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Einzelausstellung: Chiharu Shiota - A Long Day (vorbei)

27 August 2009 bis 10 Oktober 2009
  Chiharu Shiota - A Long Day
Chiharu Shiota, Zweisamkeit, 2009, Steel frame, wool thread, bulbs, 20x20x20 cm
 
  Rotwand

Rotwand - Sabina Kohler & Bettina Meier-Bickel
Lutherstrasse 34
8004 Zürich
Schweiz (Stadtplan)

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tel +41 (0) 44 - 240 30 55
www.rotwandgallery.com


Es freut uns ausserordentlich, die japanische Kuenstlerin Chiharu Shiota erstmals in einer Einzelausstellung bei Rotwand praesentieren zu duerfen.

"Meine Heimat ist, wo ich Kunst schaffen kann". (Chiharu Shiota)

Chiharu Shiota (*1972 in Osaka, Japan) hat in den letzten Jahren mit ihren stupenden und gleichzeitig filigranen, stillen installativen Arbeiten international auf sich aufmerksam gemacht. Fernoestliche Meditation, westliche und oestliche Performancekunst und Kalligraphie fliessen in ihre Arbeiten, die sich in einer eigenstaendigen kuenstlerischen Sprache mit Seins-Zustaenden auseinandersetzen.

Fuer Rotwand hat Chiharu Shiota eigens eine raumgreifende Installation geschaffen, die beim Betrachter ein ambivalentes Gefuehl zwischen Faszination und Irritation erzeugt und gleichsam in ein Energiefeld einwebt. In einem meditativen Akt der Selbstversunkenheit hat die 36-jaehrige Kuenstlerin ein alltaegliches Ensemble aus Tisch, Stuhl und auf Tisch und Boden offen herumliegende Buecher in einen filigranen Kokon von schwarzen Wollfaeden gesponnen, die - von der Decke zum Boden, von der einen Wand zur andern - tausendfache Verbindungen mit der Umgebung sichtbar machen, gleichsam einem Netzwerk, das das Dingliche mit dem Undinglichen verbindet. Trotz der Abwesenheit einer Person sind hier Spuren von menschlichem Dasein, dem Ringen, Wuenschen und Traeumen, das unsere Existenz besimmt, spuerbar. Wie ein Insekt im Netz gefangen oder aufgehoben in einer Schutzhuelle - je nach Standpunkt werden sich beim Betrachter unterschiedliche Assoziationen einstellen.

Die Arbeit "A Long Day" ist eine Weiterfuehrung von Shiotas Etueden zum Verhaeltnis von menschlichem Dasein und der Welt, zum Kreislauf von Geburt, Leben, Leiden und Sterben. Wie schon "During Sleep" (Kunstmuseum Luzern, 2002) und "In Silence" (Centre Pasquart, Biel 2008) lassen sie Shiotas Suche erspueren nach dem, was unser Dasein bestimmt. All diese Arbeiten lassen in gewissem Sinn buddhistische Konzepte anklingen, wonach sich menschliches Dasein in einem Einssein mit der Welt aufloest. Neben den Installationen umkreisen auch ihre Objekte, Zeichnungen und Texte existentielle Themen wie Heimatlosigkeit, Einsamkeit, das In-die-Welt-Geworfensein.

Mit subtilen low-tech Mitteln gelingt der Japanerin so die kraftvolle Verbildlichung von Seelenzustaenden: Das Verhaeltnis von Individuum und Raum, Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Trauma verdichtet sich in der aktuellen, bei Rotwand praesentierten Arbeit in einer - im Wortsinn - fesselnden dreidimensionalen Ansicht.Chiharu Shiotas Arbeiten erinnern an Eva Hesses Schnurgeflechte, sie wenden das All-over von Jackson Pollock an und evozieren gleichzeitig die Expressivitaet der asiatischen Kalligraphie. Transkulturelle Erfahrungen und ihr Studium bei Marina Abramovic naehren ihre stark raum- und koerperbezogenen Arbeiten.

Text Brigitte Ulmer

Chiharu Shiota hat an der Kyoto Seika Universitaet Malerei und an der Hochschule für bildende Kuenste in Braunschweig bei Marina Abramovic studiert. Zurzeit ist Chiharu Shiota auch in der Ausstellung "Walking in my mind" in der Hayward Gallery in London vertreten.

Wir freuen uns auf Sie!

Sabina Kohler & Bettina Meier-Bickel

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