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Gruppenausstellung: Gabi Hamm, Susan Turcot, Adam Adach (vorbei)

11 Dezember 2004 bis 22 Januar 2005
  Gabi Hamm, Susan Turcot, Adam Adach
Susan Turcot, Camp Blanc Sablon (#5), 2004
 
  ARNDT

ARNDT
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10785 Berlin
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www.arndtberlin.com


Arndt & Partner freuen sich, die nächste Ausstellung mit Zeichnungen und Ölbildern von Gabi Hamm, Susan Turcot und Adam Adach anzukündigen. Die drei KünstlerInnen arbeiten figurativ, doch verfolgen sie dabei sehr unterschiedliche bildnerische Strategien.

Die meist in thematischen Serien angelegten, kleinformatigen Bleistiftzeichnungen der Kanadierin Susan Turcot kombinieren sezierende, kalkulierte Untersuchung der Wirklichkeit mit intuitivem Ausdruck des Unbewussten. Abstrakte Geflechte aus aggressiven, scheinbar unkontrollierten Kritzeleien überlagern minutiös ausgearbeitete, gegenständliche Figuren und Szenen. Die ambivalenten, manchmal grausamen Motive ihrer eindringlichen Zeichnungen basieren häufig auf Bildern der Massenmedien oder auf eigenen Erfahrungen. Die Serie Camp Blanc Sablon zum Beispiel ist eine zeichnerische Reportage über eine Rodung, die Susan Turcot während eines Aufenthaltes in Kanada besichtigte. Die Figuration setzt die Künstlerin dazu ein, sich zeitkritisch mit politischen Themen auseinander zu setzen. Doch geht es ihr dabei immer auch um die Brechung der Realität durch ein inneres Wissen jenseits von Sprache, für das insbesondere die gezeichnete Linie empfänglich ist.

Die ephemeren, matt glühenden Ölbilder Gabi Hamms greifen, dieTradition der Malerei befragend, überwiegend klassische Sujets wie Landschaften und Portraits auf. Wiederkehrend malt sie z.B. intime Portraits von jungen Mädchen an der Schwelle zur Frau, die zwar in nächste Nähe zum Betrachter gerückt sind, aber – tief versunken in ihre Beschäftigung – unnahbar erscheinen. Die Individualität der Personen und Gegenstände bleibt häufig verschleiert. Sich ihrem Gegenstand nähernd gestaltet Gabi Hamm mit transparenten Pinselstrichen eine lockere, offene Farbstruktur, die immer auch abstrakte Betrachtungsweisen reflektiert. Durch die suggestive Monochromie ihrer Palette, das oftmals dramatische Licht und die Transparenz der Farben taucht sie ihre Szenen in eine fesselnde, rätselhafte Atmosphäre, die Tendenzen der Romantik anklingen lässt und die Imagination des Betrachters herausfordert.

Die Ölbilder des polnischen Malers Adam Adach sind, trotz ihrer gegenständlichen, überwiegend auf gefundenen Photographien basierenden Motive, weniger Bühnen der Erzählung als Erscheinungsorte autonomer Farbspannungen. Dementsprechend facettenreich ist das Repertoire seines Farbauftrags. Mal umreißt er eher graphisch mit feinen Linien farblose Plattenbaugegenden oder verschneite Landschaften, denen die sozialistische Vergangenheit eingeschrieben zu sein scheint. Mal verdichtet er gestische Pinselstriche zu opaken Farbkulissen, die sattgrüne Freizeitparks darstellen. Dann wieder betont er mittels eines extrem flächigen Farbauftrags die photographische Vorlage, wie etwa in Mère d'Ewa, dem Portrait der Mutter eines Freundes, die in den siebziger Jahren eine berühmte Sportschützin war. Adam Adach balanciert mühelos zwischen Figuration und Kolorismus und reflektiert dabei sowohl malerische Tendenzen des Westens als auch die Figuration sozialistischer Prägung.

Adam Adach, geboren 1962 in Warschau, studierte Bildende Kunst in Lyon und Paris. Er lebt und arbeitet in Paris und Warschau. Neben Gruppenausstellungen in internationalen Institutionen, wie etwa dem Centre Georges Pompidou, Paris, dem Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris, der Galerie Nationale d'Art – Zacheta, Warschau, der Méng Kollektion, Luxemburg, der Yokohoma Civic Art Gallery, Japan, und dem Centre National d'Art Contemporain, Le Magasin, Grenoble, präsentierte er Einzelausstellungen u. a. im Centre d'Art Contemporain, Château des Adhémar, der Galerie Jean Brolly, Paris, und dem Centre d'Art Contemporain-Zamek Ujadiwski, Warschau.

Gabi Hamm, geboren 1956 in Stuttgart, studierte an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste, Stuttgart und der Städelschule Frankfurt / Main. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt / Main. Gabi Hamm präsentierte Einzelausstellungen u.a. im Kunstverein Friedrichshafen, der Galerie Hübner, Frankfurt / Main, im Kabinett, Zürich, und der Galerie Konrads, Düsseldorf. Des weiteren nahm sie an wichtigen Gruppenausstellungen teil, wie z.B. deutschemalereizweitausenddrei, Frankfurter Kunstverein, Szenenwechsel XX, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/Main, oder Figuracões, Galeria Mário Sequeira, Praga, Portugal.

Susan Turcot, geboren 1966 in Montréal, Kanada, studierte Bildende Kunst und Philosophie an der Middlesex University London und der Jan van Eyck Academy, Maastricht. Sie lebt und arbeitet in London und Quebec. Neben Einzelausstellungen, z.B. in der SouthernAlberta Art Gallery, Lethbridge, Kanada, bei Arndt & Partner, Berlin, in der Gallery Helga de Alvaer, Madrid, bei Ursula Walbröl, Düsseldorf, und in der Shedhalle, Zürich, beteiligte sie sich an zahlreichen Ausstellungen u. a. im Kunstverein Hannover, der Kunsthalle Fridericianum, Kassel, der Fundación ICO, Madrid, im Borusian Kültür ve Sanat, Istanbul, Türkei, im Neuen Aachener Kunstverein, und bei De Chiara, New York.

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