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Einzelausstellung: Gazira Babeli, Second Life - Hammering the Void (vorbei)

30 Mai 2009 bis 31 Juli 2009
  Gazira Babeli, Second Life - Hammering the Void
Gazira Babeli, Hammering the Void, installation at the gallery [DAM]Berlin and in Second Life, 2009
 
www.dam-berlin.de DAM GALLERY Berlin

DAM Projects GmbH
Neue Jakobstr. 6, 2nd courtyard
10179 Berlin
Deutschland (Stadtplan)

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tel +49 (0)30 - 280 98 135
www.dam-berlin.de


Hammering the Void
Gazira Babeli, Second Life

Ausstellungseröffnung: Freitag, 29. Mai, 19-21 Uhr in der Galerie [DAM]Berlin und im Second Life!!!
Ausstellung: 30. Mai 2009 - 31. Juli 2009

Installation, Filme, Prints
Zur Eröffnung ist die Künstlerin nicht anwesend, sie hat parallel die Eröffnung im Second Life: [DAM]Berlin-Location auf Locusolus-Island - es gibt eine Übertragung in der Galerie mit Chat! Die Installation wird erstmalig gezeigt.


Realität und virtuelle Welt - die Grenzen verwischen, die Übergänge sind fließend. Gazira Babeli ist ein Avatar aus dem Second Life seit dem Frühjahr 2006 und Künstlerin. Sie ist wie ein Wirbelsturm in Second Life - ein Störfaktor! Sie veranstaltet Performances in der virtuellen Welt von Second Life, die sich kritisch und humorvoll mit der 3D-Umgebung auseinandersetzen. Ihre Performances werden durch Filme und Bilder dokumentiert. Wir zeigen ihre neue Installation "Hammering the Void". Parallel zur Ausstellungseröffnung in der Galerie in Berlin findet die Hammering-Performance von Gazira im Second Life statt - in virtuellen Räumen unserer Galerie!

In Hammering the Void gibt es nicht eine Gazira, nein, es gibt 14 und sie kämpfen alle gegen die innere Leere an. 14 Klone einer künstlichen Person, sie tragen phantasievolle Namen von Tugenden und Sünden: Greed Petrovic, Sloth Swansong, Temperance Navarita, Courage Sparta, Envy Sixpence etc. Mit einem Hammer in der Hand steigen sie von ihrem Sockel in der Galerie herab, schwärmen sie aus zu Ausstellungseröffnungen und öffentlichen Veranstaltungen. Sie traktieren die anderen ahnungslosen Avatare mit Hammerschlägen, scheinen zu sagen: "Wacht auf! Wehrt Euch! Agiert!" Sie zwingen sie zur Reaktion. Man liebt sie oder man hasst sie, aber man kann nicht gleichgültig bleiben gegen diese Agression, die geistige Erweckung oder auch einfach Bosheit sein kann.


Domenico Quaranta, Kurator für Neue Medien, schreibt in seinem Essay über Hammering the Void:
- The world we actually have does not meet my standards. - Philip K. Dick
"Bei einer Dada-Ausstellung 1920 in Köln stellte Max Ernst dem Publikum eine Axt zur Verfügung. Soweit ich weiß, wurde diese Geste bisher nicht wieder aufgegriffen. Das ist schade. Ein Kunstwerk sollte immer mit einer Axt einhergehen. Das würde uns daran erinnern, dass Kunst geliebt oder gehasst werden muss. Das sie mehr verdient als nur einen dumpfen Blick...Noch immer, sogar auf einem Computerbildschirm, lieben die Menschen den Mondschein statt ihn zu vernichten und sind bezaubert von allem, das ihnen als "Kunst" vorgestellt wird. Deswegen hat Gazira 14 Schwestern erschaffen...diese Horde aus Wellington Boots und Strumpfhaltern kommt ohne Vorankündigung, fällt in Veranstaltungen - meist Ausstellungseröffnungen - ein und richtet ein Durcheinander an. Is dies der übliche, langweilige, auf sich selbst bezogene Unsinn, den wir so oft in der Kunst finden? Gazira will sich einmischen in die Rituale der Wirklichkeit und ihren stetigen Ablauf durchbrechen. Die Welt, in der sie zur Zeit lebt, entspricht nicht ihrem Anspruch und sie hämmert darauf ein. Sie hat von Anfang an in dieser Richtung gearbeitet: denkt an ihre Erdbeben, ihre Fluten von Pop-Bananen, ihre Cambell's Suppendosen....Wenn du sie brauchst, sind Gaziras Hammer für dich da. Sezte sie ein, auch gegen sie selbst. Das ist es, was Gazira möchte."


Gazira bleibt mit ihrer Kunst nicht an der Oberfläche der Animation, sondern sie greift in den Programmcode der Software von Second Life ein. Durch Änderung der Programmierung verursacht sie im Rahmen von Performances Reaktionen an anderen Avataren, die diese selbst dann nicht mehr steuern können. Für sie ist die Online-Welt ein Experimentierfeld, eine Bühne...

Second Life ist eine kommerzielle 3D-Umgebung im Internet, gegründet von der Firma Linden Labs und geht einem alten Traum der Menschheit nach: Man kann sich dort selbst neu erfinden, ein anderes Geschlecht oder sogar wechselnde Persönlichkeiten annehmen, einen virtuellen Lebensraum völlig neu gestalten. Dabei bleibt die eigene Person anonym, frei von den Erwartungshaltungen des realen Umfelds. Im Durchschnitt sind zu jeder Tageszeit ca. 60.000 Besucher online. Für sie ist Second Life ein Rückzugsgebiet aus der Wirklichkeit, realer als die Realität, aber die meisten verfallen dort in die gleichen Verhaltensmuster wie im wirklichen Leben...

Also, Gazira, schwing den Hammer!

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