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Gruppenausstellung: Jiri Kolár - Gedicht oder Bild / MICHAEL BAUMGARTNER (vorbei)

27 März 2003 bis 24 April 2003
  Jiri Kolár - Gedicht oder Bild / MICHAEL BAUMGARTNER
Jiri Kolár, Chapeau magique, 1973
Collage sur object
 
www.hilger.at Hilger modern

Hilger modern
Dorotheergasse 5
1010 Wien
Österreich (Stadtplan)

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tel +43 (0)1 - 512 53 15
www.hilger.at


Die GALERIE ERNST HILGER zeigt eine retrospektiv angelegte Schau des tschechischen Poeten und Collagisten Jirí Kolárs, der letzten Sommer im 89. Lebensjahr verstorben ist. Jirí Kolár war der bedeutendste tschechische Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine internationalen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in den wichtigsten Museen der Welt haben seine Art Kunst darzustellen und auszudrücken, zu einem Fixpunkt der Kunstgeschichte gemacht. Die Ausstellung stellt eine Auswahl an Collagen und kleineren dreidimensionalen Raumarbeiten von höchstem musealen Rang aus den Jahren 1960 bis 1990 dar. Schon vor zwei Jahren ist es uns in Zusammenarbeit mit dem Egon Schiele Centrum, Krumlov, gelungen, wichtige Werke zu zeigen. Die jetzt gezeigten Arbeiten werden in einer Einzelpräsentation auch auf der Art Basel ausgestellt werden.

Jirí Kolár wurde 1914 in Protivin/Tschechien geboren. In den 1940er Jahren war er Mitglied der „Art Group 42". Seine Publikationen und die öffentlich negativen Aussagen zum politischen Regime führten schliesslich zu längeren Gefängnisaufenthalten (1950er). Der Künstler lebte bis 1989 in Prag und ging darauf ins Exil nach Paris. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der bis zuletzt geistig sehr aktive Künstler wieder in seiner Heimat.

Jirí Kolár publizierte 10 Monografien, 10 Anthologien, Kinderbücher, Kataloge usf. Des weiteren stehen wir vor einem sehr umfangreichen bildnerischen Oeuvre. Seine Werke wurden mit dem Ausfuhrverbot belegt und zum tschechischen Nationalerbe erklärt.

Der Künstler ist für seinen Erfindergeist und sein literarisches Oeuvre bekannt gewesen und auch von KollegInnen dafür geschätzt worden. In den Collagen fand er eine Entsprechung und Ergänzung zu seiner Arbeit mit der Sprache. Collage und Gedicht stellten für ihn den geistigen Moment im Leben dar, der sich abspiele, bevor das Gedicht zu Papier gebracht oder die Collage gefertigt werde. Zwei Möglichkeiten, seine geistigen Vorstellungen zu konkretisieren. Stift wird gegen Schere, Zeitungspapier und Klebstoff getauscht. Die Collagen enthalten Bilder, Reliefs und Objekte. Stil und Methode der Gestaltung wurden nach den jeweiligen Bedingungen bzw. der Aussage adaptiert. Es entstanden innovative künstlerische Techniken, die im Zusammenspiel mit der Titelgebung die Sprache als Artfaktum wiederum aufnahmen (rolaz, prolaz, muchlaz, chiasmaz, asamblaz, stratefy.)

Alle Werke hat der Künstler durch die gleiche Oberflächenstruktur des gedruckten Papiers vereinheitlicht. Die Verweigerung der objekteigenen Materialität irritiert in der Betrachtung. Jirí Kolár lenkt den Blick auf das Wesentliche, auf sein künstlerisches Tun. Die Zitate aus den verschiedensten kunstgeschichtlichen und historischen Epochen zeigen den eigenwilligen Humor und Witz sowie seine Ironie auf.



Mezzanin

MICHAEL BAUMGARTNER

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