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Einzelausstellung: Neil Farber - A Formal Declaration of Hummingbirds (vorbei)

6 September 2008 bis 4 Oktober 2008
  Neil Farber - A Formal Declaration of Hummingbirds
Neil Farber
 
  Sies + Höke

Sies + Höke
Poststraße 2+3
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)211 - 301 43 60
www.sieshoeke.com


Neil Farber: A Formal Declaration of Hummingbirds

06.09.2008 - 04.10.2008

Eröffnung: Freitag, 05.09. 19 -22 Uhr

A Formal Declaration of Hummingbirds ist die erste Einzelausstellung des kanadischen Künstlers Neil Farber in Deutschland. Farber ist neben Marcel Dzama und Jon Pylypchuk Gründungsmitglied der Künstlergruppe Royal Art Lodge in Winnipeg (Kanada), die seit 1996 eine Fülle an gemeinschaftlichen Fantasie-Erzeugnissen hervorbrachte und sich als Weichenstellung für die künstlerische Entwicklung seiner Teilnehmer auf internationalem Terrain erwies.

Neil Farbers Zeichnungen entstehen in einem obsessiven Prozess und sind mit farbigen Tuschedetails versehen, die auf den ersten Blick unschuldigen Kinderbuchillustrationen gleichen. Seine Szenerien kreisen um universelle Themen wie Kindheit, Tod, Macht, Horror und Katastrophen, in Gewand einer zauberhaft-spielerischen Naivität von Schönheit und Witz. Da gibt es Löwen und Affen in menschlich aufgerichteter Pose, Frauen in mädchenhaften Kleidern von unschuldig bis dümmlicher Anmut, feuerspeiende Wolfshunde und menschenverschlingende Wasserfluten. Farbers Motive scheinen in Zeichenstil, Abgründigkeit und Rollenklischees der Märchen- und Sagenwelt entsprungen: Rotkäppchengleiche Mädchen werden von Leoparden bedroht oder in Begleitung dämonenhafter Wesen Waldbränden ausgesetzt.

Crime Scene ist ein setzkastenähnlicher Querschnitt durch ein mehrstöckiges Wohnhaus und erinnert in seinem Comicstil an Zeichnungen, in denen Kinder Familienidyllen und Rollenaufteilungen à la "Vater, Mutter, Kind" beschreiben. Farber dagegen versammelt allerhand makabre Mordopfer unter seinem Dach: Typisierte Männchen, die ihr Skelett lässig wie einen Anzug tragen und deren Gesichtszüge keinerlei Schmerz verraten. Ihr grausames Schicksal wird allein durch das Fehlen einzelner Gliedmaße und anhand blutroter Schriftzüge klar. Raum für Raum gesellen sich Carving-, Stabbing-, Scalpel- and Knife-Victims zueinander - Figuren also, die ihren Tod in Hinrichtungen und Messerstechereien fanden: erstochen, zerhackt, tranchiert, geköpft oder abgeschlachtet. Crime Scene gleicht einer statistischen Studie über die Gewalttätigkeiten der Menschheit in einem Stil, der sowohl an Erwachsenencartoons wie auch an die perfide aufgegliederten Sündenregister in Dantes Göttlicher Komödie denken lässt.

Weitere Arbeiten sind von karikaturhaften Menschenmassen bevölkert, die apokalyptischen Sintfluten zum Opfer fallen: Diese teilen sich in Anlehnung an die christliche Ikonografie in Unerlöste und Auferstehende, das traditionelle Erscheinen eines Erlöser entfällt jedoch gänzlich.

In seinen Zeichnungen collagiert Neil Farber in kryptischen Verdichtungen und mit unsentimental-trockenem Witz (Alp)träume unseres kollektiven Gedächtnisses und den alltäglichen Wahnsinn des Hier und Jetzt. Seine Arbeiten verbinden Kindheitstraumata mit Erwachsenenfantasien und erfassen damit psychologische Tiefen, die das Wesen des Menschen ausmachen.

Carla Orthen

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