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Gruppenausstellung: Minimalism and After III - Neuerwerbungen / New Aquisitions (vorbei)

3 September 2004 bis 28 November 2004
  Minimalism and After III - Neuerwerbungen / New Aquisitions
Ausstellungsansicht mit Werken von Oli Sihvonen, Lothar Quinte und Poul Gernes
 
  Daimler Contemporary

Daimler Contemporary
Alte Potsdamer Str. 5
10785 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49-(0)30-259 41 420
www.sammlung.daimler.com


Im Herbst 2000 wurde die Ausstellungsreihe »Minimalism and After« als einer der Schwerpunkte der langfristigen Ankaufsplanung für die Sammlung DaimlerChrysler konzipiert. Heute sehen wir, dass wir den wichtigsten Trend des Ausstellungsjahres 2004 vorweggenommen haben.

Mehrere große Museumsausstellungen zwischen Los Angeles, Houston, New York und London - hervorzuheben »A Minimal Future« und »Geometry and beyond« in Los Angeles - widmen sich aktuell dem Minimalismus und der Geometrischen Abstraktion als einem wesentlichen Phänomen in Europa und den USA um 1960. Viele Namen, denen man dort begegnet, waren zuvor in den Ausstellungen der Sammlung DaimlerChrysler in Berlin, Karlsruhe, Detroit und Pretoria zu sehen.

Drei Charakteristika unserer Ausstellungsreihe, die bei manchen mitunter Fragen aufwarfen, finden in den aktuellen Großausstellungen ihre Bestätigung. Das betrifft zunächst die Positionierung von Minimalismus und Geometrischer Abstraktion als eines eigenständigen künstlerischen Phänomens neben der klassischen Minimal Art. Darüber hinaus werden europäische und amerikanische Entwicklungen nicht länger streng getrennt untersucht. Unsere Ausstellungsreihe »Minimalism and After« gründet in der Überlegung, dass eine transatlantische Wirkungsgeschichte abstrakt-geometrischer, reduzierter Bild-/Objektformen neu zu entdecken ist.

Diese Wirkungsgeschichte nimmt ihren Ausgang mit der 'Emigration' von Bauhaus und Konstruktivismus in den 1930er Jahren und deren Rezeption in den USA. Sie führt in den 1950er Jahren über den Dialog amerikanischer Vorformen des Minimalismus mit Entwicklungen von ZERO und Neuen Tendenzen in Europa.

Kulminationspunkt sind um 1960 die parallelen Ausformungen einer minimalistischen Bildkonzeption auf beiden Seiten des Atlantiks. Von besonderer Bedeutung schließlich für unsere Reihe »Minimalism and After« ist die programmatische Einbeziehung der zeitgenössischen Kunst, wie es allerdings aktuell nur die Schau des New Yorker Guggenheim, »Singular Forms (Sometimes repeated)«, vergleichbar unternommen hat.

Das zeitgenössische Aufgreifen der oben beschriebenen Wirkungsgeschichte und die Rückbesinnung auf viele heute zu Unrecht vergessene Künstler/innen ist aus unserer Sicht insofern relevant, als eine kontinuierliche Diskussion der ästhetischen, politischen und formalen Grundlagen des Minimalismus als ein Movens der Gegenwartskunst zu beobachten ist. Dass die interessantesten Vertreter in Design und Architektur ebenfalls eine hoch differenzierte, auf Prämissen von Mies van der Rohe bis Donald Judd zurückgreifende Formensprache entwickelt haben, sei hier am Rande erwähnt.

Schwerpunkt in »Minimalism and After III« sind amerikanische und deutsche Künstler/innen im Dialog (für 2005 bereiten wir derzeit ein Gegenüber britischer und osteuropäischer Positionen von 1960 bis heute vor). Insgesamt werden 27 künstlerische Positionen mit rund 60 Werken aus fünf Jahrzehnten in unserer aktuellen Ausstellung vorgestellt.

Amerikanische Grenzpositionen zwischen Neokonstruktivismus und Vorformen des Minimalismus in der Nachfolge von Bauhaus, Mondrian und Suprematismus sind in unserem Kontext mit zwei Malern der Westküste vertreten, Karl Benjamin und Frederick Hammersley. Beide waren 1959 in der vom Los Angeles County Museum of Art organisierten, wegweisenden Ausstellung »Four Abstract Classicists« vertreten - neben John McLaughlin, den wir 2003 vorgestellt haben.

