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Gruppenausstellung: Wilson Shieh and Michael Ziegler - Drawings (vorbei)

7 März 2008 bis 3 Mai 2008
  Michael Ziegler
Michael Ziegler
o.T.
"o.T.", Drawing, 32 x 24 cm
2004-2007
 
www.lagalerie.de L.A. Galerie – Lothar Albrecht

L.A. Galerie – Lothar Albrecht
Domstraße 6
60311 Frankfurt/Main
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)69-28 86 87
www.lagalerie.de


L.A. Galerie Lothar Albrecht zeigt:

Wilson Shieh und Michael Ziegler

7. März bis 3. Mai 2008

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Eröffnung am Freitag, dem 7. März um 19.00 Uhr ein.

Die Künstler sind anwesend.

Im März und April 2008 zeigt die L.A. Galerie die Arbeiten des Hongkonger Künstlers Wilson Shieh (*1970) und des österreichischen Künstlers Michael Ziegler (*1960). Shieh schloß 2001 sein Studium mit dem Master of Fine Arts der Chinesischen Universität von Hongkong ab und ist in der ehemaligen Kolonialstadt als Künstler recht erfolgreich. Michael Ziegler studierte an der Hochschule Mozarteum Salzburg Malerei bei Prof. Peter Prandstetter. Er lebt und arbeitet in Innsbruck.

In dieser Ausstellung treffen zwei Künstler mit einem völlig verschiedenen kulturellen Hintergrund aufeinander. Auch in technischer Hinsicht nähern sie sich in ganz unterschiedlicher Weise ihren Themen. Dennoch verspricht dieses Treffen zwischen Ost und West aus vielen Gründen aufschlußreich zu werden.

Wilson Shieh studierte die traditionelle Gongbi (Feine-Linien) Malerei, in deren meisterlicher Beherrschung er an die Meister der Song- oder Tang-Zeit heranreicht. Er sagt selbst es gehe ihm darum, die klassische chinesische Ästhetik seiner tradi tionell recht kleinformatigen Bilder mit modernen oder zeitgenössischen Themen und Inhalten zu füllen. Dabei konzentriert er sich auf die figurative Malerei und lässt bestimmte klassische Motive wie Tiere weg, bzw. ersetzt sie durch moderne Motive, vor allem Architektur, und im Besonderen Gebäude die für Hongkong charakteristisch sind. Er nimmt dabei Stellung zu sozialen und politischen Gegebenheiten der Stadt: Wenn er etwa einen Mann mit nacktem Hinterteil in einem zur Duschkabine umfunktionierten Wolkenkratzer samt Firmenemblem duschen läßt und so ein Bild, natürlich immer noch ausgeführt im klassischen Stil, "King-sized Closet" nennt, so tut er damit zweierlei. Zum einen kann ein solches Bild als Aufforderung an einen bestimmten Industriellen gemeint sein mehr für seine Stadt zu tun: Die Situation der Künstler und allgemein der Menschen in Hongkong ist seit dem Wiederanschluß an China nicht rosig. Zum anderen sorgt ein solches Bild im durchaus viktorianisch-prüden Hongkong für leise aber deutliche Provokation.

Peter Weiermair schreibt über Michael Ziegler:
"Wünschte man sich Bilder zu der berühmten Pubertätsnovelle des österreichischen Schriftstellers Robert Musil "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" - niemand wäre geeigneter sie zu zeichnen als der in Innsbruck zurückgezogen lebende und arbeitende Künstler Michael Ziegler. Seine zarten, auf die Linie konzentrierten, manchmal wie Spinnweben über das Blatt laufenden Bleistiftzeichnungen beziehen ihr ikonographisches Inventar aus dem Unterbewußtsein des Künstlers, wo sich pornographische Photographien mit den Zeichnungen und Gemälden alter Meister, Stills von Filmen mit durch literarische Texte evozierten Bilder vermischen und - manchmal für ihren Schöpfer selbst rational nicht deutbar - geheimnisvoll nachwirken. Michael Ziegler, dieser Erbe Otto Meyer-Amdens und Pierre Klossowskis ist bei den Zeichnungen Pontormos ebenso zu Hause wie bei den Künstlern der italienischen Renaissance, etwa Signorelli, aber genauso gut auch bei den Klassikern des japanischen Films. Seine zeichnerischen Erzählungen, nicht selten anspielungsreiche erotische und sexuelle Riten, stellt er dem Betrachter zu seiner je individuellen Deutung frei.

