offizielle Galerie war 1976 unter dem Motto "Dürfen Kommunisten träumen?" differenzierter angelegt als man heute denken mag. Heisigs Ikarus-Gemälde, das den antiken Mythos des hoffenden, wagenden, zu neuen "Ufern" aufbrechenden - und zugleich zwangsläufig scheiternden Menschen vor die Kulisse der Weltgeschichte (voller Aufbrüche und Irrtümer) stellt, ist dabei ein philosophisch tiefgründiges Statement gegen die einseitig positivistische Geschichtspropaganda der DDR. Das auch in den Gemälden der Nachwendezeit verwendete Motiv des Ikarus ist Gegenstand der Montagssitzung. (Einführung durch Juliane Keßler)

Dienstag, 8.März um 12 Uhr: Künstlerschicksale
Heisigs Gemälde sind so genannte Simultanbilder, in denen Geschichte nicht nacheinander, sondern durch ihre Gleichzeitigkeit auf der Bildfläche allgegenwärtig abläuft. Zur historischen Personage zählen immer wieder Künstler, an deren Schicksalen Heisig Geschichte exemplarisch nachvollzieht. Unter ihnen etwa der jüdische, in Auschwitz ermordete Maler Felix Nussbaum, ferner der große Berliner Malerfürst des 19. Jahrhunderts, Max Liebermann, oder Salvador Dali, der in im Ikarus-Gemälde noch als abstrakter "Nichtskönner" gekennzeichnet ist, weil er eine schöne Nackte in eine Linie verwandelt. (Einführung durch Gesine Zenker)

Mittwoch, 9.März um 12 Uhr: Atelierbesuch - Helmut Schmidt
1986 malte Heisig, der ostdeutsche Maler, Helmut Schmidt, den westdeutschen Kanzler, für die offizielle Galerie im Bundeskanzleramt - in seinem Atelier in Leipzig, wohin Schmidt eigens mit seiner Frau Loki für mehrere Tage fuhr. Nichts an dieser Geschichte ist gewöhnlich, sie beschäftigte die Presse (im Westen), die Staatssicherheit (im Osten), die Politiker und vor allem die Künstler beiderseits der Mauer wie zuletzt wahrscheinlich nur die Proteste gegen den Auftritt von Künstlern aus der DDR auf der Documenta 1972. Die Hintergründe, Zitate aus den Stasiberichten und verschiedene Versionen des Gemäldes gibt's am Mittwoch.
(Einführung durch Kristina Volke)

Donnerstag, 10.März um 12 Uhr: "Zeit und Leben im Detail"
Mit dem Gemälde „Zeit und Leben" hat Bernhard Heisig in seiner an die Tradition des deutschen Expressionismus anknüpfenden Malweise ein aufwühlendes Panorama deutscher Geschichte entworfen. Eine kaum überschaubare Fülle von Bildmotiven kreist um Themen aus der Geschichte Preußens, so um Friedrich den Großen, entlarvt das opportunistische Mitläufertum des "Pflichttäters" und stellt damit auch Fragen an die persönliche Geschichte der Menschen und ihren Rollen auf der historischen 'Weltbühne'.
Die Motive lassen sich dabei wie in einer Bilderzählung "lesen", auch mit und durch ihre vieldeutigen Anspielungen.
(Einführung durch Helen Buhler)

Freitag, 11. März um 11 Uhr: Letzte Gesamtführung
(gemeinsam mit demFreundeskreis des Georg-Kolbe-Museums) durch die Ausstellung durch Dr. Andreas Kaernbach

Der Eingang zum Kunst-Raum befindet sich wie bisher auch ausschließlich im Erdgeschoss des MELH in der Nähe der Sporthalle. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Und zum Schluss:
Eine der angenehmsten Erfahrungen dieser Ausstellung waren die Workshops für Kinder und Jugendliche, die von nun ab ständig zum Begleitprogramm der Ausstellungen zählen sollen.
 
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