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Einzelausstellung: David Hilliard - So Close - So Far Away (vorbei)

11 Januar 2003 bis 22 Februar 2003
  David Hilliard - So Close - So Far Away
"Dad", 1998, C-Print, 61 x 152 cm
 
www.lagalerie.de L.A. Galerie – Lothar Albrecht

L.A. Galerie – Lothar Albrecht
Domstraße 6
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)69-28 86 87
www.lagalerie.de


Komposition
Hilliards Breitwand-Bilder sind aus mehreren einzelnen Photographien zusammengesetzt. Diese quadratischen Abzüge zeigen jeweils einzelne Teile eines Panoramas, eines Blicks in eine Küche, in ein Schlafzimmer oder in einen Garten. Doch anders als beim traditionellen Panorama, wo der Betrachter oder der Photograph sich um die eigene Achse dreht und nicht den Standpunkt wechselt, sind Hilliards Panoramen zerlegt und wieder zusammengesetzt. Auf den zweiten Blick merkt man, daß die einzelnen Teile nicht nahtlos aneinanderpassen. Es gibt Differenzen in den Größenverhältnissen, in der Schärfe und offenbar wurde auch der Aufnahmewinkel leicht geändert. Es kann geschehen, daß Teile zwischen den Bildern fehlen.

Beziehungen
Unabhängig davon, ob es sich bei den Protagonisten von Hilliards Photos um Liebespaare, um Vater und Sohn oder einfach um Freunde handelt – der Betrachter ist sofort gefangen von den Emotionen, die die Szenen ausstrahlen. Der Künstler steht seinen Figuren nie neutral gegenüber, sein Blick auf sie ist oft zärtlich, zumindest aber interessiert. Auf diese Weise wird der Betrachter sofort affiziert. ("In der Welt meiner Bilder wird das, was zunächst subjektiv und vertraut erscheint, oft zu einem ganz allgemeinen Kommentar über die Umstände des Lebens. Ich versuche, die Räume, die wir bewohnen, die Beziehungen, die wir aufbauen, und die Objekte, mit denen wir uns umgeben, darzustellen – meine Hoffnung aber ist, daß die Botschaften meiner Bilder von meinen und von unseren ganz universellen Erfahrungen sprechen." D.H.)

Dimensionen
Der Abstand zwischen Betrachter und Objekt ist in Hilliards Bildern oft auf eine Minimum reduziert. Eine Hand oder der dicke Ast eines Baumes ragen beinahe bis in die Betrachterebene. Doch von der Bildoberfläche führen sie (sich perspektivisch verkürzend) weit in die Tiefe des Bildes hinein und unser Blick folgt ihnen. Hilliard greift ein altes Konzept der Landschaftsmalerei wieder auf: Die Vorstellung, man könnte in den Bildern spazierengehen. (Der Künstler selbst sieht seine Gegenstände als Landschaften: "Beim Blick durch mein Objektiv verwandelt sich die Welt: ein Ladentisch, oder auch eine Tagesdecke, oder eine menschliche Gestalt werden zur Landschaft.")

Kunstgeschichte
In "Ohne Titel (Toms Knöchel), 1993" sehen wir die ganze Szenerie zweimal: Als Bild im Bild erscheint ein runder, konvexer Spiegel. Spiegel haben in der Kunstgeschichte oft eine bedeutende Rolle gespielt. Manchmal zeigen sie eine Szene von einem anderen Standpunkt. Oder sie bringen Räume ins Bild hinein, die vom Betrachterstandpunkt aus nicht zu sehen sind. In zwei berühmten Gemälden, in Jan van Eycks Arnolfini-Hochzeit und in Diego Velazquez´ Las Meninas (Die Hoffräulein) zeigen die Spiegel etwas, das sich außerhalb der Bilder abspielt. David Hilliard spielt höchst bewußt mit seinem Wissen um die großen Vorbilder; sie sind ein zwangloser Teil seiner Bilderwelt.

David Hilliard, geboren 1964 in Lowell/Massachusetts, lebt und arbeitet in Boston.

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