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Einzelausstellung: Stephan Balkenhol - Neue Abreiten (vorbei)

12 April 2008 bis 17 Mai 2008
  Stephan Balkenhol - Neue Abreiten
Stephan Balkenhol, Kopfsäule, 2008, Wawaholz, farbig gefasst, 166 x 25 x 25 cm
 
  Mai 36 Galerie

Mai 36 Galerie
Rämistrasse 37
8001 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 1 261 68 80
www.mai36.com


Stephan Balkenhol
Neue Abreiten
12. April bis 17. Mai 2008

Wir freuen uns, Ihnen in unserer nächsten Ausstellung neue Arbeiten des deutschen Bildhauers Stephan Balkenhol (*1957 in Fritzlar/Hessen, lebt und arbeitet in Karlsruhe und Meisenthal/Frankreich) präsentieren zu können. Stephan Balkenhol ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer und lehrt an der Karlsruher Kunstakademie Bildhauerei. Seine Holzskulpturen besetzen vielerorts den öffentlichen Raum. Regelmässig werden seine Skulpturen, die seit einiger Zeit auch mit Reliefs kombiniert sind, sowie seine Zeichnungen international in Museen und Galerien gezeigt; so vor kurzem bei Monica de Cardenas in Mailand, in der Galerie Tomio Koyama in Tokio und in der Galerie Forsblom in Helsinki sowie in der Galerie Rüdiger Schöttle in München. Die Galerie Mai 36 zeigt den Künstler regelmässig seit 1989.

Seit den frühen 1980er Jahren setzt sich Stephan Balkenhol mit der Geschichte der figürlichen Skulptur auseinander. Dies seit er auf die minimalistischen Strategien seines ehemaligen Lehrers Ulrich Rückriem (der von 1976 bis 1982 sein Lehrer an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste war) mit einem minimalistischen Menschenbild antworten wollte. Der Mensch steht denn auch im Mittelpunkt seiner Arbeiten, wenngleich auch immer wieder Tiere und Architekturen als Vorbilder dienen. Entstanden ist eine neue Form von figürlicher Plastik, die aus Holz gearbeitet ist und grob und schlicht wirkt. Aus mächtigen Baumstämmen schlägt Balkenhol bald überlebensgrosse, bald zwergartige Männer-, Frauen- und Tierfiguren, Köpfe und Mischwesen aus Mensch und Tier heraus. Aus demselben Holzstamm ist auch der Sockel geformt, der mit der Figur untrennbar verbunden ist. Der Werkprozess manifestiert sich in Schrunden, Splitter und Rissen. Damit wird das Holz als lebendige Substanz sichtbar gemacht, dem so eine ästhetische Dimension aneignet. Abschliessend werden die Figuren farbig gefasst und einzeln oder in Gruppen aufgestellt. Die Holzskulpturen der dargestellten Frauen und Männer wirken alterslos und in ihrer einfachen, alltäglichen Kleidung und Haltung so durchschnittlich, dass sie uns überall begegnen könnten.

In stoischer Pose scheinen sie innezuhalten und blicken scheinbar ins Leere oder auf - für den Betrachter - unbekannte Punkte. Dadurch bleiben die Figuren distanziert, anonym und rätselhaft und wirken eigenartig emotionslos. Der Betrachter fühlt sich erinnert, um dann gleich wieder daran zu zweifeln. Gerade das irritiert uns, auch weil uns mit diesen überindividuellen, auch zeitlosen Figuren ein Spiegel vorgehalten wird. Balkenhol formuliert damit eine Hommage an das allgemein Menschliche. Dies wird besonders bei den Skulpturen im öffentlichen Raum deutlich: indem nämlich Balkenhol anonyme Figuren und nicht amtliche Autoritäten auf den Sockel stellt, konterkariert er die Tradition der monumentalen Plastik. Eine Geste, mit der er das Monument entmonumentalisiert und gleichzeitig den anonymen Menschen erhöht. [Text: Dominique von Burg]

Vernissage ist am Freitag, 11. April von 18 bis 20 Uhr. Der Künstler wird anwesend sein. Sie sind herzlich zu einem persönlichen Gespräch mit dem Künstler eingeladen. Auch lassen wir Ihnen auf Anfrage gerne geeignetes Bildmaterial zukommen (milena.oehy@mai36.com).

Wir freuen uns, Sie in der Galerie begrüssen zu dürfen und danken Ihnen für Ihr Interesse.

Mai 36 Galerie

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