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Einzelausstellung: Markus Vater - Briefe an die Schmetterlinge (vorbei)

15 November 2008 bis 10 Januar 2009
  Markus Vater - Briefe an die Schmetterlinge
Markus Vater
 
  Sies + Höke

Sies + Höke
Poststraße 2+3
40213 Düsseldorf
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)211 - 301 43 60
www.sieshoeke.com


Pressemitteilung

Markus Vater: Briefe an die Schmetterlinge

15.11.2008 - 10.01.2009
Eröffnung: Freitag, 14.11. 19 -22 Uhr

Es ist sicher kein Zufall, dass die visuell zurückhaltendste Arbeit von Markus Vater seine Ausstellung überschreibt. Seine Briefe an die Schmetterlinge sind sehr feine Zeichnungen auf DIN A4 Papier, die vom Absender datiert und mit einem vertraut klingenden "Euer Markus" unterschrieben wurden. Sie sind adressiert an Lebewesen, die aufgrund ihrer Zartheit und vielgestaltigen Metamorphose zum Sinnbild für Auferstehung, Schönheit, aber auch Vergänglichkeit geworden sind.

Dank der Chaostheorie wissen wir, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings am anderen Ende der Welt einen Wirbelsturm auslösen kann. Aber können Schmetterlinge auch Briefe lesen…?

Herzstück der Ausstellung ist die projizierte Filmanimation The Cave has been moved, die schattenriss-ähnliche Bilder an die Wand wirft. Markus Vater bringt eine Vielzahl an Menschen, Tieren und Pflanzen zusammen, die in alltäglichen, grotesken bis märchenhaften Populationen auftreten und sich zu einem evolutionären Panoptikum zusammenfinden:
Eine Mutter gebärt ihr Kind von einem Ast herab, verwandelt sich in einen Schmetterling und fliegt davon. Ihr Säugling wächst tanzend zum knabenhaften Faun heran, bis ein vom Himmel fallender Gesteinsbrocken ihn unter sich begräbt. Ein rasant in die Höhe wachsender Baum durchbohrt den Leib einer jungen Frau und reißt ihren Kopf mit sich, der sich in den Lüften mit einem Totenschädel duelliert. Supermann fliegt stolz heran und kann sich angesichts des ganzen Szenarios doch nur selbst erschießen. Das Ganze ereignet sich vor einer Kulisse, in deren Vorder- und Hintergrund scheinbar alltägliche Prozesse ablaufen: Radfahrer passieren das Bild, Flugzeuge verfinstern für eine Weile den Himmel, Panzer fahren ein und aus, Pflanzen und Tiere gehen ihrem Wachstum und ihrer Vermehrung nach. Die Projektion verdunkelt und erhellt sich regelmäßig, es wird Tag und es wird Nacht. Alles geschieht gleichzeitig, in kausalem Zusammenhang oder aneinander vorbei - in horizontaler, vertikaler oder diagonaler Abfolge, in das Bild hinein oder aus dem Bild heraus. Es gibt keinen Anfang und kein Ende. Je aufmerksamer man die Eigendynamiken im Detail verfolgt, desto klarer wird, dass jede noch so unscheinbare Handlung ihre Spuren hinterlässt und weitere Veränderungen bewirkt.

Markus Vater hat Platons Höhle eine Reise antreten lassen, die die Evolutionsgeschichte bis in die Gegenwart hinein durchläuft. Sein Film verhandelt nicht nur das Verhältnis von Licht und Schatten, sondern ist eine künstlerisch verdichtete Metapher auf den Zyklus von Leben und Tod, der die Schöpfung mit der Apokalypse vereint.

Eine immer humorvolle, mehr poetische als zynische Suche nach den Gesetzmäßigkeiten des Lebens ist allen ausgestellten Arbeiten von Markus Vater - Zeichnung, Animation wie Malerei - gemein, der sich mit Medien und Stilen bewusst einer klaren Einordnung entzieht und trotz kunsthistorischer Referenzen immer auch den gegenwärtigen Alltag mit meint.

Carla Orthen.



Markus Vater ist 1970 in Düsseldorf geboren, lebt und arbeitet in London

Solo-Shows (selection):
2009
Wilhelm Hack Museum, Rudolf-Scharpf Galerie, Ludwigshafen
2008
Die Fremden, Fundament Foundation, Tilburg (NL)
2007
Death and his Combineharvester, ZINGER presents, Amsterdam (NL)
At the end of the world, art agents gallery, Hamburg
Frisch gestrichen, Franz Gertsch Museum, Burgdorf (CH)
Black Mountain (mit Hans Schulte), Museum Baden, Solingen
2006
Sies + Höke, Düsseldorf

Group-Shows (selection):
2009
Rank, Northern Gallery of Contemporary Art, Sunderland (UK)
2008
A meeting between the tragic and the funny, HessenHuis, Antwerpen (NL)
The golden record, Collective Art Gallery, Edingburgh (UK)
Vertrautes Terrain, ZKM Karlsruhe
2007
Frisch gestrichen, Museum Franz Gertsch, Burgdorf (CH)
2006
Memory, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden

Bei Anfragen können Sie jeder Zeit Nuria Molina kontaktieren: +49 211 135667
oder post@sieshoeke.com

Markus Vater: Briefe an die Schmetterlinge Pressemiteillung als pdf-Datei 81,5 KB KB

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