Es sind künstlerische Welten, lineare Puppentheater, Figuren, die Ziegler in jeweils verschiedene Konstellationen zueinander bringt. Es ist eine intime Welt des Konjunktiv, dessen was sein könnte, ein Traumgespinst, dessen haudünne Fäden es aufzulösen gilt, und durch die nicht selten, fast unsichtbar, die Konturen des nackten Protagonisten auf dem weißen Blatt erkennbar werden."

Kehren wir nun zur Frage nach dem Grund für die Doppelausstellung dieser beiden Künstler zurück: Wir sehen nun einige Berührungspunkte, etwa die Konzentration auf Figuratives und die Instrumentalisierung sexueller Reize für ihre verschiedenen Zielsetzungen.

Ein weiterer wäre sicherlich die das intentionale Deplatzieren von Figuren und Körperteilen. Wenn Wilson Shieh einen Menschen in eine Wolkenkratzer-Duschkabine steckt, oder ihm Kleidung überstülpt die erstaunliche Ähnlichkeit mit bekannten Gebäuden Hongkongs hat, so ist das Ergebnis ein gänzlich anderes, als wenn Michael Ziegler eine Figur zeichnet, die in verstörender Weise ihren Arm in unmögliche Winkel dreht: Die Vorgehensweise jedoch ist dieselbe.

Die menschliche Figur ist hier Vehikel für etwas anderes, sie gibt Kommentare oder reizt die Imagination, nie jedoch ist sie ein eigenständiges Individuum. Die Gesichter der Figuren beider Künstler lassen jegliche Charakteristika vermissen. Sie sind, aus verschiedenen Gründen, austauschbar, ob zur Identifikation oder zur gewollten Nicht-Identifikation soll dem Betrachter selbst überlassen sein.

Der zentrale Berührungspunkt der Künstler sind jedoch ihre in sich widersprüchlichen Künstlercharaktere: Michael Ziegler soll einmal gesagt haben, er benutze in seinen Zeichnungen keine Farbe, weil man sich sobald man zur Farbe greife, bereits innerhalb des Raumes und der Geschichte der Malerei befinde. Aus dieser kunstgeschichtlich-allgemeinen Begründung heraus zieht er die Legitimation für seine Zeichnungen mit ihren doch sehr intimen und privaten Inhalten. Shieh nimmt direkt und affirmativ Bezug zur klassischen Maltechnik, ist in seinen Inhalten jedoch durchaus der Öffentlichkeit und der Gegenwart zugewandt und dabei leise subversiv. Beiden Malern ist Sentimentalität in jedem Falle fremd.

Texte von Peter Weiermair und Bato Prosic



Vorschau
L.A. Galerie, Frankfurt:

Liu Ding "Platos Skalp", 9. Mai - 5. Juli 2008

Ausstellungen:
Zhao Liang, 5th Berlin Biennial for Contemporary Art,
5. April - 15. Juni 2008
Liu Ding: "Contemporary Art from China", Groninger Museum,
23. März - 26. Oktober 2008
Tracey Moffatt: "All inclusive - die Welt des Tourismus",
Schirn Kunsthalle, Frankfurt,
30. Januar - 4. Mai 2008
Julian Faulhaber: Kunstverein Recklinghausen,
April - Mai 2008

Messen:
Art Cologne, 16. - 20. April 2008
Art Melbourrne, 30. Juli - 3. August 2008

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Wilson Shieh und Michael Ziegler Pressetext als pdf-Datei 459 KB

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