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Einzelausstellung: Tatsumi Orimoto - "Punishment" (vorbei)

29 Oktober 2008 bis 20 Dezember 2008
  Tatsumi Orimoto -
Tatsumi Orimoto
 
www.dna-galerie.de DNA

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10117 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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Punishment
TATSUMI ORIMOTO
Opening reception:
1. November um 19.00 Uhr
Ausstellung: 29. Oktober bis 20. Dezember, von 12:00 bis 18:00 Uhr

ishment - When communication is wasted

DNA
ut sich zum ersten Mal in Europa Punishment von Tatsumi Orimoto präsentieren zu können. Seiner "Communication Art" treu bleibend, hat auch diese Performance das Brot als fundamentales Material. Orimoto benutzt es als Symbol für universelle Kommunikation, gerade wegen seines grundlegenden und einfachen Charakters. Das Brot erscheint in Orimoto´s Werken als eine Allegorie zu der westlichen Kultur, nicht nur durch seine ständige Präsenz in der Ernährung, sondern auch durch die Bedeutung, mit der es im Christentum bedacht wurde: als Darstellung des Körpers schlechthin.

Mit diesem Hintergrund verwandelte sich Tatsumi bereits in Breadman in eine Art lebendige Skulptur, die mit an das Gesicht gebundenen Broten, den Leuten seine Kunst nahe bringt. In Punishment aber bekommt das Brot und seine dementsprechende Funktion als Kommunikationsvermittler eine unheilvolle Nuance. 26 Leute sind mit verbundenen Augen an einen Mast gefesselt, ein jeder trägt eine Schachtel voller Brot um den Hals. Nach dem Erklingen eines Signales stürzt einer nach dem Anderen und das Brot fällt zu Boden.

Tatsumi´s Performance könnte uns auf ein historisches Ereignis verweisen. Im Jahre 1597 wurden, während der Azuchi-Momoyama, 26 christliche Missionare in Nagasaki von der Regierung gekreuzigt. Einst waren sie akzeptiert, um den Einfluss der buddhistischen Mönche zu beschränken und die Handelsbeziehungen mit Europa zu festigen. Später jedoch wurden sie von den Toyotomi Hideyoshi als destabilisierender Faktor wahrgenommen und deswegen verboten und verfolgt. Während dieser Periode erlebte Japan eine Art von Abgeschiedenheit, die noch heute in dem kulturellen Unterschied zur westlichen Welt zu spüren ist. Allerdings ist Orimoto bestrebt mit Hilfe der geschichtlichen Referenzen ein universelles und rekurrentes Faktum darzustellen: Der Brotträger, als Prophet einer neuen Botschaft, wird als Bedrohung des etablierten Systems gesehen, der abgelehnt und gemartert wird. Die Kommunikation scheitert indem die Botschaft, wie das Brot, verfault.

Parallel dazu könnte Punishment auch einen Bezug auf Orimoto´s persönliche Situation haben, besonders auf die von ihm oft beklagte fehlende Anerkennung im eigenen Land auf Grund seiner Verwestlichung. Es ist nicht neu, dass Orimoto aus dem Privaten eine öffentliche Sache macht. Das schlagendeste Beispiel ist sein seit 1996 laufendes Projekt ArtMama, in dessen Rahmen Tatsumi den körperlichen als auch geistigen Niedergang seiner an Alzeimer erkrankten Mutter dokumentiert. Ebenso bezeichnet Orimoto In Punishment mit dem auf dem Boden verbleibenden Brot den langsamen Verfall einer verdorbenen Kommunikation.

Tatsumi Orimoto (Kawasaki, 1946) studierte an dem Institute of Art, California. 1971 zog er nach New York um, wo er Nam June Paik assistierte und in Kontakt mit der Fluxus Bewegung kam. 1977 kehrte er auf Grund der Krankheit seiner Mutter nach Kawasaki zurück, wo er momentan lebt und arbeitet. Seine Performance Breadman wurde in mehreren Länder in der Öffentlichkeit als auch im Rahmen verschiedener institutioneller Veranstaltungen wie z. B die Biennalen von Sydney, Sao Pablo und Venedig, gezeigt.

Im Rahmen dieser Ausstellung, organisiert DNA am 1. November ein Panel über "Die Problematik des Kollektionismus in Zeiten der Dematerialisierung".

TATSUMI ORIMOTO - Punishment Pressemitteilung als pdf-Datei 95,6 KB

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