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Einzelausstellung: C.O. Paeffgen (vorbei)

23 Februar 2008 bis 29 März 2008
  C.O. Paeffgen
C.O. Paeffgen
 
  Sies + Höke

Sies + Höke
Poststraße 2+3
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)211 - 301 43 60
www.sieshoeke.com


Pressemitteilung

C.O. Paeffgen

23.02.2008 - 29.03.2008
Eröffnung: Freitag, 22.02. 19-22 Uhr

Nahezu ein Jahrzehnt ist seit der letzten Retrospektive des Kölner Künstlers C.O. Paeffgen vergangen. Die Ausstellung bei Sies + Höke umfasst eine Auswahl der wichtigsten Arbeiten aus den Werkgruppen der 70er bis 90er Jahre.

Als Autodidakt widersetzte sich Paeffgen in der Rheinischen Kunstszene der 60er Jahre neben Polke, Sieverding, Klauke und Beuys dem Kunst-Establishment, wobei vor allem das noch junge Medium TV, die wachsende Bilderwelt aus Kino, Printmedien und Werbung den Brennstoff für die künstlerischen Auseinandersetzungen lieferten.

Für die "Umrandungen" überzeichnete Paeffgen mit klarer Filzstiftkontur Porträtfotos aus Zeitungen, die comic-gleich entweder überdeckt, anonymisiert oder aber zugespitzt wirken. Auf diese Weise kennzeichnete er Politiker wie Chrustschow, Prominente aus Alltag und Yellow Press wie Prinz Johannes von Thurn und Taxis bis hin zu anonymen Gesichtern, die alle gleichberechtigt gewürdigt, nivelliert und gebrandmarkt wurden. Die Übermalungen sind mehr spielerische Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Medien und ihrer Rezeption, dem Verhältnis von Original und Reproduktion als inhaltliche Stellungnahmen zu den Abgebildeten selbst.

Für die Werkgruppe "Objekte in Farbe" bemalte Paeffgen Obstkisten mit monochromen Farbflächen. Dabei unterscheiden sich die Konstruktionsformen der Kisten, bieten als Bildträger verschiedene Oberflächen und die Farbe verteilt sich rhythmisch Kiste an Kiste im Raum. Es scheint, als habe der Künstler die suprematistischen Farbexperimente eines Malevichs für sich fortgesetzt.

Bei C.O. Paeffgen tauchen stilisierte Motive wie das von einem Pfeil durchbohrte Herz, Maus, Schleife, Mond und Fragezeichen immer wieder auf und sind vordergründig sehr dankbar, weil verständlich. Die trivialen Zeichen auf Stoff, Holzbrettern oder Schiefertafeln scheinen wie ironische Kommentare zu den leicht übersehenen Dingen unseres Alltags. Ebenso wie bei den Übermalungen wird der künstlerische Zeichensatz immer neu variiert und zu einem persönlichen Ideogramm verdichtet. Banal-ironische Kommentare wie "sehr schön", "geil" oder "scheiße" klingen wie die freie Übersetzung von Warhols "all is pretty".

Jahrzehntelang sammelte Paeffgen Fundstücke des Alltags - Spielzeug, Kitsch, Souvenirs, Müllreste, Handwerkszeug - die er neu kombinierte und mit Draht verband. Das Umdrahten und Verschnüren verleiht dem Alltagsrepertoir nicht nur etwas Brutales, sondern ist Mittel zu dem Zweck, die Objekte von ihrer Gebrauchsfunktion zu lösen und in Konzentration auf Form, Material und Farbe in ein neues Strukturprinzip zu überführen. Bei aller berechtigten Vergleichbarkeit unterscheidet sich Paeffgen damit von den ready-mades eines Duchamp ebenso wie von den Combine Paintings eines Rauschenberg. Bei ihm treffen die Dinge auch weit weniger zufällig aufeinander als Regenschirm und Nähmaschine der Dadaisten. Seine Wurzeln im Zeitgeist der 60er und 70er sind ebenso unbestreitbar wie seine Auswirkung auf jüngere Künstlergenerationen wie Hans-Peter Feldmann oder Fischli/Weiss.

Text: Carla Orthen

C. O. Paeffgen ist 1933 in Köln geboren und lebt in Köln

Soloshows
2005 Abstrakte Nachrichten, Galerie Levy, Hamburg
Trinitatskirche, Köln
1999 Handarbeiten, Museum Ludwig, Köln
1993 Objekte in Farbe, Kestner-Gesellschaft Hannover
1992 Handarbeiten, Galerie Rudolf Zwirner, Köln

Groupshows
2007 Die Kunst zu Sammeln, Museum Kunst Palast, Düsseldorf
2005 Sich selbst bei Laune halten, Kunstmuseum Bonn
(my private) HEROES, MARTa Herford
1998 Deutschlandbilder, Martin Gropius Bau, Berlin

Bei Anfragen können Sie jeder Zeit Nuria Molina kontaktieren: +49 211 135667
oder post@sieshoeke.com

C.O. Paeffgen Pressemitteilung als pdf-Datei 66,5 KB

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