Als Rückgriff in die Frühzeit abstrakter Bildprogramme in den USA zu lesen sind zwei Quilts (entstanden 1895 bzw. 1935) der Amish People. Wichtige Vertreter des Minimalismus im New York der 1950er/1960er Jahre waren Alexander Liberman, Ilya Bolotowsky, Al Held, Oli Sihvonen und Jo Baer, eine der wenigen herausragenden Frauengestalten in diesem Kreis.

Ein zeitlich paralleles Feld europäischer Kunstentwicklungen ist mit den Werken von Poul Gernes, Hartmut Böhm, Erwin Heerich, Christian Roeckenschuss und Lothar Quinte in unserer Ausstellung präsent.

Den Übergang von den 1960er Jahren zu aktuellen internationalen Tendenzen markieren das schlichte Streifenbild von Andreas Brandt, das singuläre Wandobjekt und die Videoarbeit von Absalon, das konzeptuelle Bildobjekt Thomas Lochers sowie die minimalistischen Zeichnungsfolgen der 1990er Jahre von Hartmut Böhm und Helmut Federle.

Die für diese Ausstellung ausgewählten Werke junger deutscher und amerikanischer Künstler/innen spiegeln die in den frühen Werken angelegte Grenzüberschreitung Konstruktivismus / Geometrische Abstraktion / Minimalismus. Den konstruktiv-geometrischen Pol vertreten hier vor allem die Amerikaner Douglas Melini und und John Tremblay, auf europäischer Seite Jens Wolf und Beat Zoderer.

Die Traditionslinie des minimalistischen Bildobjekts wird zeitgenössisch weiter verfolgt im Werk der Deutschen Gerold Miller und Anselm Reyle sowie im glänzenden Finish der Objektbilder des New Yorkers Vincent Szarek. Die Architekturbilder Anselm Pinckernelles schließlich vermitteln in unserem Kontext die in den 1960er Jahren wurzelnden, idealistischen Architekturentwürfe von Erwin Heerich mit den minimalen Strukturen einer Michelle Grabner. Tadaaki Kuwayama und Yuyi Takeoka repräsentieren exemplarisch reduktionistische Bildkonzepte japanischer Provenienz.

Beteiligte Künstler

Absalon (1964 Ashdod/IL - 1993 Paris/F), Amish People (USA)
Jo Baer (*1929 Seattle/USA, lives in Amsterdam/NL),
Karl Benjamin (*1925 Chicago/USA, lives in Claremont/USA),
Hartmut Böhm (*1938 Kassel/D, lives in Berlin and Lünen/D),
Ilya Bolotowsky (*1907 Petrograd/Russland - 1981 New York/USA)
Andreas Brandt (* 1935 in Halle, Saale/D, lives in Niebüll and Hamburg/D)
Helmut Federle (*1944 Solothurn/CH, lives in Wien),
Poul Gernes (* 1925 Frederiksberg/DK - 1996 Kopenhagen/DK),
Michelle Grabner (*1962 Oshkosh/USA),
Frederick Hammersley, (*1919 Salt Lake City/USA, lives in Albuquerque/USA),
Erwin Heerich (*1922 Kasssel/D, lives in Hombroich, Neuss/D),
Al Held (*1928 New York/USA, lives in New York/USA),
Alexander Liberman (*1912 Kiev/RUS - 1999 New York, USA)
Thomas Locher (*1956 Munderkingen/D, lives in Köln/D),
Douglas Melini (*1972 USA, lives in New York/USA),
Gerold Miller (*1961 Altshausen b. Ravensburg/D, lives in Berlin/D),
Ascan Pinckernelle (*1970 Hamburg/D, lives in Berlin/D),
Lothar Quinte (*1923 Neisse/D - 2000 Wintzenbach/D),
Anselm Reyle (*1970 Tübingen/D, lives in Berlin, D),
Christian Roeckenschuss (*1933 Dresden/D, lives in Berlin/D),
Oli Sihvonen (*1921 Brooklyn/USA - 1991 New York/USA),
Vincent Szarek (*1973 in Rhode Island/USA, lives in New York/USA),
John Tremblay (*1966 Boston/USA, lives in New York/USA),
Jens Wolf (*1967 Heilbronn/D, lives in Berlin/D),
Beat Zoderer (*1955 Zürich/CH, lives in Wettingen/CH)

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