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Einzelausstellung: Jan Koch / Böseistswennsnichtweiter (vorbei)

5 September 2008 bis 11 Oktober 2008
  Jan Koch / Böseistswennsnichtweiter
Jan Koch / Böseistswennsnichtweiter
 
  Galerie Jette Rudolph

Galerie Jette Rudolph
Strausberger Platz 4
10243 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 613 03 887
www.jette-rudolph.de


Jan Koch (geb. 1978 in Mönchengladbach) präsentiert in seiner ersten Soloshow in der Galerie Jette Rudolph neueste Arbeiten klein- und großformatiger Malerei sowie Skulptur, worin er sich der Reinheit und Reduktion der geometrischen Form widmet, um diese mit einer philosophischen Bedeutung aufzuladen.

Der Titel „böseistswennsnichtweiter“ zieht die sich in den ausgestellten Werken widerspiegelnden Leitthemen zusammen: Abstraktion, Nihilismus und das Symbolische...

Das Quadrat sowie der Punkt- als minimale Kreisform- bestimmen die Bildsprache der Werke Jan Kochs. Eine ähnliche formale Reduktion findet sich auch im russischen Suprematismus vglb. Malewitsch, dem Bauhaus, holländischen DeStijl oder der späteren Minimal Art. Was einst der Formulierung einer universellen Sprache oder dem seriellen Konzept diente, gebraucht Jan Koch als tautologische Strategie, um aus der „kleinste(n) Form (…) ein beliebiges System zu konstruieren“, welches von der Leinwand in das Objekt mündet.

Die strenge Reduktion der Form- bei Malewitsch als „Nullpunkt der Malerei“ interpretiert- zielt nicht auf eine mathematische Kalkulation, sondern befasst sich mit dem Geistigen in seiner reinsten Form und der Erfahrung, die sich: „der reinen Gegenstandslosigkeit in der weißen Leere des befreiten Nichts“ artikuliert. (Johannes Meinhardt, Ende der Malerei und Malerei nach dem Ende der Malerei, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, 1997.)

Am Beispiel des Kreuzes und des Quadrates schafft Jan Koch den Sprung vom Zwei- ins Dreidimensionale, zum Objekt. Referierend zu J. Albers Aussage, „(d)as Quadrat, mit seinen vier gleichen Seiten bezieht sich auf ein Oben, Unten, Osten, Westen“ werden christlich-mythologische Symbolismen mit einem sachlichen Grundton in den Leinwänden Jan Kochs wiederholt pointiert. Das Kreuzmotiv, das bei Malewitsch seinen Ursprung in der Ikonenmalerei hatte, begegnet uns von Jan Koch hingegen als ein rituelles Abarbeiten an der dritten Urform der Abstraktion.

Das Absichtliche als auch das Bewusste wird der Idee des Unbewussten und dem zufälligen Prozeß entgegengestellt, indem Jan Koch die konkrete Form einer partiellen Erodierung des Malgrunds mittels chemisch wirksamer Werkstoffe wie Chlor oder Sandpapier unterzieht und parallel einen Bruch mit der Rigidität der geometrischen Reduktion evoziert. Gleichzeitig harmonisiert die auf Weiss reduzierte Farbpalette Kochs, dem natürlichen Leinwandton oder den Silberpigmenten mit der Reinheit der Form.

Sein verspiegelter Kubus erinnert zuerst an Robert Morris’ minimalistische Skulptur von 1965 "ohne Titel", doch erzeugt Koch durch den Einsatz von Neonröhren im Inneren des Objekts eine zusätzliche Dimension: den Lichtschein. Die Unfasslichkeit des Lichts als auch die Widerspiegelung des realen Umraums scheinen die Begrenzung der Form aufzuheben. Materialität und Immaterialität oszillieren miteinander und wirken mittels der Aufstellung des Objektes simultan dem Zufall entgegen. Die Konstellation und Konstruktion des Kubus werden werkimmanent, indem sie die Distanz zum betrachteten Objekt heranrücken, einzoomen und zu einer dreidimensionalen Oberfläche eines zweidimensionalen wahrgenommenen Bildes generieren. Die Wechselwirkung zwischen vorgegebener Natürlichkeit und künstlich geschaffener Wirkung zwischen Absichtlichem und Zufälligem zwischen Reduktion und potenzierter Dimension- das sind die Leitmotive in den neuesten Werken Jan Kochs.

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