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Einzelausstellung: MIRIAM VLAMING | FÜR IMMER (vorbei)

6 Juni 2009 bis 25 Juli 2009
  Miriam Vlaming
Miriam Vlaming
Der Besucher
Egg tempera on canvas, 200 x 350 cm
2009
 
www.alexanderochs-galleries.com ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING

ALEXANDER OCHS GALLERIES BERLIN | BEIJING
Besselstr. 14
10969 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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www.alexanderochs-galleries.com


Miriam Vlaming (* 1971 in Düsseldorf) gehört zu den unverwechselbar-sten und eigensinnigsten Stimmen, die die Leipziger Malerschule während der letzten Dekade hervorgebracht hat. Wie eine Alchimistin experimentiert sie mit Pigmenten und Techniken, wäscht ihre Leinwände regelmäßig aus, um eine allzu 'realistische Wiedergabe durch Verunklärung zurückzunehmen.' (M.V.)

Häufig überdehnt sie figurative Kompositionen bis in den Grenzbereich zur Abstraktion. Personen zeigen sich wie unter sumpfigen Wasserflächen oder verwachsen so eng mit Naturräumen, dass sie wie Vegetation anmuten. Symptome von Zivilisation schmelzen gleichsam unter flüssigen Nordlichtern. Überhaupt wirken zahlreiche Motive wie phantastische Erscheinungen, obwohl sie ganz entschieden in unserem Erfahrungs-horizont wurzeln - dies einmal mehr, da Miriam Vlaming häufig nach fotografischen Vorlagen arbeitet.

In ihren neuen Arbeiten widmet sie sich dem menschlichen Kontroll-zwang, indem sie Ansichten aus medizinischen Anstalten, einem Gefängnis und akribisch angelegten Gärten benutzt. Doch die dargestellten Zwänge und Beschränkungen im Namen von Forschung, Fortschritt oder Justiz werden malerisch eindrucksvoll als vergebliche Anstrengungen ad Absurdum geführt. So drängt von außen ungebändigte Natur an oder Mauern und Innenräume verlieren ihre Konturen in einem toxischen Licht.

Der Titel ihrer aktuellen Ausstellung Für immer ist in diesem Sinne als Paradoxon zu verstehen: Alles Mühen wird ständig in Frage gestellt; alles Streben nach Ordnung wird von der Zeit und der stets unzuverlässigen Erinnerung bedroht. Besonders intensiv demonstriert das die großformatige Werkgruppe Partikular, die 2008 erstmals in Miriam Vlamings Einzelausstellung in der Kunsthalle Mannheim gezeigt wurde. Filigrane Häkelarbeiten dienten hier als Vorlage. Deren aufwändige Textur jedoch ist dem Zerfall, der Auslöschung und der Überlagerung durch andere Informationen preisgegeben: Vergänglichkeit als zivilisatorische Konstante. Mit handwerklicher Bravour, poetischer Dichte und Unerschrockenheit meistert Miriam Vlaming derlei universelle Themen.

Susanne Altmann

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