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Einzelausstellung: Dan Perjovschi - I Am Not Exotic - I Am Exhausted (vorbei)

16 November 2007 bis 30 Juni 2008
  Dan Perjovschi - I Am Not Exotic - I Am Exhausted
Dan Perjovschi: the wall, 2007, ink on paper.
Courtesy the artist and Gregor Podnar Gallery Lubljana-Berlin and Lombard Freid Projects
 
  Kunsthalle Basel

Kunsthalle Basel
Steinenberg 7
CH-4051 Basel
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (61) 206 99 00
www.kunsthallebasel.ch


Dan Perjovschi - I Am Not Exotic - I Am Exhausted

16.11.2007 - 30.06.2008

Vernissage: Donnerstag 15. November 2007, 19:00

Einweihung des neuen Projektes für die Rückwand der Kunsthalle Basel (neben der Elisabethenkirche)

Donnerstag, 15. November 2007, 17.30 Uhr:
Dan Perjovschi im Gespräch mit Otto Berchem, Kunsthalle Bar

19 Uhr: Einweihung des neuen Projektes für die Rückwand der Kunsthalle Basel (neben der Elisabethenkirche)

Die Rückwand der Kunsthalle Basel wurde in den letzten Jahren in regelmässigen Abständen von verschiedenen KünstlerInnen gestaltet. Unter anderem haben Franz Ackermann im Jahr 2000 und Sarah Morris im 2002 grossflächige Wandmalereien geschaffen, und 2004 hat Piotr Uklanski ein Mosaik aus Porzellangeschirr für die Aussenwand realisiert. Wir freuen uns, die Einweihung des neuen Projektes für die Rückwand der Kunsthalle Basel I Am Not Exotic - I Am Exhausted des Künstlers Dan Perjovschi bekannt zu geben.

Dan Perjovschi hat international mit Zeichnungen Aufmerksamkeit erlangt, die er mit schwarzem, wasserfestem Filzstift direkt auf die Wände von Museen und Kunstinstitutionen zeichnet (u.a. MOMA, 2007; 9. Istanbul Biennale, 2005). Seine an Karikaturen, Graffitis oder Cartoons erinnernden Zeichnungen kommentieren mit bissigem Humor sozialpolitische Ereignisse seiner näheren Umgebung sowie des aktuellen Weltgeschehens. Dan Perjovschi befragt seinen Status als internationalen Künstler mit osteuropäischen Wurzeln genauso wie er den Kunstbetrieb und die (kultur)politische Situation an den jeweiligen Ausstellungsorten reflektiert. Mit einfachen, treffenden Strichzeichnungen und der englischen Sprache als globalem Kommunikationsmittel zeigt er Paradoxien des westlichen Wertesystems auf und betreibt auf ironische Art Institutionskritik. Indem seine Arbeiten auf der Wand nur während der Dauer der Ausstellung zu sehen sind und anschliessend übermalt werden, entzieht sich Dan Perjovschi den marktüblichen Kriterien. Seine Werke entstehen somit in einem performativen Akt, indem einmal benutzte Motive anderorts wieder neu aufgenommen, kombiniert und mit aktuellen Ereignissen verknüpft werden. So schafft der Künstler mit seinen Zeichnungen ein fortlaufendes Projekt, das ortsungebunden bleibt und sich auf jeder Wand neu manifestiert.

Ausgebildet als klassischer Maler hat sich Dan Perjovschi bereits während der Diktatur unter Nicolae Ceausescu anderen künstlerischen Strategien zugewandt und gemeinsam mit seiner Ehefrau Lia Perjovschi Performances und weitere Aktionen in ihrer Wohnung in Bukarest veranstaltet. Nach der Hinrichtung des Diktators und dessen Frau begann sich das Paar auch in der Öffentlichkeit stark für eine Neudefinierung der Kulturpolitik Rumäniens einzusetzen. Die Auflösung des repressiven Regimes und die damit einhergehenden Wirren in den Monaten nach der Wende, etwa bei der blutigen Niederschlagung von Studentendemonstrationen in Bukarest während der Zeit der politischen Neuorientierung, waren Anlass für einen engagierten Aktivismus, verbunden mit der Suche nach Alternativen in Politik und Kunst. Dan Perjovschi ist Mitglied bei der „Group of Social Dialogue", eine Gruppe rumänischer Intellektueller, die sich für einen kritischen Dialog einsetzen und seit 1991 die Wochenzeitung „Revista 22" herausgeben, für die der Künstler bis heute regelmässig als Zeichner und Kolumnist tätig ist.

Für die Rückwand der Kunsthalle Basel wird Dan Perjovschi über einen Zeitraum von mehreren Tagen eine neue Arbeit produzieren. Er schafft dabei präzise und spontan gezeichnete Kommentare mit subversivem Witz in Wort und Bild, die anstelle eines wasserfesten Stiftes mit einer Sprühdose, wie sie für Graffitis gebraucht werden, aufgetragen werden. Auf der Rückwand der Kunsthalle Basel werden Perjovschis Zeichnungen so über mehrere Monate hinweg im öffentlichen Raum zu entdecken sein. Die Zeichnungen werden genauso auf den konkreten Kontext Basels reagieren, wie auch die konstante Auseinandersetzung des Künstlers mit der sozial-politischen Lage Europas und der Welt widerspiegeln.

Am Tag der Einweihung des neuen Projektes, am Donnerstag, dem 15. November 2007, spricht der Künstler Otto Berchem mit Dan Perjovschi über dessen künstlerische Praxis. Das Gespräch findet um 17.30 Uhr in der Kunsthalle Bar statt.

Wir danken Annemarie Burckhardt für die grosszügige Unterstützung des Projektes von Dan Perjovschi.

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